Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Zwei DJs im Ruhestand

Könkendorf Zwei DJs im Ruhestand

Die Preise für Partybeschallung sind im Keller, Jürgen Blumenthal und Roland Jelsch haben die 50er-Marke überschritten, und wollen den Jüngeren das Feld überlassen. Zusammen mit Jens Burmeister haben sie jahrelang als „Phönix 2000“ in der Region die Partys musikalisch aufgemischt.

Voriger Artikel
Stadt soll Kran noch drei Jahre betreiben
Nächster Artikel
Dauerausstellung zur Dorfgeschichte geplant

Jürgen Blumenthal (Musik) und Roland Jelsch (Beleuchtung) . Jens Burmeister ergänzte das Duo zum Party-Trio „Phönix 2000“.

Quelle: Claudia Bihler

Könkendorf. In der Partygarage stehen nach wie vor die großen Lautsprecher. Und auch ansonsten ist die Musikanlage von Roland Jelsch und Jürgen Blumenthal zwar nicht mehr vollständig auf dem neusten Stand. Moderne Technik wie die Musikbibliothek auf dem Notebook ist an den beiden gestandenen DJs nicht spurlos vorbeigegangen: Mischpult, Endstufe, CD-Player sorgen nach wie vor für einen bemerkenswerten Sound. Dennoch: Die beiden Könkendorfer DJs sind erklärtermaßen im Ruhestand, auch, wenn sie hier und dort Freunden und Bekannten den Gefallen noch einmal tun, für eine gelungene Party zu sorgen.

„Die Preise, die heute für einen Abend gezahlt werden, sind einfach so niedrig, dass wir uns zwei Mal überlegen, ob wir unsere gesamte Technik hier heraus schleppen, zum Veranstaltungsort bringen, dort auf- und nach der Party wieder abbauen“, sagt Roland Jelsch, „in unserem Alter überlegt man sich das zwei Mal. ob man sich diesen Stress antut.“ Zudem hätten die früheren Partys auch viel früher begonnen: „Damals war um 24 Uhr Schluss, heute gehen die Veranstaltungen erst um 23 Uhr los und dauern bis vier Uhr in der Früh. Das ist nichts mehr für uns“, sagt Jelsch schmunzelnd.

Die beiden waren in der Region durchaus einmal berühmt – und wohl auch ein wenig berüchtigt, wenn es um Partygestaltung ging. Ursprünglich waren sie einmal ein Trio: Jans Burmeister gehörte mit dazu, sorgte für den richtigen Sound, Blumenthal legte auf, derweil die Beleuchtung mit Stroboskop, Nebelmaschine und einer vier Meter breiten Lichtleiste von Jelsch abgestimmt wurde.

Schon ab der achten Klasse beschallten sie schon während ihrer Schulzeit auch Dorfpartys – damals freilich noch in der näheren Umgegend. Später sorgte das dynamische Trio als „Phönix 2000“ für Musik bei Feten zwischen Altenhof und Ackerfelde, von Kyritz bis Freyenstein und natürlich auch im Pritzwalker Raum.

Kuss von Andrea Berg, Konzert mit Jürgen Drews

„Unsere Musik haben wir vom Radio aufgenommen“, sagt Blumenthal, „beim Sender DT 64 konnte man mit dem Kassettenrekorder besonders gut mitschneiden.“ Später kamen dann die CDs dazu, von denen Jürgen Blumenthal nach wie vor ein paar riesige Koffer sein Eigen nennt. Jelsch: „Er hat da ein ganz eigenes Ordnungssystem, das ich auch nie ganz verstanden habe.“ Geschichten gibt es viele, an die die beiden sich zurückerinnern: Mal gingen bei der „Reise nach Jerusalem“ gleich vier Stühle in einem Durchgang zu Bruch, mal wurden sie mit ihrem Party-Trabi von der Polizei gestoppt – der Trabi samt seinem Anhänger, auf dem die gesamte Anlage von Phönix 2000 stand, musste bei einem Bauern zwischen geparkt werden – fahren war unmöglich. Dorfschlägereien gab es bei den Partys nicht wenige, erinnern sich die beiden heute: „Aber das gehörte eben einfach dazu.“

In Mirow waren sie regelmäßig gern gesehen Gäste. Die Beschallung übernahmen sie auch für einige Stars. „Andrea Berg hat mich mal geküsst“, sagt Blumenthal, und Jelsch meint: „Der absolute Höhepunkt war ein Konzert mit Jürgen Drews.“

Derweil Jens Burmeister inzwischen in Neustrelitz seine Lautsprecher baut, nachdem ihm die Miete in Streckenthin zu teuer geworden ist, arbeiten die beiden Könkendorfer in völlig anderen Branchen. Und sie lassen es heute ruhig angehen: „Die heutige Jugend muss ja auch mal zeigen können, was sie kann.“ Nur manchmal, vor allem wenn es private Anlässe gibt, vibrieren im Könkendorfer Partyraum auch heute noch die Gläser in der Vitrine. Denn die riesige Musikanlage mit ihrem ausgeprägten Basscharakter war ursprünglich nicht für Innenräume gedacht – sondern kam viel häufiger als Openair-Anlage zum Einsatz.

Von Claudia Bihler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg