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Stich für Stich zum Geschenk

Patchwork fürs Geburtstagskind Stich für Stich zum Geschenk

Treff ist jeden Dienstag um 10 Uhr. Und der Termin ist den 13 Frauen aus Oberhavel und Berlin heilig. Dann greifen sie zu Seidenmalfarben und Nadeln, lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Für das Geburtstagskind Oranienburg haben sie ein riesiges Wandbild gestaltet und darauf den Garten Eden verewigt. Ab Mittwoch ist er zu sehen.

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Jedes Bild trägt eine persönliche Handschrift: Die Patchwork-Frauen mit dem Gesamtkunstwerk.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Stich für Stich und Pinselstrich für Pinselstrich ein wahres „Gemälde“ entstanden. Die Frauen des Patchwork-Kurses des Oranienburger Creativ Centrums haben darauf den Stadtteil Eden festgehalten: Bäume im Blütenschmuck, eine Apfelpresse, ein gedeckter Tisch im Garten, eine Schüssel voller Obst, blühende Cosmea, einen Hühnerhof und natürlich einen riesigen Apfelbaum. Ihr Geschenk an Oranienburg zur 800-Jahr-Feier, das ab Mittwoch im Schaufenster der Runge-Buchhandlung in der Bernauer Straße zu sehen ist. Bis zum Ende der Festwoche wird es dort bleiben, dann hoffen die Frauen auf eine neue Ausstellungsfläche. Sie haben Angst, dass die Farben in der Sonne „verschießen“.

Der Wandteppich ist aus 13 verschiedenen Motiven zusammengesetzt. So viele, wie Frauen zur Patchwork-Gemeinschaft gehören. Die existiert seit 1992 und arbeitet unter Leitung von Christiane Neumann, Begründerin des Creativ Centrums, und Christine Preußel. Sie gaben das Thema Eden vor. „Dann dauert es am längsten, bis Bücher gewälzt, das eigene Motiv gefunden ist “, so Christine Preußel. Jeder hat es dann auf Papier gezeichnet, von dort auf Seide übertragen, anschließend werden die Konturen und die Seidenfarbe aufgetragen und fixiert. Der nächste Arbeitsschritt ist das „Ausstopfen“, sprich das Quilten, damit das Bild plastisch wird. Anschließend vollenden Nadel und Faden und die Meisterschaft der Frauen ein filigranes Kunstwerk! Jedes ein Unikat.

„Manchmal bin ich so fasziniert, dass ich zu Hause weder abwasche, noch Betten mache, sondern einfach weiterarbeiten muss“, gesteht Anneliese Räbiger. „Wenn es uns mal gepackt hat, dann sind wir süchtig“, bestätigt auch Marion Wallner. Rund 30 Stunden Arbeit stecken in jedem Bild.

Seit 1993 ist Lore Toptschian dabei. Damals war sie von einer ersten Ausstellung mit Patchworkarbeiten in Oranienburg angetan. Längst beherrscht sie die 80-Jährige selbst diese Kunst in Perfektion. Wie ihr ist vielen Frauen der Dienstagvormittag heilig. Hier wird nicht nur gemalt und genäht, der Ehrgeiz zum Gelingen gegenseitig angestachelt, sondern auch Geburtstag gefeiert und die Gemeinschaft hochgehalten.

Und gestern wurde auch schon das nächste Kunstwerk diskutiert: Brandenburger Schlösser und Herrenhäuer à la Hundertwasser. Es wird wieder kreativ und bunt.

Von Heike Bergt

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