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Sturzflut im Keller

Oranienburg Sturzflut im Keller

Der Erweiterungsbau des Oranienburger Finanzamtes wird nicht im Januar, sondern erst Ende Mai 2018 fertig. Die Jahrhundertflut hatte den Keller beschädigt. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 100 000 Euro.

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Der Erweiterungsbau des Oranienburger Finanzamtes.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Es war einfach unglücklich, dass just am Tag des Jahrhundertregens am 29. Juni beim Erweiterungsbau des Oranienburger Finanzamtes den Fluten sozusagen Tür und Tor geöffnet waren. „In dieser Phase brauchten wir diese Montageöffnung im Keller, um große Teile der Belüftungsanlage ins Gebäude zu bekommen“, erklärt Architekt Guido Schwark aus Berlin. Die Folge: Wasser und Schlamm standen in den Tagen danach mehr als 25 Zentimeter hoch in den Kellerräumen.

Das sei relativ schnell abgepumpt worden, so der Architekt. Inzwischen zeugen nur noch die grünen Ränder an den Wänden vom Wassereinbruch. Die Folge allerdings: „Wir können nicht Anfang Januar umziehen, sondern erst Ende Mai kommenden Jahres“, so Finanzamtsvorsteher Michael Fehlauer.

Erste Planungen für den Neun-Millionen-Euro-Erweiterungsbau gab es 2013. Grund: „Wir haben insgesamt 350 Beschäftigte. 150 davon arbeiten in drei Außenstellen in der Stadt. Sie sollen in den Neubau einziehen, damit wir alles unter ein Dach bekommen“, so Fehlauer. Nun habe man allerdings die Ausschreibungen für die Umzugsfirmen erst mal gestoppt. Im Mai werden dann nicht nur Mitarbeiter, sondern vor allem auch jede Menge Aktenberge umziehen.

Insgesamt schlagen die Folgekosten des Wassereinbruchs mit rund 100 000 Euro zu Buche, so Mike Koehler, Leiter des Geschäftsbereiches Baumanagement des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB). Nicht nur Wasser und Schlamm mussten raus, „die Brandschutztüren, die bereits eingebaut waren, verlieren ihre Zertifizierung, wenn sie vom Wasser umspült waren. Selbst wenn sie noch funktionstüchtig sind“, erläutert Guido Schwark. Ebenso die „Unterfahrt“ des Fahrstuhls. „Die Technik dort, wo der Fahrstuhl im Untergeschoss aufsetzt, darf nicht nass werden.“ Auch hier muss neu ausgerüstet werden.

In den beiden Obergeschossen gab es indes keine Baupause. Es entstehen auf insgesamt 2000 Quadratmeter Nutzfläche viele Büros entlang der Fenster, in der Gebäudemitte befinden sich fensterlose Großräume, in denen sich künftig Akten-Rollschränke befinden. „Es gibt ja eine Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren bei Steuerakten, bei Grundstücksbewertung noch viel länger“, erklärt Fehlauer, der aber hofft, dass mit der Digitalisierung „alles bald viel papierloser wird“.

Über einen unterirdischen Gang sind Alt- und Neubau künftig miteinander verbunden. So dockt der futuristische Neubau mit Glasfasfassade an den historischen Altbau an – ohne, dass das zu sehen ist. „Wir wollten mit der Architektur des Neubaus die Rechtwinkligkeit aufbrechen, auch den Maßstab der Nazi-Architektur der hohen Türen und Klinken, damit sich jeder Mensch klein fühlt“, so Schwark.

„Im Juni werden wir einziehen und im Juli dann hoffentlich ein Einweihungsfest feiern können“, so Michael Fehlauer.

Von Heike Bergt

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