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100 Jahre altes Holländer-Fahrrad aufgemöbelt

Jänickendorf 100 Jahre altes Holländer-Fahrrad aufgemöbelt

In Einzelteilen wurde es an der Museumsscheune in Janickendorf (Teltow-Fläming) vor die Tür gestellt. Manfred Bölke und Werner Schleusner haben das rund 100 Jahre alte Holländer-Fahrrad wieder zusammengebaut.

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Das Kinder-Fahrrad heute und damals.

Quelle: Privat / Elinor Wenke

Jänickendorf. Manfred Bölke hat das Fahrrad zwar nicht neu erfunden, aber gemeinsam mit seinem Kompagnon ein schätzungsweise 100 Jahre altes Exemplar wieder neu aufgebaut. Es kann nun in der Museumsscheune in Jänickendorf bestaunt werden, die vom Rentner-Ehepaar Gisela und Manfred Bölke im Namen des Heimat- und Geschichtsvereins Nuthe-Urstromtal betrieben wird.

„Es handelt sich um ein Holländer-Kinderfahrrad“, berichtet Gisela Bölke (74). Sie hat im Internet recherchiert und ein altes Foto aus dem Jahr 1912 gefunden, auf dem ein ebensolches Fahrrad abgebildet ist. Es war, wie der Name schon sagt, vor allem in Holland verbreitet. Woher und vom wem der jetzt aufgemöbelte fahrbare Untersatz stammt, ist unbekannt. „Er wurde uns eines Tages vor die Tür gestellt“, sagt Gisela Bölke, „oder besser gesagt das, was davon übrig geblieben war – ein Holzgestell und die hölzernen Hinterräder von etwa 40 Zentimetern Durchmesser.“

Tyler (4) durfte das aufgemöbelte Gefährt als Erster ausprobieren und hatte nach einigen Startschwierigkeiten einen Riesen-Spaß

Tyler (4) durfte das aufgemöbelte Gefährt als Erster ausprobieren und hatte nach einigen Startschwierigkeiten einen Riesen-Spaß.

Quelle: Elinor Wenke

Im Dorf weiß man, dass Gerätschaften von anno dazumal bei Bölkes gut aufgehoben sind, denn tausende Museums-Exponate erzählen vom Leben auf dem Lande zu Uromas Zeiten. Auch diesmal ließen die Einzelteile Manfred Bölke keine Ruhe. Der 79-Jährige bringt lädierte Utensilien wieder auf Vordermann, schraubt, drechselt und repariert. Nach historischem Vorbild wurde der Draht- beziehungsweise Holz-Esel wieder zusammengeflickt. In Werner Schleusner aus der Nachbarschaft hat er einen ehrgeizigen Mitstreiter. Der 71-jährige Schlosser hat die fehlende Vorderachse gebaut und kräftig mit Hand angelegt.

Das aufgemöbelte Holländer-Fahrrad ist nach dem Einsatz von Manfred Bölke und Werner Schleusner wieder voll funktionstüchtig

Das aufgemöbelte Holländer-Fahrrad ist nach dem Einsatz von Manfred Bölke und Werner Schleusner wieder voll funktionstüchtig.

Quelle: Elinor Wenke

Deichsel selbst gedrechselt

Auch die notwendige Deichsel hat gefehlt. Was jetzt an einen Wäsche-Quirl erinnert, hat Manfred Bölke selbst gedrechselt. „Auch die Vorderräder aus Holz habe ich selbst gedrechselt und ausgesägt“, berichtet er. Über eine Antriebsstange wird das Fahrrad in Gang gesetzt. Doch passionierte Radfahrer dürften ihre Schwierigkeiten haben. Denn im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad wird mit den Füßen nicht getreten, sondern nur gelenkt. Pedalen gibt es nicht.

Historische Ansicht

Historische Ansicht: Das Holländer-Fahrrad gab’s schon 1912.

Quelle: privat

Kinder dürfen das Gefährt ausprobieren

Bewegt wird das Fahrrad mit Hilfe der Deichsel, so dass das Gefährt eher an eine Draisine erinnert. „Wenn Kita-Gruppen oder Schulklassen kommen, dürfen die Kinder das Rad natürlich mal ausprobieren“, stellt Manfred Bölke in Aussicht.

Die erste Probe aufs Exempel hat der vierjährige Tyler aus Jänickendorf gemacht. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten war er im wahrsten Sinne kaum noch zu bremsen. Sein Urteil über das jahrhundertalte Gefährt: „Cool“.

Besuch der Museumsscheune: Telefon 0 33 71/61 44 79

Von Elinor Wenke

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