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Zu Besuch bei Detlef Glöde in Blumenthal

Künstler der Ostprignitz Zu Besuch bei Detlef Glöde in Blumenthal

Mit Bleistift und Block streift der Maler Detlef Glöde aus Blumenthal durch seine Heimatregion und hält die Motive als Malvorlage fest. Detailgetreu komponiert er seine Bilder. Doch zum Jahresanfang wird er immer besonders kreativ und experimentierfreudig – er wählt neue Themen, Techniken und Formate aus.

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Zeit für Experimente: Detlef Glöde malt derzeit das erste Bild vom Zyklus „Wolkenformationen“.

Quelle: Christamaria Ruch

Blumenthal. Detlef Glöde bricht aus seinem Maleralltag aus. Immer Anfang des Jahres wird die freischaffende Arbeit für ihn zum Alltag. „Das ist die schönste Zeit für mich, dann bin ich sehr kreativ und probiere vieles aus“, sagt der 57-Jährige aus Blumenthal. Nebenbei greift er wieder zum Pinsel, taucht ihn in die Acrylfarbe und streicht großflächig und großzügig über die Leinwand.

Seine Experimente mit Pinsel, Farbe und Leinwand sind dennoch von langer Hand geplant. „Die Wolken hatte ich mir schon ewig vorgenommen“, sagt der Kunstmaler. Damit meint er den Zyklus „Wolkenformation“, von dem derzeit der erste Teil entsteht. „Dieses Thema löst einen Sog in mir aus und ich werde bestimmt noch zehn weitere Motive malen.“ Nebenbei zeigt er die Vorlage für sein großflächiges Bild. Glöde fing die Wolkengebilde vor seiner Haustür mit der Kamera ein. „Das glaubt einem kaum jemand, dass hier solche Wolken und solche Kontraste am Himmel zu finden sind.“

Experimente mit Pinsel und Farbe

Grau und düster springt der Himmel dem Betrachter entgegen, doch mittendrin reißt die Wolkendecke auf und lässt den strahlend blauen Himmel frei. Weiter unten sind die Sonnenstrahlen zu erahnen, während sich an anderer Stelle Wolken kräuseln. Detailgetreu bannt er die Vorlage auf die ein Quadratmeter große Leinwand. Das Format ist für solche Motive eher ungewöhnlich, räumt Glöde ein. „Man erwartet ein breites Format, auf dem auch noch der Horizont zu sehen ist.“

Großes Format

Großes Format: Bilderzyklus „Theater des Lebens.

Quelle: Christamaria Ruch

Das eigene Fotoerlebnis gab den Impuls für das Acrylbild. „Technisch ergeben sich viele Dinge daraus“, sagt er. Und zeigt auf den unteren Bildteil. „Eigentlich war dort ein Fehler, doch den habe ich genutzt und ausgebaut.“ Herausgekommen sind die angedeuteten Sonnenstrahlen, die für zusätzliche Atmosphäre sorgen. „Beim Malen komponiere ich sozusagen ein Thema, denn die Vorlage wird dabei um weitere Elemente erweitert.“ Mit den breiten und großen Pinseln bedeckt er zügig die vormals weiße Wand. „Wenn ich mit Acryl male, ist ein gröberer Strich möglich“, sagt er. Um dabei richtig ausholen zu können, verlässt er seinen Malerstuhl und holt im Stehen weiter aus. Dieser Freiraum kommt dem Zyklus „Wolkenformation“ emotional sehr nahe. „Das alles ist immer eine Herausforderung“, umschreibt er die kreative und schöpferische Phase zum Jahresanfang. Im Hintergrund wummert harte Bassmusik aus den Boxen – auch das ist Teil des Plans. „Ich brauche die Musik beim Malen, die setzt etwas in mir frei.“

Detlef Glöde ging 2005 in die Selbstständigkeit

Im Mai 2005 ging Detlef Glöde den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Glöde ist trotz wachsendem Erfolg bodenständig und bescheiden. Bei den Motiven schöpft er immer wieder aus dem Vollen. Sein Themenfeld der Öl- oder Acrylmalerei ist weit bestellt. Heimat- und Historienmalerei, Illustrationen, Bilderrestaurierung oder der Mal- und Zeichenunterricht. Mit diesen Standbeinen hat er sich einen Namen gemacht. Wer durch sein Atelier „Bergfriede“ geht, entdeckt in Detlef Glödes Werk vor allem die gegenständliche Malerei. Dabei hält er sich an die Originale in der Natur und hält alles bis hin zum kleinsten Detail fest. „Unter Künstlerkollegen haben Maler mit gegenständlicher Malerei einen schweren Stand.“ Doch davon lässt er sich nicht beirren: „Ich habe schon früh diesen Stil für mich entdeckt und von der Pike auf erlernt.“

Detlef Glöde

Detlef Glöde entwickelte schon als Schüler im Wittstocker Volkskunst-Mal- und Zeichenzirkel Talent. Später folgten Kurse beim Kunstmaler Bruno Ramin in Blumenthal, Workshops über das Kulturministerium in Potsdam und der Neuen Kunstschule in Zürich.

Detlef Glöde pflegt den Kontakt zu Künstlerkollegen. Dabei erinnert er sich an seinen großen Mentor Bruno Ramin. „Ich habe sehr viel von ihm gelernt und möchte das ebenso an andere weiter geben.“ Er engagiert sich seit sieben Jahren als Mentor bei der deutschen Lebenshilfe Dahmshöher Art bei Fürstenberg.


Beim Atelierbesuch ist Malschülerin Ingrid Hirschfeld aus Brunne bei Fehrbellin zu Gast und unternimmt Skizzenstudien. „Ich habe gezielt nach einer Unterrichtsmöglichkeit gesucht und die Tage des offenen Ateliers dafür genutzt“, sagt Hirschfeld. So lernte sie Glöde kennen und malt seit Oktober vorigen Jahres bei ihm.

Tage des offenen Ateliers: Am Wochenende 7. und 8. Mai öffnet Detlef Glöde zum 11. Mal im Rahmen der landesweiten Aktion sein Atelier und Galerie am Pötterberg 4 in Blumenthal. Dabei präsentiert er wie gewohnt auch mehrere Gastkünstler.

Seit einigen Jahren setzt der Maler auch neue Akzente. In seinem philosophischen Bilderzyklus „Theater des Lebens“ verarbeitet er persönliche Lebensumstände. Seine Landschaftsbilder greifen heimatbezogene Motive auf. „Die Bilder sprechen eine andere Sprache, wenn ich einen Bezug dazu habe; das sieht man ihnen auch an.“ Um dieses Gefühl in Farbe umzusetzen, hält er die Szenen zunächst auf einer Skizze vor Ort fest. Die Stimmung eines Bildes entsteht beim Malen. „Das sind immer Sehnsuchtsstimmungen.“

Von Christamaria Ruch

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