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Lokales Stadt plant „Starkregengefahrenkarte“
Lokales Stadt plant „Starkregengefahrenkarte“
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19:16 18.10.2017
Hochwasser in Oranienburg am 29. Juni. Quelle: Helge Treichel
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Oranienburg

Nach dem Starkregen Ende Juni standen Straßen und Keller unter Wasser. Es fiel so viel Regen wie sonst in einem halben Jahr. Bei allen Straßenbaumaßnahmen der Stadt ist die Regenentwässerung ein wichtiges Thema und richtet sich stets nach dem aktuellen Stand der Technik: Weil der Oranienburger Boden aufgrund seiner Beschaffenheit eine gute Versickerungsfähigkeit hat, setzt die Stadt an den meisten Stellen auf eine offene Regenentwässerung, also Versickerungsmulden neben der Fahrbahn. „Für normalen Regen funktioniert dieses System bestens, lediglich bei Starkregen kommt es an seine Grenzen, weil wir so einen hohen Grundwasserstand haben“, so Baudezernent Frank Oltersdorf. An einigen Stellen, zum Beispiel am Park-&-Ride-Platz, hat die Stadt auch so genannte Stauraumkanäle bauen lassen. „Das sind große Rohre, durch die viel Wasser aufgenommen, zwischengespeichert und kontrolliert weitergeleitet werden kann“, erklärt Oltersdorf. Ferner werden bei Bauvorhaben auch immer die zur Regenentwässerung gehörenden Reinigungsanlagen mitbetrachtet. Im Zuge des Neubaus der Lehnitzstraße wird zum Beispiel derzeit auf Höhe der André-Pican-Straße ein so genannter Koaleszenzabscheider gebaut, der das Öl aus dem Regenwasser filtern kann. Und am südlichen Böschungsfuß der Dropebrücke entsteht ein Einleitbauwerk, mit dem große Wassermengen kontrolliert in die Havel geleitet werden können.

Insgesamt haben die Entwässerungsanlagen in der Stadt tatsächlich weitestgehend gut funktioniert, denn der Großteil des am 29. Juni gefallenen Regens war am 30. Juni bereits versickert. Auch die vielen Gräben, die es in der Stadt vor allem außerhalb des Zentrums gibt, haben geholfen, weitaus Schlimmeres zu verhindern, indem sie einen großen Teil des vielen Wassers aufgefangen haben.

An einigen Stellen gibt es jedoch Verbesserungsbedarf und auch Grundstückseigentümer sind in der Pflicht. Deshalb plant die Stadt Oranienburg, eine so genannte Starkregengefahrenkarte erstellen zu lassen. „Auf so einer Karte ist dargestellt, wohin das Wasser fließen wird und welche Flächen bei Starkregen deshalb am meisten betroffen sind“, erklärt Frank Oltersdorf. Darauf basierend können dann Maßnahmen erarbeitet werden, um die Stadt noch besser auf Starkregenereignisse vorzubereiten. „Einen hundertprozentigen Schutz gegen Starkregen kann es aber nicht geben“, so der Baudezernent. „Nicht ohne Grund spricht man in diesem Zusammenhang von Ausnahmezuständen.“

Aber auch Grundstückseigentümer sind in der Pflicht: Manche lösen ihre Probleme mit starkem Regen auf Kosten der Allgemeinheit, indem sie ihn von ihrem Grundstück auf öffentliche Flächen, in Regen- oder Schmutzwasserkanäle ableiten. Im Katastrophenfall ist dies entschuldbar, aber grundsätzlich ist das verboten! Denn die Mulden und Regenwasserkanäle sind nicht dafür ausgelegt, Regenwasser von privaten Grundstücken mit aufzunehmen. Jeder muss dafür Sorge tragen, dass das Wasser auf seinem Grundstück versickert, verdunstet oder gespeichert wird. Abhilfe schaffen unter anderem Regentonnen, Drainagepflaster, Zisternen oder Gründächer. An manchen Stellen wird das Problem auch dadurch verschärft, dass Mulden und Entwässerungsgräben einfach zugeschüttet und dann zum Parken genutzt werden. Auch das Parken auf Grünstreifen neben der Straße führt zur Verdichtung des Bodens und dazu, dass weniger Wasser in den Boden versickern kann. Sicher gibt es auch Grundstücke, auf denen die Regenwasserbewirtschaftung kompliziert ist. In solchen Fällen kommt unter Umständen ein Anschluss an den öffentlichen Straßenkanal in Frage. Das geht aber nur, wenn alle technischen Möglichkeiten, das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zu entsorgen, ausgeschöpft sind.

Auf www.mlul.brandenburg.de /Wasser/Niederschlagswasser steht die Broschüre „Naturnaher Umgang mit Regenwasser“ zum Download bereit.

Von MAZ-online

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