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Spree-Neiße Sinkende Wasserstände: Müssen Karpfen in der Mark notabgefischt werden?
Lokales Spree-Neiße Sinkende Wasserstände: Müssen Karpfen in der Mark notabgefischt werden?
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15:50 10.08.2018
Mitarbeiter eines Peitzer Karpfenhalters fischen Karpfen ab (Archivbild). Quelle: Patrick Pleul/dpa
Peitz

Wegen sinkender Wasserstände werden in Brandenburgs größter Karpfen-Region Peitz in Südbrandenburg die Vorbereitungen für ein stellenweises Notabfischen getroffen. Ein Teich wird auf jeden Fall abgefischt, möglicherweise kommen weitere hinzu, wie der Geschäftsführer der Teichgut Peitz GmbH, Gerd Michaelis, auf Anfrage ankündigte. Das Wasser soll in benachbarte Teiche geleitet werden, um deren Wasserstände zu stützen. Die abgefischten Karpfen sollen dann dort wieder eingesetzt werden, weil sie noch weiter wachsen müssen.

Man hoffe so, die Situation mit ausbleibenden Regenfällen und heißen Temperaturen etwas zu entschärfen, sagte Michaelis. „Wir kriegen langsam Probleme, weil wir mit unseren Futterbooten auf den Teichen kaum durchkommen. Die Teiche werden immer flacher.“ Das Teichgut Peitz betreibt in der Region rund 100 Teiche.

Eigentlich ein ideales Karpfenjahr

Die Hitze und Trockenheit lassen brandenburgische Teichwirte mit zwiespältigen Gefühlen auf die Saison blicken. Dort, wo genügend Wasser und Sauerstoff in den Teichen vorhanden sind, ist es wegen der warmen Wassertemperaturen ein ideales Karpfenjahr, wie der Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin mitteilte. Karpfen entwickelten sich besonders gut ab einer Wassertemperatur von 24 Grad. Problematisch könnte es jedoch werden, falls das Wetter umschlägt und Wolkendecken eine direkte Sonneneinstrahlung verhindern und Algen deshalb im Wasser weniger Sauerstoff für die Fische produzieren würden. Auch auf sinkende Wasserstände wegen fehlenden Regens blicken Teichwirte mit Sorge - wie das Beispiel Peitz zeigt.

Im Herbst beginnt traditionell das Abfischen der Teiche. Karpfen ist als Silvesterkarpfen bei vielen beliebt. Abgefischt wird laut Landesfischereiverband dann, wenn die Wassertemperaturen sinken. Sollte es weiterhin so warm bleiben, könnte sich die Ernte nach hinten verschieben.

Der Karpfen als Touristenmagnet

In der Kleinstadt Peitz war für Freitag der Start eines alljährlichen und mehrtägigen Fischerfestes (65. Ausgabe) geplant. Die Region bei Cottbus nutzt den Karpfen als Touristenmagneten. Es handelt sich um ein Volksfest.

Am 22. August wollen sich Teichwirte bei einem Fischereitag in Potsdam über aktuelle Entwicklungen in der Fischerei austauschen. Zu den Programmpunkten zählen unter anderem die Nachwuchsgewinnung von Auszubildenden, illegaler Fischhandel und Probleme durch Biber und Kormorane in den Teichen.

Von dpa

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