Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Zünder sollten nach 144 Stunden auslösen

Nach Bombensprengung in Breese Zünder sollten nach 144 Stunden auslösen

Solch eine Häufung von Blindgängern wie in Breese hat selbst Munitionsexperte Gerd Fleischhauer noch nicht erlebt. Das Gefährliche. Alle zwölf Bomben waren mit Zeitzündern versehen und sollten eigentlich 144 Stunden nach Abwurf detonieren. Bis zur Sprengung lagen sie 70 Jahre im Boden. Aber in der Nachbarschaft könnte noch mehr Gefahr von Blindgängern drohen.

Voriger Artikel
Prignitz und Altmark einst eng verbunden
Nächster Artikel
Verkehrsader wird ein Jahr zur Baustelle

Zwölf Fliegerbomben wurden in Breese gesprengt.

Quelle: Andreas König

Breese. Eine Wallfahrtsstätte für Neugierige und Militariafans aller Art dürfte die Räumstelle bei Breese nicht werden. Nach der spektakulären Sprengung von zwölf Fliegerbomben am Donnerstagnachmittag strichen zwar schon einige Neugierige um die Stelle herum, doch war die Angst vor potenziell munitionsverseuchtem Gelände größer. Zu Recht, doch ist die Spontan-Explosion nur eine von mehreren Gefahren, die auf dem Gelände lauern.

Detonationen pressten Grundwasser aus zwei Metern Tiefe empor

Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei stellte nach der Kontrolle des Terrains zwar fest, dass „für diesen Abschnitt die Freigabe erteilt werden kann“, doch haben die heftigen Detonationen das Grundwasser aus etwa zwei Metern Tiefe an die Oberfläche gepresst. Der Druck muss so stark gewesen sein, dass Wasserfontänen aus vielen der 8600 Bohrlöcher schossen, die zu Sondierungszwecken in den Boden niedergebracht worden waren. In manchen der Trichter, die von den gesprengten Bomben in den weichen Sandboden gerissen wurden, stand das Wasser etwa einen Meter hoch. Die Kraterränder sind extrem porös, Erd­abrutschungen sind genau so eine Bedrohung wie das Versinken im feinporigen Schlamm und Sand.

Größere Gefahr droht abseits der Schneise

Die weitaus größere Gefahr geht allerdings von weiteren Blindgängern aus, die sich möglicherweise im Boden abseits der jetzt geschlagenen Schneise befinden. „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass noch weitere Bomben im Boden liegen“, sagte Fleischhauer. Die jetzt gefundenen Bomben waren sämtlich mit Zeitzündern ausgerüstet. „Damals setzten die Amerikaner chemische Zeitzünder ein“, sagte der erfahrene Feuerwerker. Die bestanden meist aus Aceton und Zelluloid. „Das Aceton begann schon während des Abwurfs, die unterschiedlich dicken Zelluloidplättchen zu zersetzen. Nach längstens 144 Stunden sollte sich ein Schlagbolzen lösen und die Detonation auslösen.“

Bomben schlummerten 70 Jahre im Boden

Chemisch-mechanische Zeitzünder sind zwar dafür bekannt, dass sie häufiger nicht auslösten und Blindgänger hinterließen, aber in der Häufung wie in Breese ist das selbst einem so erfahrenen Feuerwerker wie Gerd Fleischhauer noch nicht vorgekommen. „Solche Zünder können theoretisch jederzeit auslösen. Jetzt lagen sie 70 Jahre lang bei relativ konstanter Temperatur im Boden. „Wenn man dort im Hochsommer baggert, kann das schon reichen.“ Daher sei es dringend geboten, über den weiteren Ablauf der Deichbauarbeiten zu beraten. Zwar ist die eigentliche Trasse garantiert bombenfrei, aber was links und rechts davon im Boden liegt, könnte gefährlich sein.

Von Andreas König

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg