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S-Bahn bleibt auf der Wunschliste

Blankenfelde-Mahlow S-Bahn bleibt auf der Wunschliste

Wer eine S-Bahn will, braucht dafür gute Argumente. Eine Studie bescheinigt Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf weiter Zuwachs bei Bevölkerung und Wirtschaft und damit auch viele potenzielle Fahrgäste. Damit wollen die Bürgermeister bei Infrastrukturministerin Kathrin Schneider werben. Doch es gibt Gegner eines unbegrenzten Wachstums.

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Der Blankenfelde-Mahlower Bürgermeister Ortwin Baier (SPD).

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde-Mahlow. Nur noch wenige Wochen, dann steht fest, ob die S-Bahn nach Rangsdorf in naher oder in ferner Zukunft gebaut wird. Im Dezember will das Land Brandenburg seine Mobilitätsstrategie für die kommenden Jahre vorstellen – der Lückenschluss zwischen Blankenfelde und Rangsdorf ist nur ein Wunsch unter vielen.

Damit dieser Wunsch wahr wird, überreichten die Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf, Ortwin Baier (SPD) und Klaus Rocher (FDP), am Montag gemeinsam mit dem Beigeordneten des Landkreises Teltow-Fläming, Detlef Gärtner (SPD), ein Entwicklungsszenarium für die beiden Gemeinden an Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). Erstellt wurde es vom Berliner Büro Jahn, Mack und Partner, das auch die Erweiterung des Rangsdorfer Gewerbegebiets plant. In dem nun vorgelegten „Entwicklungsszenarium an der Dresdner Bahn“ werden mögliche positive Bevölkerungsentwicklungen und Ansiedlungen von Gewerbe skizziert, die als Argument für einen S-Bahn-Bau dienen.

Kontroverse Diskussion in der Gemeindevertretung

Nachdem die Rangsdorfer Gemeindevertretung diesem bereits Anfang November zugestimmt hatte, gab es nun auch in Blankenfelde-Mahlow ein einstimmiges Okay. Die Diskussion in der Gemeindevertretung verlief durchaus kontrovers, was weniger am Thema lag – alle waren sich einig, dass sie die S-Bahn grundsätzlich wollen –, sondern am Zeitablauf. „Ich hätte darüber gern im Hauptausschuss beraten“, sagte Andrea Hollstein (BB/FDP). Weil der Entwurf innerhalb weniger Monate erarbeitet werden und bis Ende November beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) vorliegen muss, sei laut Bürgermeister Ortwin Baier eine intensive Vorberatung in Ausschüssen und Ortsbeiräten nicht möglich gewesen. „Es geht darum, dass wir mit der S-Bahn im Gespräch bleiben“, sagte er. Ursprünglich hatte das MIL ein integriertes Entwicklungskonzept beider Gemeinden gefordert, doch dessen Erstellung hätte etwa zwei Jahre gedauert. Baier hofft, mit dem nun vorliegenden Entwurf wichtige Argumente für die S-Bahn-Verlängerung geliefert zu haben. Weiter zunehmende Bevölkerung in beiden Orten und weitere wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch den Triebwerkshersteller Rolls-Royce, der den Aufbau eines Technologiecampus’ plant, bedeuten letztlich auch neue Fahrgäste und eine gute Auslastung der S-Bahn.

Potentielle weitere Gewerbeansiedlungen sorgen nicht nur für Zustimmung

Doch gerade das neue Gewerbe bereitet dem Dahlewitzer Ortsbeirat Sorgen, sollen doch mehr als 80 Hektar Wald „umgewandelt“, also gerodet, werden. „Als wir davon gelesen haben, hat es mir die Sprache verschlagen“, sagte Ortsvorsteher Claus Treffkorn (Linke) und appellierte an den Leitsatz von der grünen Gemeinde. Ortwin Baier entgegnete: „Die Gewerbetreibenden stehen dahinter. Und wir wissen auch, wo unsere Steuereinnahmen herkommen.“ Die Zustimmung zu dem Entwicklungsszenarium sei keine Vorentscheidung über neue Gewerbegebiete, beteuerten die Befürworter. „Der Inhalt wird erst interessant, wenn die S-Bahn wirklich kommt“, sagte Dietlind Biesterfeld (SPD). Zu gegebener Zeit solle auch der Dahlewitzer Ortsbeirat zu dem Thema angehört werden.

Matthias Stefke (BVBB-WG) argumentierte als einziger gegen die Vorlage: „Hier wird kurzfristig etwas durchgepeitscht, was unbedingt in einem Ausschuss hätte beraten werden müssen.“ Bevor es zur Abstimmung kam, hatte Stefke den Saal verlassen – wegen eines wichtigen Termins am nächsten Tag, wie er auf Nachfrage sagte.

Von Christian Zielke

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