Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
300 Flüchtlinge ab Februar erwartet

Info-Offensive des Trebbiner Bürgermeisters 300 Flüchtlinge ab Februar erwartet

Bis zu 300 Flüchtlinge sollen ab Februar in einer Traglufthalle im Trebbiner Ortsteil Schönhagen untergebracht werden. Bürgermeister Thomas Berger (CDU) hat alle 5500 Haushalteder Stadt und ihrer Dörfer schriftlich über die Flüchtlingssituation informiert.

Voriger Artikel
Protest gegen Asylpolitik in Jüterbog
Nächster Artikel
Parkplätze für Bahnfahrer

Die Trebbiner Stadtvrordnete Monika Neubauer (SPD) legt ihr Mandat nieder und will sich künftig um Flüchtlinge kümmern.

Quelle: Elinor Wenke

Trebbin. In einem persönlichen Brief an alle 5500 Haushalte der Stadt Trebbin und der 13 Ortsteile hat Bürgermeister Thomas Berger (CDU) die Einwohner über die Flüchtlingssituation in der Stadt, über Verteilverfahren, Zuständigkeiten und Reglements informiert. In den vergangenen zwei Tagen hatten die Bürger dieses Schreiben in ihren Briefkästen. Das Flüchtlingsthema bestimmte dann auch die Sitzung der Stadtverordneten am Mittwochabend.

Erst am Montag hatte Berger vom Landkreis die Information erhalten, dass ab Februar bis zu 300 Flüchtlinge in einer Traglufthalle auf dem Gelände des Flugplatzes Schönhagen untergebracht werden sollen. Zunächst geht man von 250 Personen aus. Auf einer Informationsveranstaltung für Anwohner am 1. Dezember um 18 Uhr im Haus 2 des Flugplatzes will Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) ihre Entscheidung begründen.

Thomas Berger verurteilte die Terroranschläge von Paris und warnte zugleich davor, die Flüchtlinge dafür verantwortlich zu machen. „Sie kommen nicht, um Europa zu terrorisieren, sondern sie sind genau vor diesen Terroristen geflohen, weil sie um ihr Leben und das ihrer Kinder fürchten müssen“, sagte Berger am Mittwoch, „wir müssen diesen Menschen zeigen, dass sie bei uns keine Angst haben müssen.“ Er strebe eine transparente Politik und einen offenen Umgang miteinander an.

Er hatte die Bürger direkt angeschrieben, um Fehlinformationen und Panikmache entgegenzutreten. Denn schon hatte sich laut Berger in Schönhagen das Gerücht verbreitet, es würden 1000 alleinstehende Männer als Flüchtlinge erwartet, die Jagd auf einheimische Frauen machen würden.

Der Wunsch der Bürger, über den Standort einer Flüchtlingsunterkunft mitzuentscheiden, sei verständlich, so Berger, aber nicht erfüllbar. „Das ist keine Selbstverwaltungsaufgabe der Stadt, sondern eine sogenannte Pflichtaufgabe zur Erfüllung auf Weisung“, sagte er. Die Stadt wolle aber die Sorgen, Probleme und Fragen der Bürger ernst nehmen und Ängste abbauen.

Michèle Lehmann (14), Oberschülerin in Trebbin, bat den Bürgermeister bei der Stadtverordnetenversammlung, auch an den Schulen aufzuklären, da auch unter den Jugendlichen Sorgen und Unsicherheit herrschten.

Wie lange die Verweildauer für die Asylbewerber in der Halle auf dem Flugplatzgelände sein werde, wollten Schönhagener Einwohner wissen. „Sie müssen so lange dort bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist“, sagte Berger. Erst beim Status Bleiberecht dürften sie sich eine Wohnung und Arbeit suchen. Berger geht davon aus, dass die meisten Flüchtlinge, die bleiben dürfen, in größere Städte ziehen werden. Schulpflichtige Kinder von Flüchtlingen müssten laut Vorschrift in der Grundschule Blankensee beschult werden, sagte Berger auf eine weitere Anfrage. Möglicherweise könnte aber auch das alte Schulgebäude in der Friedensstadt Glau als Außenstelle etabliert werden.

Die Stadtverordnete Monika Neubauer (SPD) rief die Trebbiner auf, die Flüchtlinge zu unterstützen und sie zum Beispiel über Vereine aus der Isolation holen. „Ich selbst werde mich aktiv einbringen“, sagte die 72-Jährige, „als ehemalige Lehrerin will ich helfen, dass sie schnell an die deutsche Sprache herangeführt werden.“ Um dieses Ehrenamt bestmöglich ausfüllen zu können, gibt sie ein anderes auf. „Zum Jahresende lege ich mein Stadtverordnetenmandat nieder“, kündigte sie an. Berger begrüßte Neubauers Engagement. Die Stadt habe bereits einen Förderantrag auf Lehrmaterial und EDV-Ausstattung gestellt.

Von Elinor Wenke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg