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Prignitz Zu Besuch auf der Burg
Lokales Prignitz Zu Besuch auf der Burg
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16:09 26.08.2017
Das Gebäude scheint förmlich mit der Natur zu verschmelzen. Quelle: Fariba Nilchian
Stavenow

Autofahrer müssen genau aufpassen, wenn sie den Abzweig zur Burg Stavenow am Rande des gleichnamigen Prignitzer Dorfes nicht verpassen wollen. Nur ein kleines Holzschild weist an der Dorfstraße auf das abgelegene Gebäude hin, das sich hinter mächtigen alten Bäumen verbirgt. Wo Gäste jahrhundertelang einen Burggraben überqueren mussten, empfängt das ehrwürdige Gemäuer seine Besucher heute über eine lange Auffahrt – die Leute wohlgemerkt, die es gefunden haben.

Die heutige Burgbesitzerin Okka de Wall hat die Burg am Rande des Biosphärenreservats im Jahr 1991 entdeckt. In der Umbruchphase kurz nach dem Mauerfall hat sie sich mit ihrem Lebenspartner auf die Suche nach einem neuen Zuhause gemacht. Sie bereisten Osteuropa, aber auch die neuen Bundesländer, bis hin nach Bulgarien. Doch „die politische Situation hat uns dort nicht gefallen“, erinnert sich Okka de Wall. „In der Prignitz war es einfach wunderschön und die Mentalität der Menschen war uns näher. Die bewaldete Landschaft, ja sogar das Wetter hat uns gefallen. Damals wie heute.“

Fasziniert von dem herrlichen Grundstück

Als sie bei ihrer Haussuche auf die Burg Stavenow stießen, waren sie von dem massiven Gemäuer mit seinem herrlichen Grundstück sofort fasziniert. Doch der Kauf sollte sich wegen der unklaren Eigentumsverhältnisse noch sieben Jahre verzögern – in Anbetracht der 650-jährigen Geschichte der Burg eine kurze Zeitspanne.

Eine Treppe wie aus einem Märchen. Quelle: Fariba Nilchian

Das ehrwürdige Gemäuer hat seit seiner ersten Erwähnung im Jahre 1356 viele bedeutende Familien kommen und gehen sehen. Die von Stavenow und von Quitzow haben hier lange Jahre ihren Sitz gehabt und sich erbittert gegen den Einfluss der Hohenzollern gewehrt. „Ursprünglich waren Burgen einfach nur feste, schwer einzunehmende Steinhäuser, mit wenigen Fenstern und Türen“, erklärt Okka de Wall, „das konnte sich damals nur der Adel leisten.“

Das wehrhafte Haus an der Löcknitz, bei seiner Erbauung noch Burg Stavenow genannt, wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ­­aus- und umgebaut. Es verlor mit der Zeit seine wehrhafte Bestimmung und wurde mit den zahlreichen baulichen Veränderungen von der „Burg“ zum „Schloss“ Stavenow.

Nach Ende des Krieges fiel der größte Teil des prächtigen u-förmigen Bauwerks einer Brandstiftung zum Opfer, nur die Keller und zwei Stockwerke der ursprünglichen Burg sind erhalten geblieben.

Der Burggraben wurde in den sechziger Jahren mit dem Aushub der Plattenbauten aus Karstädt aufgefüllt. Doch all die Veränderungen haben dem Gebäude nicht seinen ursprünglichen Charakter nehmen können.

Die Burgauffahrt. Quelle: Fariba Nilchian

In der DDR wurde die Burg, beziehungsweise das Schloss, wie es zu dieser Zeit genannt wurde, als Kinderferienlager und als Ausbildungsstätte für die Forstwirtschaft genutzt. Nach dem Fall der Mauer folgten neun Jahre Leerstand, bis die heutigen „Burgherren“ das Gebäude im Jahr 1998 übernahmen und in „zwei strammen Baujahren“ zu einem Gästebetrieb umbauten.

Fledermäuse hatten sich im Keller angesiedelt

Der Denkmalschutz war unproblematisch. „Sie wollten die historischen Dinge erhalten und wir wollten nichts davon zerstören“, so die Bauherrin de Wall, „aber der Naturschutz hat kurz vor Baubeginn das ganze Vorhaben noch fast zum Scheitern gebracht.“

Im Keller des offenen, baufälligen Gebäudes hatten sich in den Jahren des ­Leerstandes Fledermäuse angesiedelt. Der Einbau von Heizung und Wasserleitungen sollte im Keller aus Gründen des Artenschutzes untersagt werden. Nur mühsam konnte sich die Bauherrin mit der Behörde auf einen Kompromiss einigen und 1999 den Umbau beginnen.

Ein idealer Ort zum Ausspannen. Quelle: Fariba Nilchian

Heute befinden sich hinter den dicken Mauern der Burg in erster Linie Großstädter auf der Suche nach Ruhe und Entspannung. In der Burg gibt es ganz bewusst weder Fernseher noch Radios.

Ohne Internet wäre vieles schwieriger gewesen

Nur auf W-LAN können weder die berufstätigen Besucher noch die Burgbetreiberin verzichten. „Ohne Internet wäre hier alles sehr viel schwieriger gewesen“, so Okka de Wall. „Heute sind wir hier ungestört, aber nicht von der Welt abgeschlossen.“

So kann das moderne Burgfräulein die Geborgenheit des alten Gemäuers auch nach vielen Jahre noch sehr genießen. „Wenn es gewittert, stehe ich am Fenster und denke, diese Mauern haben schon so viel ausgehalten.“

Appartements und Ferienhäuser

Der Gästebetrieb in der Burg Stavenow vermietet ganzjährig sieben Appartements und zwei Ferienhäuser.

Die restaurierte Burg ist im Biosphärenreservat Brandenburgische Elbtalaue direkt an dem Fluss Löcknitz gelegen. Auf dem Grundstück gibt es einen Badeteich und eine Bouleplatz. In der Burg können eine Sauna und der Billardtisch genutzt werden. Die Burggeister stellen auf Wunsch auch Verpflegung zur Verfügung. Das Erdgeschoss kann mit Rittersaal, Wintergarten und Billardzimmer für Feiern oder Seminare gemietet werden.

Kontakt unter Telefon 038797/5 91 33 oder per Mail: info@burg-stavenow.de

Von Fariba Nilchian

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