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150 Sänger im Luckenwalder Stadttheater

Kreis-Chor-Tag 150 Sänger im Luckenwalder Stadttheater

Nicht alle 101 Termine schafften Generalsuperintendent Martin Herche und seine Kommission in der Zeit, die für die Generalkirchenvisitation im Kirchenkreis Zossen-Fläming vorgesehen waren. Die restlichen Termine werden nachgeholt. Für einen musikalischen Höhepunkt des hohen Besuchs sorgten neun Kirchenchöre am Samstag im Luckenwalder Stadttheater.

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Fast 150 Sänger und Instrumentalisten von neun Kirchenchören lobten mit ihrem Gesang Gott in der Höhe.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Wenn hoher Besuch kommt, dann lässt man sich schon etwas Besonderes einfallen, um einen guten Eindruck zu machen. So traf Generalsuperintendent Martin Herche, Stellvertreter des Bischofs der Evangelischen Landeskirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Sprengel Görlitz, bei seinem Besuch des Kirchenkreises Zossen-Fläming auf einige besondere Veranstaltungen, die vielleicht auch ohne ihn stattgefunden hätten, womöglich aber auch nicht.

Dirigiert wurden die Sänger von mehreren Kantoren

Dirigiert wurden die Sänger von mehreren Kantoren.

Quelle: Hartmut F. Reck

Musikalischer Höhepunkt der Generalkirchenvisitation, also einer Art Inspektionsreise des Kirchenoberen mit einer insgesamt 18-köpfigen Kommission, war am Samstagnachmittag das Kreis-Chor-Treffen der Kirchenchöre des Kirchenkreises. Knapp 150 Sänger und Instrumentalisten von neun Chören mit ebenso vielen Kantoren formierten sich unter der Leitung von Kreiskantor Peter-Michael Seifried zu einem riesigen Chor und traten gemeinsam auf der Bühne des Luckenwalder Stadttheaters auf. Den ganzen Vor- und frühen Nachmittag hatten die Chormitglieder miteinander geübt, denn noch nie hatten sie in dieser Zusammensetzung gesungen. Das Ergebnis war beachtlich, um nicht zu sagen: grandios. Denn je größer ein Chor, desto stärker der Eindruck und stimmgewaltiger die Musik.

Kreiskantor Peter-Michael Seifried (links am Mikrofon) bedankte sich bei den Chorleitern

Kreiskantor Peter-Michael Seifried (links am Mikrofon) bedankte sich bei den Chorleitern.

Quelle: Hartmut F. Reck

Unter dem Motto „Licht in unseren Herzen“ trugen die Sängerinnen und Sänger 15 Lieder von „Jauchzet dem Herrn“, einer Psalmvertonung von Felix Mendelssohn Bartholdy, über viele neue Melodien zeitgenössischer Komponisten wie aus der „Keltischen Messe“ von Peter Reulein und der Messe „Lied vom Licht“ von Gregor Linßen vor.

Zum Abschluss sangen die Chormitglieder und das Publikum gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“

Zum Abschluss sangen die Chormitglieder und das Publikum gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“

Quelle: Hartmut F. Reck

Das mit großem Applaus des Publikums in einem leider nicht ganz voll besetzten Theatersaal bedachte Chorkonzert mündete in das gemeinsame Singen des von Max Reger vertonten Volksliedes „Der Mond ist aufgegangen“, was für eine ganz besondere Stimmung sorgte und nur wenige Stunden später am Himmel tatsächlich beobachtet werden konnte.

„Der Kirchenkreis Zossen-Fläming ist eben etwas Besonderes“

Generalsuperintendent Herche war sichtlich berührt und angetan von diesem musikalischen Höhepunkt seiner Visitation. „Das gab’s noch nie“, sagte er dankbar, „der Kirchenkreis Zossen-Fläming ist eben etwas Besonderes.“ Er dankte allen Chorsängern dafür, „dass Sie Jahr für Jahr tausende Menschen erfreuen und den Gottesdiensten einen himmlischen Klang verleihen und dafür einen großen Teil Ihrer Freizeit einsetzen“.

101 Termine in 14 Tagen

Das tun aber nicht nur Chormitglieder. So gibt es in der evangelischen Kirche sehr viele Ehrenamtliche, die sich um das Gemeindeleben kümmern. Mit vielen von ihnen und natürlich auch mit Hauptamtlichen traf Herche in den vergangenen 14 Tagen zusammen. Insgesamt absolvierte die Kommission, zu der auch zwei Gäste aus der schwedischen Partnerkirche gehörten, 101 Termine.

