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Prignitz Zeitzeugen berichten vom Kriegsende
Lokales Prignitz Zeitzeugen berichten vom Kriegsende
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02:17 04.12.2015
Kinofilm und Katastrophe: So sieht das Titelblatt des neuen Heimatheftes aus. Quelle: Foto: Beate Vogel
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Pritzwalk

Heft 16 der Pritzwalker Heimatblätter ist fertig: Die 130-seitige Sammlung wird ab der kommenden Woche zu haben sein. Gestern stellten Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte, und Katja Rosenbaum, Leiterin des Stadt- und Brauereimuseums, die neue Ausgabe vor. Ereignisse, Personen und Denkmale sind diesmal die Themen, erklärte Wolfgang Simon. Wie bei den vergangenen eften haben auch diesmal viele Mitglieder der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung sowie Zeitzeugen an den Beiträgen mitgeschrieben oder sie ganz verfasst.

Unter der Überschrift „Ereignisse“ wird vor allem das Kriegsende vor 70 Jahren beleuchtet. „Es war uns wichtig, mit Zeitzeugen zu sprechen“, so der Vereinsvorsitzende. Denn wer weiß, wie lange das so noch möglich sei. Die Interviewpartner aus Pritz-walk und der Umgebung, mit denen die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Geschichte am Pritzwalker Goethe-Gymnasium, Katja Rosenbaum oder Wolfgang Simon sprachen, seien 80 bis 90 Jahre alt gewesen. „Sie alle leben noch“, so Simon.

Parallel zu den sehr persönlichen Geschichten haben die Herausgeber in den Archiven recherchiert und versucht, die Erlebnisse zu verifizieren. „Da gab es einiges zu entdecken“, berichtete die Museumsleiterin. Begonnen wird in diesem Kapitel – eigentlich schon auf dem Titelblatt – mit dem Explosionsunglück auf dem Pritzwalker Bahnhof. Das Deckblatt zeigt das alte Filmplakat zu dem Streifen „Es fing so harmlos an“, der im April 1945 im Kino gezeigt wurde. Wie ein böses Omen scheint der Titel heute, weil während der Vorführung der Munitionszug auf dem Bahnhof explodierte und das ganze Viertel zerstört wurde.

Auch die Flüchtlingsströme, die in mehreren Etappen in die Dömnitzstadt kamen, werden in diesem Kapitel geschildert: „Von Januar bis März 1945 waren es Menschen, die vor der Roten Armee flohen, später auch solche aus den zerbombten Großstädten.“ Anfang Juni 1945 hatte Pritzwalk 7196 Einwohner, hinzu kamen 3400 Flüchtlinge. „Es ist beeindruckend, wenn man liest, wie die Zeitzeugen als Flüchtlinge herkamen und wie sie zurechtgekommen sind“, beschreibt Simon die Berichte. Zumal die Stadt teils zerstört und die Versorgung schlecht war. Eine Bleistiftzeichnung von Konrad Schumacher zeigt ein Flüchtlingskind – ein kleines Mädchen im Jahr 1945. „Die Dame lebt heute in Schönhagen“, weiß der Vereinsvorsitzende.

Personen und Persönlichkeiten finden sich im zweiten Kapitel des Heftes: Hier findet der Leser Beiträge zum Beispiel über die einst berühmte Schauspielerin Marianne Hoppe, die in Felsenhagen (heute Gemeinde Kümmernitztal) lebte, über den Schulrektor Otto Meister, der 1941 einen „Tätigkeitsbericht“ an den damaligen Pritzwalker Bürgermeister verfasste, oder Situationsbeschreibungen der Pfarrer im damaligen Kirchenkreis kurz vor der Wende. „Sie wurden ja als Gegner des Systems eingestuft, das war nicht ganz ungefährlich, was manche da taten“, sagte Wolfgang Simon.

Im Kapitel Denkmale beschreiben die Autoren, zu denen eine Reihe von Vereinsmitgliedern gehört, unter anderem Kriegerdenkmale in 17 Orten im Altkreis Pritzwalk. Auch Naturdenkmale – etwa eine seltene gelbblühende Rosskastanie oder die Zappel-Pappel von Giesensdorf – findet der Leser. Sogar ein bis heute ungeklärter Krimi aus dem Jahre 1925 steht im Heft: „Schüsse in Langnow“ heißt der Tatsachenbericht. Ein Bauer war unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Der Ortsteil Wilmersdorf bildet den Auftakt zu einer Reihe von Dorfporträts, die in den Heimatheften erscheinen sollen – „mit den charakteristischen Eigenheiten und der jeweiligen Geschichte“, so Katja Rosenbaum. In dem Beitrag „Der Brocken unter Pritzwalk“ schildert die MAZ-Autorin Claudia Bihler, was es mit der Pritzwalk-Anomalie auf sich hat, von der manche Geologen vermuten, dass es sich um einen alten Vulkan handelt.

Um archäologische Funde und einen Ausblick in die Zukunft schließlich geht es im Kapitel „Aus dem Museumsleben“. Nicht nur hölzerne Wasserleitungen, Grabungen und eine historische Karte werden erklärt und beschrieben. Die junge Autorin Dörte Grimm hat sich mit der Geschichte von Räuber Heine Klemens befasst. Wenn die Pritzwalker bereit sind, eine kleine Spende beizutragen, kann das Stadt- und Brauereimuseum laut Katja Rosenbaum eine hübsche Holzfigur vom Räuber erwerben, die der Schnitzer Heinz Grabow angefertigt hat.

Etwa alle zwei Jahre gibt die Gesellschaft für Heimatgeschichte ein neues Heft der Heimatblätter heraus. Ab der kommenden Woche soll das Heft 16 in der Buchhandlung Steffen und im Stadt- und Brauereimuseum in Pritzwalk erhältlich sein, kündigte Wolfgang Simon an. Der Preis beträgt 9,95 Euro.

Von Beate Vogel

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