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Teltow-Fläming 1. Spatenstich für das Hospiz „Hand in Hand“
Lokales Teltow-Fläming 1. Spatenstich für das Hospiz „Hand in Hand“
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05:35 09.07.2016
Erster Spatenstich: DRK-Präsident Dietmar Bacher, Hospiz-Vereinsvorsitzender Ulrich Fleck, Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide, DRK-Vorsitzender Harald-Albert Swik und Architekt Andreas Elz (v. l.). Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Lange hat es gedauert, bis aus einer Idee Wirklichkeit wurde. „13 Jahre lang kämpften viele Menschen dafür“, sagte am Freitagmittag der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald, Harald-Albert Swik, beim ersten Spatenstich für das stationäre Hospiz in der Kurzen Straße in Luckenwalde. Hier sollen künftig sterbenskranke Menschen mit unheilbaren Krankheiten palliativ, also rundum versorgt und schmerzfrei sterben dürfen, ohne dass dabei nachgeholfen wird.

„Das Sterben gehört nun mal zum Leben“, sagte DRK-Präsident Dietmar Bacher. Heute sei es aufgrund eines funktionierenden Rettungsdienstes und der medizinischen Versorgung meistens nicht mehr so, dass man plötzlich tot umfalle. Aber wenn alle Heilmaßnahmen nicht mehr helfen können, so könne man hier wenigstens „die letzten Stunden in Würde und angenehmer Umgebung verbringen“. Mit dem Hospiz, das zwar vom DRK für 2,2 Millionen Euro erbaut, aber vom Verein Ambulanter Palliativ- und Hospizdienst betreut werden wird, erschließe sich das Rote Kreuz eine weitere Dienstleistung, so Bacher weiter.

Hospiz-Vereinsvorsitzender Ulrich Fleck Quelle: Hartmut F. Reck

„Wir bauen vor“

Herr Fleck, Sie richten im stationären Hospiz in Luckenwalde zwölf Betten ein. Wird das denn überhaupt reichen?
Auf Dauer sicherlich nicht. Wir richten uns aber nach dem Gesetz, das für stationäre Hospize in Brandenburg eben nur zwölf Betten beziehungsweise Patientenzimmer vorsieht. In Berlin sind es 14 pro Hospiz. Wir sind aber sicher, dass in absehbarer Zeit mehr Plätze gebraucht werden.

Was machen Sie, wenn die zwölf Betten nicht ausreichen?
Wir bauen vor – und zwar jetzt schon –, indem wir gleich etwas größer bauen. Die zwei zusätzlichen Plätze werden wir wohl als Kinderhospizbetten nutzen. Denn auch dafür besteht leider ein Bedarf. Bisher musste ich drei sterbende Kinder betreuen. Auch die haben ein gutes Recht, in Frieden und ohne Schmerzen einzuschlafen, ohne dass die Familie daran zerbricht.

So ist ein stationäres Hospiz also nicht nur für die fachgerechte Pflege und Betreuung Sterbender da, sondern bietet auch eine Entlastung für die Familien?
Wir kriegen bei der ambulanten Betreuung ja mit, was für erhebliche Probleme das für die Familien bedeutet, auch wenn pflegende Angehörige sich von der Arbeit freistellen lassen können. Oft geht es aus medizinischen Gründen gar nicht mehr anders. Und nicht jeder Sterbende hat Angehörige in der Nähe oder überhaupt welche.

Am Anfang stand die Vereinsgründung, um überhaupt erst eine qualifizierte Sterbebegleitung ins Leben zu rufen, berichtete der Vereinsvorsitzende Ulrich Fleck. Dadurch seien auch erhebliche Defizite in der Palliativmedizin zum Vorschein getreten. Mit der Gründung des Palliativstützpunktes und der Einbindung viele Sozialstationen habe man eine gut funktionierende ambulante Betreuung aufbauen können. Allerdings: „Es geht nicht alles zu Hause“, so Fleck.

Standort in der Stadtmitte

Er verteidigte den Standort mitten in der Stadt: „Man darf die Sterbenden nicht an den Rand der Gesellschaft und der Stadt abschieben.“ Mit der Entscheidung eines Architektenwettbewerbs sei zwar etwas Zeit verloren gegangen, aber die Akzeptanz in der Nachbarschaft gestiegen.

Das Ergebnis eines internen Namenswettbewerbs verkündete am Freitag Fleck: „Hospiz Hand in Hand“. Die drei H an den Wortanfängen stünden außerdem für Handeln, Helfen und Halten.

Ein Hospiz für die ganze Region

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) würdigte Flecks „brennende Geduld“, mit der er das Thema verfolgt habe. Dabei sei eine regelrechte Bewegung entstanden. „Es ist beeindruckend“, so Herzog, „wie viele Menschen sich in der Sterbebegleitung schulen lassen.“ Für die Stadt sei das Hospiz wichtig für die Lebensqualität und auch für die Stadtreparatur, sagte die Bürgermeisterin.

Dabei sei das kein Hospiz nur für Luckenwalde, sondern für die ganze Region, sagte DRK-Chef Swik.

Von Hartmut F. Reck

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