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25 Jahre Top-Trinkwasser trotz IFA und Rieselfeld

Ludwigsfelde 25 Jahre Top-Trinkwasser trotz IFA und Rieselfeld

Ein Vierteljahrhundert spannender Wasser-Geschichten hat der Zweckverband Region Ludwigsfelde (Warl) hinter sich. Dazu gehören die Hinterlassenschaft des IFA-Autowerks, dessen Schadstofffahne noch 50 Jahre spürbar sein wird, ebenso wie die Berliner Rieselfelder. Und seit zehn Jahren ein Hit: der Kinderwassertag auf dem Wasserwerksgelände.

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Kinderwassertag 2017 am Wasserwerk Ludwigsfelde: Mehr als 3000 Kinder der Region waren dort zu Gast. Hier vergnügen sich Jungen aus der Kita „Kunterbunt“ Großbeeren.

Ludwigsfelde. Spannend war für Hans-Reiner Aethner, den Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserzweckverbands Region Ludwigsfelde, jedes der zurückliegenden 25 Jahre seit der Gründung 1992. „Man weiß doch morgens nie, was im Laufe des Tages alles passieren kann“, sagt er. Und passiert ist in der Industrieregion rund um Ludwigsfelde jede Menge. Dennoch muss aus tausenden Wasserhähnen jeden Tag sauberes, bedenkenlos trinkbares Wasser kommen.

1Spatenstich für die Millionen-Investition Reinwasserbehälter im Jahre 2009

1.Spatenstich für die Millionen-Investition Reinwasserbehälter im Jahre 2009.

Quelle: WARL

Das war besonders in den ersten Jahren nicht selbstverständlich. Die Hinterlassenschaften des IFA-Autowerkes drohten das Trinkwasser zu verunreinigen. Aethner erinnert sich: „Im Gegensatz zu Nachbarverbänden ist es uns aber gelungen, die Verantwortlichen bei Treuhand-Nachfolgefirmen in die Verantwortung zu nehmen.“ Das hieß: Der Verband konnte eine Gegenstromanlage bauen und bekam sie bezahlt. Damit war auch das Trinkwasser im zweiten und dritten Grundwasserleiter nutzbar. Die erste Stufe dieser Anlage wurde 1996 in Betrieb genommen, ein Jahr später die zweite. „Aber mit der Schadstofffahne vom Autowerk haben wir noch die kommenden 50 Jahre zu tun“, sagt Aethner.

Inbetriebnahem der Kläranlage Ludwigsfelde 2009

Inbetriebnahem der Kläranlage Ludwigsfelde 2009.

Quelle: WARL

Ebenfalls hinter den Kulissen lief für den Warl der Kampf gegen die Hinterlassenschaften der Berliner Rieselfelder. Mit dem Ende der Berieselung Mitte der 1980er Jahre sank der Grundwasserspiegel in der Region um rund 40 Zentimeter. Auf Großbeerener Flächen wurden Abwässer noch bis 1997 geleitet, vor allem deshalb, weil es kein Klärwerk gab. „Es war damals ein zähes Ringen, bis wir endlich den Vertrag mit den Berliner Wasserbetrieben hatten, dass wir diese Mengen zur Kläranlage Stahnsdorf liefern durften, und mit der Straßenbauverwaltung, um die dafür nötigen Leitungen bauen zu können“, sagt der Verbandschef.

Riesiger Ärger vor Ort wegen plötzlicher Gesetzesänderungen

Richtig wütend wird der 59-Jährige, wenn es um Vorschriften und Gesetze geht. „Ob beim Altanschließer-Streit oder beim Wechsel von Umsatzsteuersätzen – plötzlich andere Rechtsauffassungen haben Verbände und Gesellschaften vor Ort mit riesigem Aufwand und Ärger auszubaden“, sagt Aethner. Konflikte scheue er nicht, „aber praxisfremde Entscheidungen ärgern mich“.

Die Zahlen aus 25 Jahren Warl-Verbandsgeschichte mit den Orten Ludwigsfelde, Großbeeren ohne Diedersdorf, Nunsdorf (Stadt Zossen) und Trebbin sind beeindruckend: 1992 wurden 21100 Menschen mit Trinkwasser versorgt, heute sind es fast 43 000; ans Schmutzwassernetz waren anfangs 17 850 Einwohner angeschlossen, nun sind es 41 270; die Gesamtinvestitionen ins Trinkwassernetz betragen 47,4, die ins Schmutzwassernetz 82,64 Millionen Euro, zwölf Millionen davon für die Kläranlage Ludwigsfelde; der Anschluss-/Erschließungsgrad stieg beim Trinkwasser vo aber öffentlich unsichtbar.

Der unsichtbare Wasserturm

Aethners größter Wunsch für die kommenden 25 Warl-Jahre: „Dass dieser Verband für die Bürgerinnen und Bürger auch gegen zeitweilige Modeerscheinungen mit Sachverstand weitergeführt wird.“

Von Jutta Abromeit

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