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15 Jahre Förderverein Klein Kienitz

Klein Kienitz 15 Jahre Förderverein Klein Kienitz

Fast jeder fünfte Klein Kienitzer ist Mitglied des Dorf-Fördervereins – eine Quote, von der andere Orte nur träumen können. Seit 15 Jahren engagieren sich die Mitglieder für die Dorfgemeinschaft, organisiert Veranstaltungen und Feiern. Wenn es sein muss, wird es auch mal politisch.

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Packen an für ihr Dorf: Ortsvorsteher Hans-Jürgen Beyrow, Bert Walter und Michael Wrangowski (v.l.).

Quelle: Christian Zielke

Klein Kienitz. Spätestens seit Herbst vergangenen Jahres ist Klein Kienitz in aller Munde. Seitdem die marode Straßenbeleuchtung flächendeckend abgeschaltet wurde, ist Klein Kienitz als „das dunkelste Dorf Deutschlands“ bekannt. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Beyrow (CDU) konnte sich zwischenzeitlich vor Presseanfragen kaum retten.

Hintergrund

Im Jahr 1375 wurde das Rittergut Klein Kienitz erstmals schriftlich erwähnt.

Die Dorfkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert.

1752 begann der Bau des Gutshauses.

2005 schloss das Gasthaus „Zum guten Freund“. Heute sind in dem Gebäude Wohnungen untergebracht.

Seit 2006 gibt es einen Treffpunkt für Senioren und Jugendliche.

Jeden Freitag um 17 Uhr treffen sich die Hobby-Fußballer auf dem Sportplatz zum Kicken.

Vielen Menschen im Dorf ist die Aufmerksamkeit lästig. Sie hätten lieber funktionierende Straßenlaternen. Den Spaß am Leben lassen sich die Klein Kienitzer nicht verderben. Dafür sorgt vor allem der Förderverein, der sich vor 15 Jahren gegründet hat. Die damaligen Vorsitzenden Gerhard Schertler und Tino Berger wollten die Gemeinschaft im Ort stärken; Neu-Klein-Kienitzer und Alteingesessene zusammenbringen. Auch wenn Berger mittlerweile nicht mehr in Klein Kienitz wohnt und Gerhard Schertler kürzer tritt, hat sich ihre Idee weitergetragen. Bert Walter und Michael Wrangowski führen die Arbeit als Vorsitzender und Stellvertreter weiter. Bert Walter führt den Verein seit sechs Jahren. Obwohl er mittlerweile in Berlin wohnt, macht er weiter. „Ich mache es, weil mir die Menschen so ans Herz gewachsen sind“, sagt er.

30 Mitglieder hat der Verein – das ist jeder fünfte Einwohner. Egal ob Skatturnier, Seniorennachmittag oder Fußballspielen – alles läuft unter dem Dach des Vereins, der dafür sorgt, dass niemand in Klein Kienitz allein sein muss. „Es gibt Leute, die machen mit, andere wollen ihre Ruhe haben. Auch das respektieren wir“, sagt Bert Walter. Wenn das alljährliche Dorffest steigt, ist es mit der Ruhe zumindest für einen Tag vorbei. Mehr als 500 Besucher versammelten sich am 11. Juni auf dem Anger.

„Entspannt und entschleunigt“, erklärt Bert Walter das inoffizielle Motto des Festes. Alles kommt aus dem Dorf oder aus der nahen Umgebung. „Wir wollen es bewusst unkommerziell“, sagt Michael Wrangowski, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Nicht nur, wenn es ums Feiern geht, ist der Förderverein gefragt. Er ist auch eine Art Ersatz-Ortsbeirat, der die Nöte und Probleme der Bewohner nach Rangsdorf ins Rathaus transportiert. Wenn nötig, zeigen die ansonsten bescheidenen Klein Kienitzer die Zähne. „Wir sind nicht der Wurmfortsatz von Rangsdorf“, sagt Bert Walter. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Beyrow (CDU) ist häufiger Gast bei politischen Versammlungen. „Unser größter Wunsch ist der Radweg nach Brusendorf“, sagt er. Damit hätten die Klein Kienitzer endlich eine Verbindung in den Nachbarkreis Dahme-Spreewald und müssten nicht mehr unter Lebensgefahr an der viel befahrenen Straße entlang zum Friedhof laufen oder radeln.

Von Christian Zielke

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