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Zu wenig Platz für hohe Windräder

Zwischen Plattenburg und Schrepkow Zu wenig Platz für hohe Windräder

Fünf Windkraftanlagen von bis zu 200 Metern Höhe will der Betreiber des Windparks Kletzke (Plattenburg) errichten lassen. Während der Mindestabstand zur Wohnbebauung auf Plattenburger Gebiet mit 750 Metern gerade so eingehalten wird, kommen die Windmühlen dem benachbarten Schrepkow bis auf 600 Meter nah.

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Die Firma Denker und Wulf hat bereits den Windpark Schrepkow gebaut. Jetzt soll ein weiterer bei Kletzke entstehen.

Quelle: Andreas König

Kletzke. Bis zu fünf 200 Meter hohe Winkraftanlagen sollen im Windpark Kletzke (Gemeinde Plattenburg) entstehen. So zumindest sehen die Pläne des Betreibers, der Firma Denker und Wulf aus dem schleswig-holsteinischen Sehestedt, es vor. Mit dem Vorentwurf eines Bebauungsplans befassten sich am Mittwoch die Gemeindevertreter von Plattenburg. Das Einwohnerinteresse war ungewöhnlich groß. Etwa 40 Bürger wohnten der Zusammenkunft bei, vor allem um zu erfahren, wie das Verfahren ablaufen soll und welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben, ihre Interessen zu wahren.

Windige Regelungen

Der Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung ist im Regionalplan Windenergienutzung der regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel geregelt.

Im noch gültigen Dokument aus dem Jahr 2003 müssen mindestens 500 Meter zwischen Wohnhäusern und Windrädern liegen.

Dieser Wert gilt inzwischen als überholt, zumal die Windkraftanlagen ­neueren Typs fast alle weitaus höher sind als die ersten ihrer Art. Betrug deren Höhe meist 100 Meter, sind heute 150 und 200 Meter keine Seltenheit mehr.

Mit einem Abstand von 750 Metern zur Wohnbebauung bei einer Windradhöhe von 200 Metern ist der Windpark in den Grenzen des immissionsschutzrechtlich gerade noch Zulässigen konzipiert. „Zur Wohnbebauung der Gemeinde Plattenburg halten wir den Mindestabstand ein“, sagt der Plattenburger Bauamtsleiter Martin Nagel. Anders sieht es hingegen mit dem benachbarten Ort Schrepkow (Gemeinde Gumtow) aus. Die dortige Wohnbebauung würde nicht mehr 750 Meter von den neuen Windrädern entfernt liegen, wenn die Pläne umgesetzt würden. Während im Bebauungsplan-Vorentwurf für die Plattenburger Wohnhäuser ein Mindestabstand von 750 Metern vorgesehen war, fehlte diese Einschränkung in Bezug auf Schrepkow. „Die Gemeinde Gumtow als Träger öffentlicher Belange muss ihre Bedenken dann während der Auslegungsfrist geltend machen“, sagte Martin Nagel. Auf Antrag von Rainer Schneewolf (Bündnis 90(/Die Grünen) wurde in den Entwurf formuliert, dass maximal fünf Anlagen gebaut werden dürfen, deren Höhe 200 Meter nicht übersteigen darf und ihr Abstand zur Wohnbebauung unabhängig von der Gemeindezugehörigkeit mindestens 750 Meter betragen soll.

Dennoch dürfte es schwer werden, die widerstreitenden Interessen unter einen Hut zu bekommen. Laut Bauamtsleiter Martin Nagel beträgt die Fläche des geplanten Windparks 104 Hektar. Unter den im Vorentwurf festgehaltenen Bedingungen ist es schwierig, die Anlagen so zwischen Kletzke und Schrepkow zu planen, dass die Mindestabstände und Höchstanzahl eingehalten werden. „Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass entweder niedrigere Anlagen gebaut werden müssen, oder ihre Zahl reduziert werden muss“, sagte Rainer Schneewolf. Solche Einwendungen können Träger öffentlicher Belange wie auch Einwohner während der Auslegung des Vorentwurfs geltend machen. Voraussichtlich ab 1. Februar soll das Dokument in der Gemeindeverwaltung Plattenburg ausgelegt werden.

Unterdessen tun sich beim zweiten Windpark auf Plattenburger Gebiet, dem in Kleinow, weitere Hürden auf. An einem Kleingewässer in Kleinow hatte bis vor zwei Jahren noch eine geschützte Rohrweihe gebrütet. Der Landbesitzer hatte einen Teil des Gewässers zuschieben lassen, woraufhin der Greifvogel das Gebiet zunächst verlassen hat. Das Auftreten einer geschützten Art hat in anderen Fällen zu strengen Auflagen für die Verantwortlichen geführt. Im Fall von Kleinow soll laut Bauamtsleiter Nagel die Rohrweihe umgesiedelt werden, indem ihr ein neues Gewässer mit Schilfgürtel als Ausweichbiotop angeboten wird.

Von Andreas König

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