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Teltow-Fläming 20 Jahre A10-Center – eine Mall, die nicht alles verkaufen darf
Lokales Teltow-Fläming 20 Jahre A10-Center – eine Mall, die nicht alles verkaufen darf
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07:26 06.09.2016
22.000 Besucher kommen täglich ins A10-Center. Quelle: ECE
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Wildau

Das größte Einkaufszentrum im Land Brandenburg hat seinen 20. Geburtstag hinter sich. Am 3. September 1996 war das A10-Center in Wildau mit einem dreitägigen Einkaufsmarathon eröffnet worden. Doch weil am vergangenen Wochenende noch die Sommerferien im Gange waren, hat das Center-Management die Feierlichkeiten auf den nächsten Monat verschoben. Vom 6. bis 15. Oktober wird das Jubiläum mit einem Gewinnspiel gleich über zehn Tage ausgedehnt.

Die ursprüngliche Einkaufsmall im Norden wurde 2011 durch das „Triangel“ zu einem Dreieck mit einem großen Eingangsbereich nach Süden erweitert. Das Freizeitzentrum (links) gehört ebenfalls zu den Angeboten des A10-Centers. Quelle: ECE

Sieben Millionen Besucher im Jahr

„Wir feiern den Geburtstag tatsächlich ganz unspektakulär“, gibt Centermanager Sven Schulze zu. Dabei kann man die Shopping-Mall an der Autobahn A10 im Südosten Berlins nur mit Mühe kleinreden. Etwa 200 Geschäfte teilen sich 66.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Rund 250 Millionen Euro Umsatz werden darauf laut Schulze jährlich erwirtschaftet.

Sven Schulze ist seit 2012 der Manager des A10-Centers. Quelle: Peter Degener

Mehr als sieben Millionen Kunden besuchen das A10-Center jedes Jahr. „An schlechten Tagen haben wir 15.000 Besucher, vor Weihnachten sind es etwa 60.000 Kunden, im Schnitt sind es 22.000“, sagt Schulze. Mehr als 1600 Arbeitsplätze hängen an dem Einkaufszentrum, das von der Hamburger ECE-Projektmanagement-Gesellschaft betrieben wird und sich im Eigentum der Deutsche Euroshop AG befindet.

Das Sortiment von Schuhen und Kleidung ist künstlich beschränkt

„Das Center ist ganz wichtig für die Region insgesamt, nicht nur für die Stadt“, sagt Uwe Malich (Linke), Bürgermeister von Wildau. Mit rund einer Million Euro tragen die Center-Händler ein Fünftel des Gewerbesteueraufkommens der Stadt alleine. Bei allen Erfolgen plagt den Bürgermeister und den Centermanager ein Problem gleichermaßen, das schon in der Geburtsstunde des Einkaufszentrums mit auf die Welt kam: Die Einschränkung des Angebots von Kleidung und Schuhen, deren Verkaufsfläche durch den Bebauungsplan auf ein Drittel der Verkaufsfläche beschränkt ist – und diese ist seit der Erweiterung 2011 ausgeschöpft.

Über 200 Geschäfte locken Besucher in die Shopping Mall – im Schnitt kommen täglich 22.000. Vor Weihnachten sind es 60.000 Kunden am Tag. Quelle: Peter Degener

„Seit den 90er Jahren haben sich die Marktbedingungen verändert. Damals gab es große Märkte mit Unterhaltungselektronik, heute kaufen die Menschen so etwas aber im Internet“, sagt Schulze. Für Schuhe und Kleidung gelte das zwar auch, aber der Bedarf, die Produkte anzuprobieren und zu fühlen, sei hier im Gegensatz dazu ungebrochen. „Ich habe Flächen, kann diese aber nicht anbieten“, klagt er.

Die Stadt will den Bebauungsplan ändern, um das Sortiment zu lockern

Statt Boutiquen kommen andere Sortimente zum Zuge. „Jetzt eröffnet 300 Meter neben einem Drogeriemarkt ein zweites Geschäft der gleichen Kette“, nennt er ein aktuelles Beispiel. Die Begründung für die Beschränkung, welche die Einzelhändler der Innenstädte schützen soll, akzeptiert Schulze nicht. „Die Einzelhandelsstrukturen in den Städten konnte man in den letzten 20 Jahren auch trotz aller Einschränkungen über die Nahversorgung hinaus nicht erhalten“, sagt er.

Der neue Eingangsbereich wurde 2011 eröffnet, als die Mall von einer Einkaufsstraße zum „Dreieck“ erweitert wurde. Quelle: Peter Degener

Gemeinsam mit der Stadt Wildau will Schulze den Bebauungsplan ändern. „2017 soll es ernst werden, aber das wird mindestens anderthalb Jahre dauern“, sagt Bürgermeister Malich. „Das ist eine politische Entscheidung, die nicht nur im Landkreis, sondern auch in Potsdam und Berlin getroffen wird, weil die gemeinsame Landesplanung betroffen ist.“

Mit Service wie kostenlosem W-Lan werden Kunden zufrieden gestellt

„Heute geht der Trend zum emotionalen Einkauf, die Menschen wollen fühlen und sehen. Jugendliche oder Familien gönnen sich das Shopping“, beschreibt der Centermanager den Wandel beim Einkaufen, dem er mit kostenlosem W-Lan und anderen Dienstleistungen begegnen will. Hundetrinkstationen hat er schon. Demnächst kommen Handyladestationen und ein Auto-Parkplatzfinder für das Smartphone hinzu. Auch eine App, die den Kunden in der riesigen Shopping-Mall bei der Orientierung helfen soll, wird gerade umgesetzt. „Der Kunde will doch am liebsten, dass sein Auto gewaschen ist, wenn er vom Shopping zurückkommt“, scherzt Sven Schulze. Er und seine Mitarbeiter arbeiten daran, diesem Einkaufserlebnis möglichst nahe zu kommen.

Die Geschichte des A10-Centers Wildau


D

Eigentümer ist heute die Deutsche Euroshop (DES) AG, die die Einkaufsmeile 2010 für 265 Millionen Euro erworben hat, nachdem der vorige Inhaber 2009 Insolvenz anmelden musste.

Die DES ist an etwa 20 Einkaufszen-tren in Deutschland, Polen, Ungarn und Österreich beteiligt, so an den Arkaden am Potsdamer Platz in Berlin.

Nach dem Erwerb durch die Euroshop AG wird das A10-Center von der ECE betrieben, die der Familie Otto gehört.

Im April 2011 wurde der 60 Millionen Euro teure Erweiterungsbau „Triangel“ eröffnet sowie im Juli 2012 die Rekons-truktion „des Altbaus“ abgeschlossen.

Der gebürtige Koblenzer Sven Schulze leitet das A10-Center in Wildau seit August 2012, nachdem sein Vorgänger Lutz Heinicke die Regie in den Potsdamer-Platz-Arkaden in Berlin-Mitte übernommen hat.

Von Peter Degener

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