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Prignitz Zehn Pilgerzeichen zum Anfassen
Lokales Prignitz Zehn Pilgerzeichen zum Anfassen
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00:19 27.03.2018
Zehn Pilgerzeichen finden sich auf der alten Bronzeglocke in der Falkenhagener Kirche, erzählt der Pfarrer Ulrich Preuß. Quelle: Beate Vogel
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Falkenhagen

Schon seit 1987 hängt die kleine Bronzeglocke in einem Glockenstuhl neben dem Altar in der Falkenhagener Kirche. Gottesdienste oder andere Anlässe läuten hoch oben im Turm zwei große Stahlglocken ein.

„Stahl und Bronze klangen zusammen einfach nicht harmonisch“, erklärt Ulrich Preuß, der von 1981 bis 2004 Pfarrer der Kirchengemeinde Falkenhagen war. So ergäben die Stahlglocken und die Bronzeglocke keinen Dreiklang. Auf der mittelalterlichen Bronzeglocke unten neben dem Altar lassen sich nun hervorragend und aus nächster Nähe zehn Pilgerzeichen erkennen. Sie sehen aus wie frisch geprägt.

Einst waren es drei Glocken

„Wir hatten einmal drei Bronzeglocken“, erzählt Preuß. Zwei davon wurden allerdings zu Kriegszwecken eingeschmolzen. In den Unterlagen des Pfarrers findet sich noch die „Anordnung betr. Eigentumsübertragung auf den Reichsmilitärfiskus“.

Demnach seien die Bronzeglocken von den Bauwerken zu entfernen und bis 25. Juni 1917 an die Sammelstelle in Pritzwalk abzuliefern. Eine der beiden eingeschmolzenen Glocken war aus dem Jahr 1515, die andere von 1779. Eine kleine Glocke blieb den Falkenhagenern erhalten. Sie ist von 1487. So galt sie wohl als kulturhistorisch erhaltenswert.

Im Turm tun zwei Stahlglocken ihren Dienst,die 1922 gegossen wurden. Quelle: Beate Vogel

Im Jahr 1922 gab der Gemeindekirchenrat Falkenhagen bei der Aktiengesellschaft Lauchhammer, Abteilung Stahlwerk Torgau, zwei neue Glocken in Auftrag: Für 26 300 Mark wurden eine Glocke mit 1,37 Meter Durchmesser und einer Tonne Gewicht sowie eine Glocke mit 1,14 Meter Durchmesser und 620 Kilo Gewicht gegossen.

Nachdem die Falkenhagener die kleine Bronzeglocke von Turm geholt hatten, wurde sie im Zahnradwerk Pritzwalk mit Sandstrahlgebläse vom Grünspan gereinigt. Dann habe der alte Schmiedemeister Wüst dafür einen Glockenstuhl angefertigt. Nun steht sie neben dem Taufstein, in dem 2005 Ulrich Preuß seien Enkel taufte.

Mit drei Zeichen im Pilgerverzeichnis

Mit drei der zehn sehr gut lesbaren Pilgerzeichen steht die Falkenhagener Bronzeglocke laut Preuß im Pilgerverzeichnis. „Da kann jeder nachsehen.“ So findet sich dort etwa die Beschreibung des Zeichens für Köln: Es zeigt in einem umrandeten Feld über einem nach oben gewölbten Steg die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Im unteren Teil ist die heilige Ursula mit den Jungfrauen ein einem Schiff dargestellt. So oder so ähnlich findet sich das Zeichen für Köln auf Glocken in ganz Europa, etwa in den Niederlanden, Dänemark oder Schweden.

„Die meisten Pilgerzeichen auf dieser Glocke stammen aus Westeuropa“, erklärt Pfarrer Preuß. Drei der eingeprägten Motive lassen sich über das Pilgerverzeichnis auch zuordnen. Neben Köln weisen sie auf Neuss und Jakobsberg, wie Köln in Nordrhein-Westfalen. In der Wallfahrtskirche in Bad Wilsnack finden sich laut Pilgerdatenbank insgesamt 153 Pilgerzeichen, die nicht nur als Glockenabguss, sondern auch als bildliche Darstellung wiedergegeben sind. So viele haben nicht einmal Köln oder Trier.

Von Beate Vogel

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