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18 – 20 – zwo – Glückwunsch!

Jüterbog 18 – 20 – zwo – Glückwunsch!

Das Jüterboger Skat-Urgestein Paul Heinrich wird am 27. Mai 90 Jahre alt – 80 Jahre frönt er schon dem wohl deutschesten aller Kartenspiele. Früher holte er sogar Medaillen in der Bundesliga. Heute trifft der Altmeister mit seinen „Skatbrüdern“ wöchentlich in der Stammkneipe und zu Turnierrunden.

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Beim „Karten-Kloppen“ fühlt sich Skat-Spieler Paul Heinrich (l.) wohl. Der 90-Jährige reizt und sticht einmal pro Woche in Jüterbog.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt Paul Heinrich. Der Skatspieler feiert heute seinen 90. Geburtstag und ist damit ein echtes Urgestein in der Jüterboger Skatgeschichte.

Jeden Donnerstag nimmt er sich von 13 bis 17 Uhr eine kleine Auszeit in der Gaststätte „Puttkammer“ am Neumarkt, um dort mit seinen Skatkumpels „Karten zu kloppen“, wie man in Spielerkreisen sagt. Seine Frau kennt das traditionelle Ritual ihres Mannes längst und gönnt ihm den Spaß. In der Gaststätte am Neumarkt hat Paul Heinrich schon früher seinen Stammtisch, an dem er jede Woche aufs Neue die Karten in die Hand nimmt.

Spitzname „Altmeister“

Der Strategieprofi ist der älteste Spieler in einer Truppe von 28 Spielern. Nicht umsonst rufen ihn die „Skatbrüder vom Neumarkt“ noch heute den „Altmeister“. Denn er ist ein Kenner des Kartenspiels. Sechs Jahre lang spielte Paul Heinrich ganz oben mit in der Skatbundesliga in Berlin. Zusammen mit dem 86-jährigen Alfred Niendorf trat er mehrmals im Jahr gegen 20 weitere Mannschaften an. Paul Heinrich holte insgesamt vier Medaillen.

„Man muss auch ein bisschen denken dabei“, sagt Paul Heinrich scherzhaft über das Skatspiel

„Man muss auch ein bisschen denken dabei“, sagt Paul Heinrich scherzhaft über das Skatspiel.

Quelle: D. Wagner

Noch heute zählt das Skatspielen zu seinen größten Leidenschaften. Seine Mitspieler sind erstaunt wie leistungsfähig der 90-Jährige noch ist. Das Skatspielen trägt einen Teil dazu bei, sagt Paul Heinrich selbst dazu, denn „man muss auch ein bisschen denken dabei“. Einen Aussetzer sollte man sich lieber nicht erlauben, denn „Fehler werden sofort bestraft“, so der Skatliebhaber. Das lässt sich allerdings nicht auf Dauer vermeiden, deshalb sollte ein Spieler auch die Fähigkeit haben, einen Patzer gut wegzustecken.

Liebe zum Skat-Spiel mit zehn Jahren entdeckt

Er muss es schließlich wissen, denn der 90-jährige spielt schon sein halbes Leben lang. Der Jüterboger entdeckte seine Liebe für das Kartenspiel bereits während seiner Kindheit im Alter von zehn Jahren. „Da habe ich noch auf dem Dorf gewohnt“, berichtet der aus Welsickendorf stammende Paul Heinrich. Als Junge ging er oft mit seinem Vater und seinem Opa ins Dorflokal und schaute zu. Später zockte er gegen seine Freunde im Dorf.

Inzwischen misst er sich gern mit den Spielern vom Neumarkt beim Preisskat. Pro Skatsaison gibt es dort zwei Runden – die Frühlingsrunde von Januar bis Mai und die Herbstrunde von August bis Dezember. Die Frühjahrsrunde haben die „Skatbrüder vom Neumarkt“ gerade hinter sich. Dass es trotz jahrelanger Erfahrung nicht immer gut laufen kann, zeigte das jüngste Preisskatturnier. Bei Paul Heinrich war von Anfang an der Wurm drin und er belegte am Ende nur einen der hinteren Plätze. Doch das macht ihm nichts aus. „Man muss als Skatspieler auch verlieren können“, findet der 90-Jährige, „wichtig ist, dass man geistig fit bleibt“.

Sieger der Halbjahres-Wertung bei Ausflug gekürt

Außerdem zählt das eine Turnier nur als ein Teil der ganzen Frühlingsrunde. Paul Heinrich hat also noch die Chance, in der Gesamtwertung besser abzuschneiden. Die endgültige Platzierung erfährt er erst am 1. Juni bei einer kleinen Tour durch den Fläming.

Auf einer gemeinsamen Fahrt geht es zunächst nach Langenlipsdorf, wo die „Skatbrüder“ die Firma Sik-Holz besichtigen. Anschließend werden die Gewinner der Frühjahrsrunde bei Kaffee und Kuchen am Zellendorfer Flugplatz bekannt gegeben. Die Fahrt finanziert die Skatgruppe über ihre verlorenen Spiele. Über die ganze Runde hinweg müssen die „Skatbrüder“ 50 Cent pro verlorenem Spiel einzahlen. Da kommt einiges zusammen. Beim vorigen Preisskat berichtet Organisator Dieter Gröst: „Heute haben wir 19 Euro eingenommen, das heißt es sind 38 Spiele verloren gegangen.“

Auch mit 90 will Paul Heinrich weiter „Karten kloppen“

Ab August startet die Truppe dann in die Herbstrunde – natürlich mit Paul Heinrich. Trotz längerer Sommerpause werden die Karten bei ihm aber nicht einfach weggelegt. Er will auch mit 90 Jahren an jedem Donnerstag zum Spielen in die Gaststätte „Puttkammer“ einkehren. Für die anderen Tage in der Woche gebe es außerdem noch ein wenig in seinem Garten zu tun, berichtet der Skatspieler.

Von Isabelle Richter

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