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Zwischen alt und Jung wächst Freundschaft

Bad Wilsnack Zwischen alt und Jung wächst Freundschaft

Die Senioren im Bad Wilsnacker Awo-Heim „Haus am Wald“ bekommen regelmäßig Besuch von Schülern der Elbtalgrundschule. Das Engagement der Jungen und Mädchen um Religionslehrerin Karina Eckert hat sich ausgezahlt: Für das Projekt „Alt und Jung“ wurde die Schule mit dem Preis der Schütt-Stiftung ausgezeichnet. Künftig wollen alt und jung miteinander gärtnern.

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Ursel Hinz, Tagesbesucherin des Awo-Heims aus Bälow (r.) pflanzte gemeinsam mit den Elbtalgrundschülern Studentenblumen für das geplante Gewächshaus.

Quelle: Andreas König

Bad Wilsnack. Ein Seniorentreff, den ein Junge mit einer Schubkarre betritt? Im Awo-Seniorenzentrum „Haus am Wald“ in Bad Wilsnack kommt so etwas künftig sicher öfter vor. Die Bewohner werden regelmäßig von Schülern der Elbtalgrundschule besucht, die mit ihnen vielerlei Aktivitäten unternehmen. Vor allem das Gärtnern fehlt den Bewohnern und Tagesgästen, und die Kinder lieben es auch Obst und Gemüse anzubauen. Ein ideales Betätigungsfeld, um die Generationen zusammenzubringen.

Stifter waren von der Idee angetan

Von dieser Idee zeigten sich Ute Schütt und ihr Ehemann Helmut Risch sehr angetan. Sie vergaben den Preis „Generationen 2017“ unter anderem an die Elbtal-Grundschule Bad Wilsnack. 3000 Euro kommen der gemeinsamen Arbeit von Schülern und Senioren zugute.

Gewächshaus und Floramobil werden angeschafft

„Ganz oben auf der Wunschliste unserer Senioren stand ein Gewächshaus“, sagte Religionslehrerin Karina Eckert bei der gestrigen Vorstellung des Projektes. Dank der Zuwendung aus Berlin ist es nun möglich, ein solches Folienzelt anzuschaffen. Darin können Schüler und Bewohner ihrem grünen Daumen freien Lauf lassen. Doch nicht nur das. „Einige der älteren Herrschaften können sich nicht mehr bücken oder gar nicht mehr richtig laufen“, sagte die Religionslehrerin. Auf Anregung von Stifterin Ute Schütt soll ein sogenanntes Floramobil angeschafft werden. Dabei handelt es sich um ein transportables Hochbeet, an dem beispielsweise auch Rollstuhlfahrer gärtnern können. „Dieses Floramobil wird übrigen auch wieder von einer Schülerfirma hergestellt“, berichtete Ute Schütt. So schließe sich der Kreis.

Dialog statt „Krieg“ der Generationen

Ute Schütt und Helmut Risch fördern mit der Schütt-Stiftung den „Dialog der Generationen“, wie sie es nennen. „Während früher in der Familien alt und jung ganz selbstverständlich miteinander lebten, und kommunizierten, wird das heutzutage immer seltener“, sagte Ute Schütt. Vielmehr würden die jungen, mittelalten und alten Menschen gegeneinander ausgespielt. „Öfter ist sogar von einem ’Krieg der Genreationen’ die Rede“, sagte Ute Schütt. Solche Positionen würden aber die Gesellschaft nicht voranbringen. „Wir müssen wieder in einen Dialog der Genartionen eintreten“, sagte die Stifterin.

Projekt in Bad Wilsnack war die richtige Wahl

Der Verkauf ihrer und ihres Mannes Anteile an einem Biotech-Unternehmen im Jahr 2008 versetzte sie in die Lage eine Stiftung zu gründen, mit deren Hilfe der Gedanke der „Generationen im Einklang“ gefördert werden kann. An der Ausschreibung des „Generationen-Preises 2017“ beteiligten sich ausschließlich Brandenburger Schulen, obwohl die Unterlagen auch Berliner Bildungseinrichtungen zugegangen waren. „Mit diesem Projekt hier in Bad Wilsnack haben wir die richtige Wahl getroffen“, sagte Ute Schütt. Allein die liebevolle Präsentation des Projekts „Alt und Jung“ gemeinsam mit den Senioren habe allen Beteiligten das Herz aufgehen lassen.

Schüler und Heimbewohner am Pflanztisch

Dieser Eindruck wurde bestätigt, als die Schüler der 4. Klasse mit Schubkarre, Pflanzschalen und -erde und natürlich Blumen ins Gebäude kamen. Rasch war in der Mitte des Raums ein Tisch freigemacht und Schüler wie Senioren gingen mit Feuereifer daran, einige Studentenblumen ins Erdreich zu bringen. Darunter war auch Ursel Hinz aus Bälow, die ihr Lebtag gern im Garten gearbeitet hat, der das nun aber immer schwerer fällt. „Ich freue mich sehr, wenn die Kinder uns besuchen kommen“, sagte sie.

Gemüse soll Speiseplan bereichern

Die Schüler ihrerseits wollen nicht zum Selbstzweck gärtnern. Das Gemüse aus eigenem Anbau soll den Speiseplan im „Haus am Wald“ bereichern. Auch eine gemeinsame Exkursion in den Waldlehrpark in Groß Woltersdorf ist für September geplant. Der Bad Wilsnacker Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann war sichtlich stolz auf seine Elbtalgrundschüler. „Das habt ihr toll gemacht“. lobt er. „Viel Spaß und weiter so.“

Von Andreas König

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