Generalkreisvisitation: „Die gucken bei uns in alle Ecken“

„Die gucken bei uns in alle Ecken“, erläuterte Kreiskantor Seifried, „um uns zu stärken oder auch zu sagen, wo wir was besser machen können.“ Superintendentin Katharina Furian beschrieb es so: „Eine Visitation gibt Gelegenheit, den Kirchenkreis mit dem Blick von außen wahrzunehmen, sowie die Möglichkeit, Erfahrungen und Einsichten zu gewinnen, die für die Landeskirche von Bedeutung sein können.“

In Martin Herches Terminkalender stehen insgesamt 42 Termine, darunter ein Gespräch mit Teltow-Flämings Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) und auch mit Vertretern der Märkischen Allgemeinen (MAZ).

Doch nicht alle Termine geschafft

Doch alle Termine waren in den zwei Wochen seit dem 10. April, in denen der Generalsuperintendent durch den Kirchenkreis Zossen-Fläming tourte, nicht zu schaffen. Deshalb folgen in dieser Woche noch einige Termine nach dem offiziellen Ende der Visitation.

Interview mit Martin Herche

Über seine Eindrücke aus dem Kirchenkreis berichtete Generalsuperintendent Martin Herche der MAZ

Können Sie sich noch an jeden Ihrer 101 Besuchstermine im Kirchenkreis erinnern?

Martin Herche: Natürlich. Zur Visitationskommission gehören unter meiner Leitung 18 Mitglieder. Wir haben mehr als 30 Veranstaltungen in kleinen Teams und darüber hinaus die Hauptamtlichen im Kirchenkreis und die ehrenamtlichen Mitglieder des Kreiskirchenrats besucht.

Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Herche: Mir sind überall offene und engagierte Menschen begegnet. Es gibt hier keine größere zivilgesellschaftliche Organisation als die evangelische Kirche. Die Vielfalt des kirchlichen Lebens ist beeindruckend. Dank an alle, die dazu beitragen!

Wo steht der Kirchenkreis auch im Vergleich zu den anderen Kirchenkreisen Ihrer Landeskirche?

Herche: Der Kirchenkreis ist gut aufgestellt und wirtschaftlich stabil. Die Nähe zu Berlin ist gegenüber den weniger zentral gelegenen Kirchenkreisen ein Standortvorteil. Das merkt man auch bei Stellenbesetzungen.

Sind möglicherweise weitere Kirchenkreisfusionen geplant?

Herche: Nein, dafür gibt es keinen Grund.

Welches sind die Stärken und Schwächen des Kirchenkreises?


Herche: Die Gotteshäuser sind überall wichtige Identifikationsorte, weit über den Kreis der Kirchenmitglieder hinaus. Es sind ja auch einzigartige Kleinode. Gut, dass sich die Kirchenkreisleitung dazu bekennt, dass alle Kirchen erhalten bleiben sollen. Zu den Stärken gehört die Unterstützung der einzelnen Gemeinden durch den Kirchenkreis und die Förderung der regionalen Zusammenarbeit. Natürlich auch der Solidarausgleich, der den Gemeinden in den strukturschwächeren Bereichen zugute kommt. Ich könnte noch vieles nennen: die Kirchenmusik, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wir haben einen begeisternden Jugendgottesdienst in Zossen erlebt. Schwächen? Eine ständige Herausforderung für die Haupt- und Ehrenamtlichen sind die größer gewordenen Verantwortungsbereiche. Wir wären stärker, wenn die Zahl der Mitglieder wachsen würde.

Vermutlich nimmt die Zahl der Kirchenmitglieder eher ab. Wie kann diese Entwicklung gestoppt werden? Wie viele Gemeindeglieder gibt es im Kirchenkreis?

Herche: Etwa 31 000. Die demografische Entwicklung macht auch vor der Kirche nicht halt. Ob diese Entwicklung gestoppt wird, hängt von allen ab. Etwa 80 Prozent der Einwohner haben die Chance, an eigene Familientraditionen anzuknüpfen und in die Kirche einzutreten. Das macht mich zuversichtlich.


Von Hartmut F. Reck

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