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25 Jahre gemeinsam gegen die Krankheit

Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose 25 Jahre gemeinsam gegen die Krankheit

Die Ludwigsfelder Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose besteht seit 25 Jahren. Sprecherin ist Petra Sturm. Sie ist mit 50 Jahren jüngstes Mitglied der Gruppe. Die Betroffenen leiden nicht nur, sondern haben auch Angst, ihre Krankheit zu vererben.

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Birgit Anhoff, Marion Laudahn und Petra Sturm (v.l.) von der Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose Ludwigsfelde.

Quelle: Gudrun Ott

Ludwigsfelde. Die Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose in Ludwigsfelde feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Zehn Betroffene gründeten im Jahr 1991 die Gruppe. Birgit Anhoff war damals schon dabei. Sie ist Mitglied, obwohl sie selber nicht erkrankt ist. Sie war lange Jahre Sprecherin der Gruppe und hilft bis heute Veranstaltungen zu organisieren.

„Man weiß nicht, ob die Krankheit vererbbar ist“

Ihre Nachfolgerin als Sprecherin ist Petra Sturm. Sie ist mit 50 Jahren jüngstes Mitglied der Gruppe. Als ihr vor vielen Jahren die Krankheit diagnostiziert wurde, entschieden sie und ihr Ehemann sich gegen Kinder. „Man weiß nicht, ob die Krankheit vererbbar ist“, sagt die Frau mit den dunklen Locken. Multiple Sklerose (MS) trifft vor allem junge Erwachsene, aber auch schon Kinder. Wenn Kinder häufig stolpern oder Gegenstände fallen lassen, denkt kaum jemand an MS. Dabei erkranken zwischen drei bis sechs Prozent aller Betroffenen bereits vor dem 17. Lebensjahr an dieser Autoimmunkrankheit, die das zentrale Nervensystem befällt.

Die chronisch-entzündliche Erkrankung kann das Gehirn, das Rückenmark aber auch den Sehnerv befallen. Dann hat der Betroffene das Gefühl durch eine Milchglasscheibe zu sehen. In Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 120 000 Menschen an der Krankheit. Warum Abwehrzellen des Körpers fälschlicherweise körpereigene Strukturen angreifen, ist noch weitgehend unbekannt.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen.“

„Wir lassen uns von der Krankheit nicht unterkriegen. In unserer Gruppe gibt jeder dem anderen Halt“, sagt Marion Laudahn, deren Vater schon an MS erkrankt war. „Natürlich habe ich Angst, es meinen Kindern und Enkeln weiterzuvererben.“ In der Selbsthilfegruppe wird über alle diese Probleme gesprochen, aber sie bestimmen nicht das Beisammensein. „Immer am zweiten Montag im Monat treffen wir uns in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität Bürgerhilfe. Wir haben eine Art Arbeitsplan, wir gehen zu Vorträgen oder fahren auch mal ins Theater. Wir wollen das Leben genießen“, so Petra Sturm. Etwas finanzielle Unterstützung gibt es vom Sozialamt des Landkreises und vom Verband der Krankenkassen. Auch Sponsoren helfen den derzeit 19 Mitgliedern.

Die große Feier zum Vierteljahrhundert des Bestehens ist im Mai geplant, dann gibt es Kaffee und ganz viel Kuchen.

Info: Wer die Gruppe kennenlernen will, kann sich beim Verein Lukiss im Waldhaus anmelden.

Von Gudrun Ott

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