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Zehn Jahre Schiedsmann in Groß Pankow

Ehrung für Heiko Baich Zehn Jahre Schiedsmann in Groß Pankow

Seit zehn Jahren ist Heiko Baich als Schiedsmann in der Gemeinde Groß Pankow aktiv. Im Perleberger Amtsgericht bekam er dafür gestern vom Amtsgerichtsdirektor Frank Jüttner eine Urkunde. Sie ist vom Landgerichtspräsidenten und würdigt die Fähigkeit Baichs, unbürokratische zwischen Streitenden zu vermitteln.

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Heiko Baich (l.) freut sich sehr über die von Amtsgerichtsdirektor Frank Jüttner vollzogene Würdigung seines Ehrenamtes.

Quelle: Fischer

Perleberg. Für seine zehnjährige Tätigkeit als Schiedsmann in der Gemeinde Groß Pankow bekam Heiko Baich am Freitag im Perleberger Amtsgericht von dessen Direktor Frank Jüttner eine vom Neuruppiner Landgerichtspräsidenten Egbert Simons unterzeichnete Ehrenurkunde überreicht.

Frank Jüttner würdigte die große Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit, bei der versucht wird, bei Meinungsverschiedenheiten von Bürgern eine gütliche Einigung herbeizuführen. Nicht die rechtliche Seite stehe dabei im Mittelpunkt, sondern der gesunde Menschenverstand und die Fähigkeit, die Leute in ihren Standpunkten anzunähern und eine außergerichtliche Lösung zu finden. Dies geschehe durch Vermittlung eines Schiedsmanns meist schneller, unbürokratischer und für alle Seiten kostengünstiger. Bei einigen privatrechtlichen Problemen, so der Amtsgerichtspräsident, sei ein vorheriges Verfahren in der Schiedsstelle vorgeschrieben. Sollte bei der Schiedsverhandlung ein Vergleich protokolliert werden, werde über das Amtsgericht ein Vollstreckungstitel durchgesetzt. Dieser habe eine Verbindlichkeit wie ein Gerichtsurteil.

Heiko Baich hat sich in achtjähriger Tätigkeit als Schöffe am Jugendgericht viele Kenntnisse des Rechtswesens erworben. Der 47-Jährige ist Ortsvorsteher in Groß Pankow und Gemeindevertreter.

Frank Jüttner würdigte dessen Herangehensweise bei Streitfällen: „Herr Baich fällt auf durch eine ganz besondere Fähigkeit, auf Leute zuzugehen. Er ist ein ausgezeichneter Zuhörer, dem es gelingt, den Konflikt auf das Wesentliche herunterzubrechen.“

Zu Schiedsverfahren musste Heiko Baich nicht allzu oft einladen. Es sind vor allem „Tür-und-Angel-Fälle“, die er in getrennten Gesprächen mit den streitenden Parteien meist klären kann. Beliebte Dauerbrenner sind die zu hohe Hecke, der zuviel Schatten werfende Baum oder vorgeworfene Lärmbelästigungen. Es geht manchmal auch um Beleidigungen. Der Revierpolizist nimmt da in der Regel keine Anzeige auf, wenn Aussage gegen Aussage steht.

Zu seinen „Klienten“ kommt Schiedsmann Heiko Baich, falls sie ihn nicht persönlich ansprechen, unter anderem durch Hinweise des Groß Pankower Ordnungsamtes über Beschwerden von Bürgern. Manchmal vermittel der Revierpolizist auch einen Kontakt zu Heiko Baich.

Ein Stellvertreter für den Schiedsmann hatte sich in den vergangenen Jahren nicht gefunden. Wer dieses Ehrenamt bekleiden möchte, kann sich im Rathaus melden.

Von Ulrich Fischer

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