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Lokales Schiffbruch im Zuschauerraum
Lokales Schiffbruch im Zuschauerraum
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16:30 01.07.2016
Sven O. Winter in seiner Werkstatt in Halle 11. Er macht übriges auch Musik: Zusammen mit drei Lehrern des Mosaikgymnasiums bringt er mit der Band „Wirtschaftswunder“ 50er- Jahre-Musik auf der Bühne. Quelle: Roeske
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Oranienburg

Der Adler wollte nicht mehr. Konnte seine Schwingen nicht richtig bewegen. Nur noch leuchten und eine rauchen. Eine übergroße Requisite aus dem aktuellen Musical „Hauptmann von Köpenick“ in einer Rathaushof-Inszenierung, die auch morgen Abend zu sehen ist. Drei Tage hat Sven O. Winter den Patienten in seiner Werkstatt gehabt. Ob er ihn wieder flottgekriegt hat? „Na klar“, sagt er im Brustton der Überzeugung.

Vor 20 Jahren hat sich der heute 47-jährige mit seiner Theaterbau-Werkstatt selbstständig gemacht. In der Theater-Szene kennt sich der gelernte Bau- und Möbeltischler bestens aus. War in den Wendejahren technischer Leiter des ersten Privattheater „Homunkulus“ in Berlin. Gründete dann seine Werkstatt, die in Pankow schnell zu eng wurde. Vor 19 Jahren fand er die einstige Orpu-Halle im Gewerbegebiet an der Lehnitzschleuse. Dort arbeitet der Oranienburger seitdem für große Häuser.

Klassische Klänge und Hobel, Sägeblätter, Zwingen, Farben und Stoffe in Reih und Glied: Eine gut sortierte Werkstatt ist Grundvoraussetzung für kreative Ideen. Das große Durcheinander mag Sven Winter nicht. Der Oranienburger, der anfangs noch mehrere Angestellte hatte, ist heute Einzelkämpfer. Holt sich aber für die Bühnenbild- oder Messeprojekte seine Spezialisten wieder ran: Tischler, Schlosser, Maler, Schneider, Plastiker. Er selbst arbeitet am liebsten mit Holz. Ob für die Oper Innsbruck, die Deutsche Oper in Berlin, das Theater in Basel und Show-Events der „Apassionata“ – Winter hat viele große und kleine Auftraggeber. Verändert habe sich sein Job: „Wir sind heute Dienstleister, alles muss express gehen.“ Er habe sich immer gern bei einem Opern-Bühnenbild belesen, Ideen gesammelt mit Bühnenbildner und Techniker diskutiert. Letztlich sei er auch zur Premiere gegangen. Dafür sei längst keine Zeit mehr. Und auch zu wenig Geld.

Sein „Lieblingsbühnenbildner“ schicke ihm heute ein Bild, sagt: So will ich es haben. Seine Aufgabe sei es dann, „dass es von vorn so aussieht und von hinten perfekt funktioniert“. Kulissen müssten oft begehbar sein, leicht verschiebbar – multifunktional. Verrückte Dinge habe er gebaut, wie zum Beispiel das Schiff, das bei der Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ im Berliner Ensemble in die Zuschauer fährt, dort zerbricht und sich in eine Insel verwandelt. Oder den etwa sieben Meter großen Kopf aus Stahl und Kunststoff, bei dem aus Nase, Mund und Ohren über drei Etagen gespielt wurde, ebenfalls eine BE-Inszenierung.

Auch für den 800-Jahre-Festumzug in Oranienburg hat die Werkstatt Aufsteller und Planen gebaut. Derzeit gestaltet Sven O. Winter das Bühnenbild zu „Tosca“ für das Kammeroper Schloss Rheinsberg.

Ob schwebende Wolken, fahrende Bäume oder ein Spazierstock mit Säbel als Innenleben – für alles finden Winter und sein Team eine Lösung. Die Hohe Schule des Theaterbaus sieht Winter darin: „Mit den Mitteln des Theaters zu verzaubern. Auf engstem Raum verschiedene Atmosphären zu schaffen. Musik, Licht und Bühnenbau verschmelzen zu lassen.“ In jedes Stück steckt er viel Akribie und Herzblut. Kollegen müssen ihn deshalb manchmal ermahnen: „Mensch Sven, wir bauen doch für den Moment.“

Von Heike Bergt

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