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Prignitz Zeitreise mit Johannes Gutenberg
Lokales Prignitz Zeitreise mit Johannes Gutenberg
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02:15 25.03.2017
Drucken wie vor 500 Jahren: Bernd Schlawer aus Eschede mit Gutenbergpresse in der Prignitz. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Prignitzer Schüler reisten am Montag und Dienstag um einige Jahrhunderte in der Zeit zurück. Mit zwei kinder- und jugendpädagogischen Projekttagen zum Buchdruck an der Gutenbergpresse von Bernd Schlawer aus Eschede gingen sie auf eine ganz besondere Zeitreise. „Von Flensburg bis Stuttgart reise ich mit der sogenannten Gutenbergpresse quer durch Deutschland. Dabei können alle Interessierte zuhören, anschauen und selbst ausprobieren, wie Buchdruck vor 500 Jahren funktionierte“, sagte der Experte in historischer Vervielfältigung von Texten.

Johannes Gutenberg gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse. Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion und löste in Europa eine Medienrevolution aus. Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus.

Miteinander Verknüpft: Gutenberg und Luther

Am Montagvormittag übten sich Bad Wilsnacker Schüler der Elbtalgrundschule beim Drucken von Schriften. Am Dienstag ging es in die Winterkirche der Perleberger Sankt Jacobi Kirche. Schüler, Vorkonfirmanden und Konfirmanden, die Kinder der Christenlehre und weitere Interessierte waren eingeladen. Nachdem am Vormittag zahlreiche Schüler einiges über den Buchdruck erfuhren, kamen am Nachmittag wenige Besucher in die Kirche.

„Gutenberg hat mit den Bleilettern Jahrhunderte geprägt und dafür gesorgt, dass Wissen fortan schriftlich festgehalten werden kann“, führt Bernd Schlawer fort. So erklärte er unter anderem die Herkunft des Ausdrucks „ein Buch aufschlagen“, zeigte die kleinste Bibel der Welt und erläuterte den Goldrand bei einigen alten Büchern, der als Schutz der Seiten dient. Doch das Highlight war ganz klar das Vorführen der Druckpresse. „Die Presse ist etwa 18 Jahre alt, ein Nachbau, Originale gibt es nicht mehr“, sagt Bernd Schlawert. Gutenberg stehe eng mit Martin Luther in Verbindung. „Er hat den Druck erfunden, Luther mit der Übersetzung der Bibel die Erfindung verbreitet.“ Die Bibel sei noch heute, eines der am meisten gelesenen, übersetzen und gedruckten Bücher der Welt. „Daher drucken wir heute an der Presse Auszüge aus der Bibel.“

Perleberg startet ins Reformationsjahr

Neben zahlreichen Informationen vor Ort gab es zudem Materialien zum Mitnehmen oder zur Verwendung für den Unterricht. Die gesamte Veranstaltung und das Infomaterial waren kostenlos und durch Spenden finanziert.

Als Mitgliedsstadt der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg beteiligt sich Perleberg in einem Verbundprojekt mit dem Titel „Reformation findet Stadt“ am Kulturlandthema dieses Jahres: „Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“. Das Perleberger Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt beleuchtet unter dem Motto „Religionen – Reformation – Räume“ die städtebaulichen Veränderungen, die die Einführung der Reformation nach sich zog. Unabhängig von Glauben oder atheistischem Bekenntnis sollen zudem für Einheimische und Gäste Informationen über die gesellschaftlichen Umbrüche, zum Beispiel im Bildungswesen, in den Bereichen Musik, Literatur und Sprache aufbereitet werden, an dem sich ein Kooperationsverbund zwischen Kirchkreis Prignitz, Vereinen und städtischen Institutionen beteiligt.

„Die beiden jugendpädagogischen Tage sind der Auftakt der Perleberger Veranstaltungsreihe zum diesjährigen Reformationsjubiläum“, sagt Martina Hennies, die Initiatorin der Veranstaltung und verantwortliche Projektkoordinatorin des Kulturlandbeteiligungsbeitrages der Stadt Perleberg. „Durch einen interessanten Fernsehbeitrag sind wir auf diese tolle Aktion von Herrn Schlawer aufmerksam geworden und haben daraufhin näher Kontakt geknüpft.“ Zu danken sei etlichen freiwilligen Helfern in beiden Prignitzstädten, die für die Vor- und Nachbereitung sorgten, betonte Martina Hennies.

Von Marcus J. Pfeiffer

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