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Zum zehnten Mal Orgelnacht

Lenzen Zum zehnten Mal Orgelnacht

Es war ein außergewöhnlicher Musikgenuss. Vier Könner boten bei der zehnten Orgelnacht in Lenzen Variationen und Improvisationen. Damit begeisterten Matthias Bensch aus Havelberg, Kreiskantor Johannes Wauer aus Wittenberge, Jonas Wilfert aus Berlin und Jan Kukureit aus Dannenberg ihr Publikum.

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Begeisterten bei der 10. Lenzener Orgelnacht die Zuhörer: Matthias Bensch aus Havelberg, Kreiskantor Johannes Wauer aus Wittenberge, Jonas Wilfert aus Berlin und Jan Kukureit aus Dannenberg (v. l. n. r.).

Quelle: Foto: Kerstin Beck

Lenzen. Knapp 250 Jahre sind nach ihrem Einbau vergangen und genau zehn Jahre seit ihrer umfassenden Restaurierung. Nun gab es am vergangenen Samstagabend ein besonderes Musikerlebnis: Die 10. Orgelnacht, bei der aller guten Dinge vier waren: Vier Interpreten waren gekommen, um das altehrwürdige Instrument nahezu drei Stunden hindurch zum Klingen zu bringen.

Natürlich hatte sich der zuerst Auftretende, der Havelberger Kantor Matthias Bensch, am Nachmittag eingespielt und meinte zu dem Instrument: „Es macht sehr viel Spaß, darauf zu spielen!“ Kreiskantor Johannes Wauer musste sich trotz aller Freude erst an das Instrument gewöhnen: „Ich spiele ja in Wittenberge auf einer elektrischen Orgel, für mich ist das immer wieder eine Umstellung.“ Wobei der Auftritt für den Wittenberger Orgelmusiker noch aus einer anderen Perspektive etwas besonders war: Er ist hier das zehnte Mal dabei und wäre die Orgelnacht bis nach Mitternacht ausgedehnt worden, hätte der Kirchenmusiker sogar noch in seinen 65. Geburtstag hineingespielt.

Spaß beim Spiel auf der „alten knackigen Dame“

Jan Kukureit, der seit vier Jahren in Dannenberg als Kantor arbeitet, zeigte sich von der historischen Scholtze-Orgel besonders begeistert: „Es ist spannend, hier zu spielen, denn hier muss man mit einem ganz anderen Anschlag arbeiten. Das hier ist so eine richtige ’alte knackige Dame’!“

Und was die „fitte Dame“ drauf hatte, zeigte Jonas Wilfert aus Berlin. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die mit Barock- und Romantik-Melodien etwa von Nicolaus Bruhns, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Ludwig Krebs oder Carl Michael Meineke glänzten, gab es bei ihm etwas Ungewohntes: Der erst 26-Jährige und in Berlin-Wedding angestellte Kirchenmusiker begeisterte nicht mit einem festen Repertoire, sondern mit Improvisationen. Da gab es eine Choralfantasie nach einem Wunsch aus dem Publikum mit verschieden ausgedrückten Gefühlen. Beim „Thema und Variationen über ein Kinderlied“ und dazu dem von den Gästen gewünschten „Der Kuckuck und der Esel“ schaffte es der gebürtige Sachse, spontan gleich zehn verschiedene Modulationen zu Gehör zu bringen. Das andere gewünschte Kinderlied: „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen?“ gab es dann auch noch, und zwar als „Abendmeditation“. Die Zuhörer honorierten die Kunst mit einem fast nicht enden wollenden Applaus. Und einer Einschätzung konnte sich wohl die Mehrzahl der Gäste anschließen: „So etwas Tolles haben wir noch nie gehört!“

Die Zuhörer aus der Prignitz und dem nahen sowie fernen Umland können sich schon jetzt freuen: Michael Meineke lädt zur nächsten Orgelnacht ein.

Von Kerstin Beck

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