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Lokales Spitzensportler mit Fell
Lokales Spitzensportler mit Fell
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16:52 30.08.2017
Vinci Petrowitz mit Carito, Molito und Paquita der Rasse Galgo espaniol. Quelle: Robert Roeske
Zehlendorf

„Wenn sie das andere Halsband bekommen, dann wissen sie, es geht los. Dann gibt es kein Halten mehr“, sagt Vinci Petrowitz. Dann geht es rein ins Auto und ab auf den Hundeplatz nach Zehlendorf. Dort können die Spitzensportler unter den Hunden ihrer Leidenschaft frönen und dem Hasen hinterherjagen. Auch wenn der nur ein Plastikpuschel ist, den ein Kettensägenmotor über die Bahn zerrt.

Vinci Petrowitz liebt seit ihrem 16. Lebensjahr die Windhunde der Rasse Galgo espaniol. Wöchentlich kommt sie auf die Trainingsanlage an der Stolzenhagener Chaussee, ist eines von 29 Mitgliedern im Windhundsportverein Berlin-Brandenburg. Was sie an ihren Vierbeinern Carito (11), Molito (5) und Paquita (3) so liebt? „Ihre Art und diesen Willen zum Hetzen.“ Und die Tiere sind pflegeleicht. morgens gehe sie mit ihnen eine Stunde raus, „dann sind sie über den Tag in der Wohnung nicht zu merken“, so die Mitarbeitern von Air Berlin.

Martina Choyne und Tochter Geraldine sind am Sonnabend mit ihren eleganten Afghanen „Freyja“ und „Armani“ aus Pritzwalk zum Trainingsplatz gekommen. Conny Roesner mit zwei Jungtieren, die erst die Bahn kennenlernen müssen. Zusammen mit Wolfgang Hoffman züchtet sie Afghanen des Zwinger „Nammanabashi“( Werdet nicht müde) im Grunewald. Hoffmann ist zudem Trainingsleiter in Zehlendorf. Und Alfred Fernau seit Dezember letzten Jahres neuer Vereinsvorsitzender. Auch er ist ein Liebhaber der superschlanken Muskelpakete.

Am Sonnabend gibt es Trainingsläufe. Windhunde sind vor allem eines: Leistungssportler. Sie setzen kaum Fett an, brauchen deshalb manchmal einen Mantel, um nicht zu frieren. Hervorstechende Rippen deuten nicht auf Futtermangel hin. Sie wissen, wie der Hase läuft und sind wahre Spitzensportler: Windhunde wurden schon von den alten Ägyptern verehrt. Besitzer lieben vor allem ihr Charisma. Hund wie Herrchen sind nicht selten beide Individualisten.

Der Verein besteht seit 1976, so Alfred Fernau. 1996 hatte der Verein das Rasenland gepachtet, mit Herzblut das 350-Meter-Sandoval für Hunderennen aufgebaut. In vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit halten es die Mitglieder in Schuss. Auch ein Parkplatz und ein kleines Vereinsheim gehören dazu. Denn hier finden auch Hundeausstellungen, Landesvergleiches und Coursings statt, bei dem es sportlich für Hund und Herrchen über den Platz geht. „Allerdings haben wir in der letzten fünf Jahren rund die Hälfte unser Mitglieder verloren“, bedauert Alfred Fernau. Das hat einen Grund. Durften die Hunde früher den ganzen Sonnabend trainieren, so ist es jetzt nur noch von 11 bis 13 und ab 15 Uhr möglich. Wettbewerbe finden sonnabends, Ausstellungen sonntags statt.

Eigentlich liegt der Platz sehr abseits. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Es führt eine viel befahrene Chaussee vorbei. Anwohner haben Gebell und den Motorlärm des „Hasen“ beklagt. „Wir haben hier alle Genehmigungen, auch der Motor ist nicht zu laut“, bedauert Fernau den Konflikt. Ein Kompromiss mit der „Mittagspause“ ist gefunden worden. „Doch der funktioniert nicht. Niemand wartet, dass es in zwei Stunden mit dem Training weitergeht.“ Alfred Fernau hofft nun auf ein Gespräch und die Unterstützung von Ortsvorsteher Holger Mücke und, dass man im Dorf an einen Tisch kommt, um eine Lösung zu finden. Fernau bedauert die Ablehnung des seit Langem ansässigen Vereins. Auch machen dem die Mindereinnahmen zu schaffen: Ab Januar 2018 müssen Neueinsteiger einen Jahresbeitrag von 80 Euro bezahlen, für die angestammten Mitglieder bleibt es bei 30, plus 30 Arbeitsstunden. „Wir sind ein reiner Hundesportverein, Kommerz wollen wir hier nicht.“ Auch international gehen die Zehlendorfer an den Start. „Mirijana“ von Wolfgang Hoffmann am kommenden Wochenende in Budapest.

Nicht nur Vinci Petrowitz und ihre Tiere lieben das Training: „Die Hunde kommen mit einem glücklichen Lachen vom Geläuf.”

Von Heike Bergt

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