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Talente am Kochtopf

Oranienburg Talente am Kochtopf

Zum sechsten Mal fand am Montag der Wettbewerb „Fair!Cooking“ an der Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen statt. Wichtigstes Ziel: Leidenschaftlichen Kochnachwuchs der Schulen in Oberhavel und die Fachleute der Branche früh zusammenzubringen.

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Michelle Stöber und Laurence Machholz gehörten zum Kochteam der Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder.

Quelle: Heike Bergt

Sachsenhausen. Köpfe und Töpfe qualmten am Montagvormittag in der Küche der Jean-Clermont-Schule gleichermaßen. Zum sechsten Mal stellten dort vierköpfige Teams aus vier Schulen beim Kochwettbewerb „Fair!Cooking“ ihre Kochkünste unter Beweis. Alle mussten beim Einkauf mit dem gleich Budget klarkommen, die Aufgabe: Ein Drei-Gänge-Menü in zweieinhalb Stunden – diesmal vegetarisch. Um 10 Uhr machten sich die Schüler der gastgebenden Schule, von der Albert-Schweitzer-Schule in Hennigsdorf, der Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder und der Barbara-Zürner-Schule in Velten ans Werk und die Kochtöpfe.

Die Idee zum Kochevent hatte Vincent Krawczyk, der einst selbst in der Clermontschule die Schulbank drückte. Heute ist der 26-Jährige Koch im Intercontinental in Berlin. Schon als Achtjähriger wollte er seiner Mutter gern etwas kochen, erinnert er sich, und setzte beim ersten Versuch mit einer gefüllten Plastikschüssel auf dem Herd fast die Küche in Brand. Dann war die Richtung klar. Erst erlernte er vom Vater die ersten Kochkünste, dann ging er auf Schloss & Gut Liebenberg in die Lehre und hat heute „den schönsten Beruf der Welt“, an dem er vor allem die Kreativität liebt, auch wenn es ein Job mit langen Arbeitszeiten ist und „50 Prozent davon saubermachen“.

Mit dieser Leidenschaft zum Kochen hat er schon viele infiziert. Acht Schulen in Oberhavel machen jedes Jahr mit beim Wettbewerb. Jeden freien Montag opfert Vincent Krawczyk dafür, um Schüler der 9. Klassen der Schulen für den Kochberuf zu begeistern. Ehrenamtlich.

Wie immer schauten am Montag dem kochenden Nachwuchs Fachleute der Branche über die Schulter. Zehn Gastronomieunternehmen waren vertreten. Ziel des Koch-Events ist es schließlich, den leidenschaftlichen Kochnachwuchs und die Unternehmen, die diesen händeringend suchen, frühzeitig zusammenzubringen. Und die Sache hat Erfolg: „Wir haben jedes Jahr vier in Ausbildung gebracht“, so Krawczyk.

Michelle Stöber von der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder kocht zum Beispiel leidenschaftlich gern und oft – bisher noch für die Eltern. Gern würde sie auch beruflich einmal den Kochlöffel schwingen, so die 15-Jährige.

Auf der Suche nach Koch-Azubis war am Montag zum Beispiel Christopher Rinke, der den Landgasthof „Zur krummen Linde“ in Stolpe betreibt. Er bilde schon zwei Azubis als Restaurantfachleute aus, sucht aber noch Nachwuchs in der Küche.

Auch Küchenchef Matthias Lingner vom Schloss Ziethen hielt am Montag die Augen auf: „Vor wenigen Jahren rannten uns die Bewerber die Bude ein, heute suchen wir sie.“ Er hat ein Auge auf zwei Schüler geworfen, die schon 2016 beim Wettbewerb dabei waren. Worauf er dabei achtete? „Flexibilität, eine gewisse Grundruhe, die in der Küche wichtig ist und natürlich Spaß an der Arbeit.“

Landrat Ludger Weskamp lobte die Idee Krawczyks: „ Wir haben in Brandenburg eine Ausbildungsabbruchquote von 20 Prozent. Da ist es um so wichtiger, dass man sich früh orientiert, ausprobiert und die Ausbildung dann gut und gern zu Ende bringt.“

Von Heike Bergt

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