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25 Jahre Kulturverein

Blankenfelde 25 Jahre Kulturverein

Ein kulturelles Vakuum wollten die Gründer des heutigen Kulturvereins Blankenfelde 1991 füllen. Ihrem Motto „Du sollst nicht langweilen“ fühlt sich Siegrid Sohr, die heutige Vorsitzende, immer noch verbunden. Sie erinnert auch an die schwerste Stunde des Vereins, der in diesem Jahr 25 Jahre alt wird.

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Siegrid Sohr führt den Kulturverein seit Januar 2015.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (1), Privat (2)

Blankenfelde. Kultur auf dem Land ist ein schwieriges Geschäft. Erst recht, wenn man eine Stadt wie Berlin in unmittelbarer Nähe hat, wo man sich täglich in einem unübersichtlichen Angebot aus Hochkultur und Kleinkunst verlieren kann. Trotz dieser widrigen Umstände gelingt es in Blankenfelde regelmäßig, Menschen in die Alte Aula zu locken. In der vergangenen Woche lauschten viele Zuhörer den Erinnerungen des Filmkritikers Knut Elstermann, im Frühjahr sorgte der Nahostexperte Michael Lüders für ein volles Haus.

Vakuum nach der Wende

1991 sah das noch etwas anders aus. Fünf Menschen, darunter der erste Vereinsvorsitzende Horst Thiele und Nachfolger Bernd Heimberger, gründeten am 1. November den Kulturförderverein Blankenfelde/Mahlow. „Nach der Wende war ein Vakuum entstanden“, sagt Siegrid Sohr, die heutige Vorsitzende des 1998 umbenannten Kulturvereins. In der Gründungszeit hätten viele nicht gewusst, wohin es geht, was bleibt und was nicht. „Es haben sich Menschen zusammengetan, denen Kultur wichtig war“, sagt sie. „Du sollst nicht langweilen“ – dieser Satz des Literaturkritikers Hellmuth Karasek war damals das Motto, und er ist es auch heute noch. Niveauvolle Kultur vor den Toren der Hauptstadt zu erschwinglichen Preisen war und ist das Ziel. Zehn Veranstaltungen stellten die 20 Mitglieder der frühen Jahre auf die Beine – mal in den Räumen der Gemeinde, mal unter dem Dach der Kirche. Der Traum von einer festen Anlaufstelle war damals noch in weiter Ferne.

1996 erhielt der Verein die Alte Aula

1996 übergab der damalige Amtsdirektor Dietmar Klemt die ehemalige Zentralschule in die Verantwortung des Vereins. Seinen Rat „Macht was draus“ nahmen sich die Vereinsmitglieder sofort zu Herzen. Im Jahr darauf eröffnete der frisch sanierte Festsaal in dem mittlerweile als „Alte Aula“ umbenannten früheren Schulhaus. Zunächst hatte der Verein dort nur ein Büro, doch im Lauf der Jahre breitete sich die Kunst immer mehr aus. Mit ABM-Kräften und Unterstützung der Gemeinde wurde Stockwerk für Stockwerk saniert. Dabei stieß man auch auf Überraschendes. Beim Aufbuddeln des Kellergewölbes fand man eine Feldsteinwanne aus dem Mittelalter und hatte die Gewissheit, dass der Untergrund der Alten Aula deutlich älter war als gedacht. „Es ist das zweitälteste Gebäude in Blankenfelde nach der Kirche“, sagt Siegrid Sohr. Dort, wo die Alte Aula heute steht, haben schon die einstigen Schlossbesitzer Feste gefeiert. „Wir waren hier schon immer das kulturelle Zentrum von Blankenfelde“, sagt sie.

Schock nach dem Tod von Bernd Heimberger

Im Januar 2013 dann der Schock: Bernd Heimberger, der damalige Vorsitzende des Vereins, stirbt überraschend. Unter ihm entstand der Aula-Park als blühendes Gegenstück zum Blankenfelder Dorf, das sich für ihn immer mehr zu einer gesichtslosen Ansammlung von Supermärkten und Parkplätzen entwickelte. In unzähligen Stunden schafften Heimberger und seine freiwilligen Helfer ein Kleinod aus Natur und Skulptur. Heimberger, der auch Gemeindevertreter war, erkämpfte für den Verein eine jährliche finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde. Als Schriftsteller gab er einmal im Jahr die Blankenfelder Blätter heraus und brachte den Einwohnern bei Spaziergängen die Geschichte des Ortes nahe. „Wir waren wie erstarrt“, erinnert sich Siegrid Sohr an die Zeit nach Heimbergers Tod. Fast zwei Monate fanden in der Alten Aula keine Veranstaltungen statt. „Irgendwann haben wir uns gesagt: ’Jetzt nicht nachlassen, es geht um sein Vermächtnis’“, sagt Siegrid Sohr, die den Verein seit Januar 2015 führt. Mittlerweile gehe es dem Verein so gut wie nie. Mehr als 60 Mitglieder engagieren sich, mehrmals im Jahr wechseln sich Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerte ab. „Für mich ist es, als würde ich früh zur Arbeit gehen“, sagt die pensionierte Lehrerin. Die Langeweile, vor der Hellmuth Karasek gewarnt hat, kommt jedenfalls nicht auf.

Von Christian Zielke

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