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100 Jahre Bildung mit Glocken-Rückkehr

Ludwigsfelde 100 Jahre Bildung mit Glocken-Rückkehr

Eine Zeitzeugin kehrt zurück – diese 230 Kilogramm schwere Glocke läutet wieder auf dem denkmalgeschützten Gelände Ludwigsfelde Struveshof. Vor dem Zweiten Weltkrieg läutete sie in einem Erziehungsheim, zu DDR-Zeiten im zentralen Lehrerbildungsinstitut. Und Marianne Birthler hätte „Margots Burg“ am liebsten der Bildung entzogen.

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Geschafft: die alte Glocke am neuen Platz auf dem Lisum-Gelände: Bürgermeister Andreas Igel (SPD), ZAL-Chef Ulrich Krüger und Institutsdirektor  Götz Bieber (v.l.).

Quelle: Fotos:Abromeit (2)

Ludwigsfelde. Der Lernort Ludwigsfelde Struveshof hat sich am Freitag eine große Festwiese verwandelt. Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (Lisum) feierte als Höhepunkt des Jubiläumsjahrs 2017 mit dem Dienstleister ZAL aus zwei Anlässen ein großes Sommerfest: Vor zehn Jahren haben Berlin und Brandenburg das Lisum gegründet, aus dem unter anderem die Rahmenlehrpläne für alle Schüler beider Bundesländer kommen, und vor 100 Jahren hatte mit Eröffnung der Landwirtschaftlichen Erziehungsanstalt Struveshof die Bildungsgeschichte begonnen.

Zwischen beschwingten Liedern der eigens gegründeten Ensembles „Ludwigs Feldechor“ und „Struves Hofkapelle“, einem Quiz mit dem Staatssekretär statt langer Grußworte und digitaler Gelände-Rallye mit Geocaching kehrte eine mehr oder weniger stumme Zeitzeugin zurück: Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD) brachte das Modell einer Glocke mit. Das 230 Kilogramm schwere Original hing einst mit der 125 Kilogramm schweren „Schwester“ im Glockenturm des Hauptgebäudes  – bis aus dem im Zweiten Weltkrieg eine Flakstellung wurde. Die kleine Glocke hängt in der Ludwigsfelder Friedhofskapelle, die große lag nutzlos herum. Das Jubiläum war Anlass, sie beim ZAL restaurieren zu lassen. Dessen Chef Ulrich Krüger freut sich über das ungewöhnliche Stück, das für Jugendliche Teil eines Ausbildungsprojekts war und nun enthüllt wurde.

Ein Bilderbuch deutscher Bildungsgeschichte

Der heutige Institutsdirektor Götz Bieber erinnerte an den Zielgruppenwechsel in den 1950/-60er Jahren: Aus einem Erziehungsheim wurde eine Bildungsstätte für Führungskräfte – das zentrale Lehrerbildungsinstitut der DDR. Dieser Teil der Geschichte ist es, mit dem Marianne Birthler, Schirmherrin des Jubiläumsfestes und Brandenburgs erste Bildungsministerin, hadert. Sie wurde in der Eröffnungsrunde am Freitag nach ihrem ersten Eindruck damals gefragt, als man ein Gelände für das Pädagogische Landesinstitut Brandenburg (Plib) suchte. Sie beschreibt ihr Empfinden so: „Ich war nicht begeistert. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es dort weiter um Bildung gehen sollte. Ich kannte das Gelände ja nur als ,Margots Burg’.“ Schließlich jedoch hätten Sachzwänge entschieden: „Es war ein großes Gelände und es gehörte dem Land“, so die Schirmherrin.

Für Jan Hofmann, der in Struveshof rund 20 Jahre Institutsdirektor war, ist das Auf und Ab der zurückliegenden 100 Jahre exemplarisch: „Wenn man ein Bilderbuch deutscher Bildungsgeschichte schreiben will  – Struveshof wäre dafür richtig.“ Heute werden dort wieder Lehrer gebildet, holen sich Pädagogen das Rüstzeug fürs Lernen im 21. Jahrhundert. Wie das aussieht, ist auf dem von Lisum-Mitarbeitern „gefütterten“ Bildungsserver Berlin-Brandenburg zu sehen.

Von Jutta Abromeit

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