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Prignitz Zwei mal abgebrannt und wieder aufgebaut
Lokales Prignitz Zwei mal abgebrannt und wieder aufgebaut
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00:17 01.09.2016
Die wertvollen Malereien müssen eventuell konserviert werden. Quelle: Claudia Bihler
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Steffenshagen

Wer die Kirche von Steffenshagen betritt, wird sofort von ihrer Atmosphäre in den Bann gezogen: Die hölzerne Tonnen-Decke mit ihren aufwendigen Malereien fällt ins Auge, und auch der Geruchssinn wird angesprochen: Die Kirche duftet nach frischem Holz und nach Holzöl – schließlich hat die Gemeinde erst kürzlich den gesamten Fußboden unter den Kirchenbänken erneuert.

„Wir haben erst im Jahr 2015 mit der Sanierung und Restaurierung begonnen“, sagt Margit Vogel, Ortsbürgermeisterin von Steffenshagen und Vorsitzende des ebenfalls im Dorf ansässigen Heimatvereins: „Damals wurde zunächst eine Begasung des Kirchengebäudes durchgeführt, um etwaigen Holzwurmbefall zu bekämpfen.“

Seit 1435 ist urkundlich belegt, dass es eine Kirche im Dorf gibt. Wie auch anderswo in der Prignitz blieb auch Steffenshagen lange katholisch: Erst im Jahr 1570 erreichte die Reformation auch das Dorf, das heute auch in kirchlicher Hinsicht zu Pritzwalk gehört, Elf Jahre später gibt es die ersten Sparmaßahmen in kirchlicher Hinsicht: Die Gemeinden von Steffenshagen und Schönhagen werden zusammengelegt. Die Steffenshagener Kirche wird in den darauffolgenden Jahren Tochterkirche zunächst von Schönhagen, dann von Triglitz und von Beveringen. Als 1859 ein Blitz die Kirche trifft, dauert es dennoch nur gut ein Jahr, bis das Gotteshaus wieder aufgebaut wird. Gerade mal 60 Jahre lang können sich die Christen des Dorfes an ihrem neuen Haus freuen, als dieses erneut Opfer eines Feuers wird. Als 1921/1922 die Kirche wieder aufgebaut wird, schaffen die Steffenshagener Fakten und bauen statt einer Fachwerkkirche ein neues Bauwerk - diesmal mit Turm und gemauert aus Stein.

Die Restaurierung der Kirchentür wird von der Sparkassenstiftung unterstützt. Quelle: Claudia Bihler

1922 ist deshalb auch das Jahr, das sich der Steffenshagener Heimatverein als Ziel gesetzt hat: „Zu diesem Zeitpunkt möchten wir mit der Sanierung vollständig fertig sein“, sagt Margit Vogel: „ 100 Jahre nach dem Wiederaufbau.“

Dass sich der Heimatverein auch für die Kirche engagiert, hat einen einfachen Grund: „Wir möchten, dass die Kirche auch künftig ein Ort der Begegnung bleibt.“ Denn die wenigen Gottesdienste, die heute dort gefeiert werden, locken nur wenige Menschen an: „Aber für Konzerte oder Ausstellungen nutzen wir die Kirche gerne“, sagt die Vereinsvorsitzende.

48 000 Euro wurden in der Kirche inzwischen verbaut, ein guter Teil der Summe stammt aus Spenden und aus den Spendeneinnahmen bei diversen Veranstaltungen. Das Dach ist dicht, das Mauerwerk trocken. „Aber das ist noch lange nicht alles, was zu tun ist“, meint Margit Vogel. Derzeit wird die Restaurierung der Kirchentür vorbereitet, allein für diese werden 4000 Euro fällig – in diesem Fall steht aber die Ostdeutsche Sparkassenstiftung dem Heimatverein bei der Finanzierung bei.

Einer der Punkte, die noch auf Erledigung warten, ist die Überarbeitung der wertvollen Deckenausmalung, die in der Region ziemlich einzigartig ist: Der Kirchenmaler Robert Sandfort hatte sowohl das Gewölbe wie die Ausstattung gemalt: Von Hand, ohne Schablone, kein einziges Muster gleicht dem anderen. „Die Malerei ist zwar noch in Ordnung, aber eventuell brauchen sie eine Konservierung“, sagt Margit Vogel. Und auch die Orgel des Potsdamer Orgelbauers Alexander Schuke ist nicht mehr spielbar. Aber über deren Sanierung denkt die Vereinsvorsitzende lieber heute nicht nach: „Die Orgel ist zwar reparaturfähig, aber die Restaurierungskosten werden wohl bei 40 000 bis 60 000 Euro liegen.“

Von Claudia Bihler

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