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Teltow-Fläming 300 Flüchtlinge ab Februar erwartet
Lokales Teltow-Fläming 300 Flüchtlinge ab Februar erwartet
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13:08 20.11.2015
Die Trebbiner Stadtvrordnete Monika Neubauer (SPD) legt ihr Mandat nieder und will sich künftig um Flüchtlinge kümmern. Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

In einem persönlichen Brief an alle 5500 Haushalte der Stadt Trebbin und der 13 Ortsteile hat Bürgermeister Thomas Berger (CDU) die Einwohner über die Flüchtlingssituation in der Stadt, über Verteilverfahren, Zuständigkeiten und Reglements informiert. In den vergangenen zwei Tagen hatten die Bürger dieses Schreiben in ihren Briefkästen. Das Flüchtlingsthema bestimmte dann auch die Sitzung der Stadtverordneten am Mittwochabend.

Erst am Montag hatte Berger vom Landkreis die Information erhalten, dass ab Februar bis zu 300 Flüchtlinge in einer Traglufthalle auf dem Gelände des Flugplatzes Schönhagen untergebracht werden sollen. Zunächst geht man von 250 Personen aus. Auf einer Informationsveranstaltung für Anwohner am 1. Dezember um 18 Uhr im Haus 2 des Flugplatzes will Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) ihre Entscheidung begründen.

Thomas Berger verurteilte die Terroranschläge von Paris und warnte zugleich davor, die Flüchtlinge dafür verantwortlich zu machen. „Sie kommen nicht, um Europa zu terrorisieren, sondern sie sind genau vor diesen Terroristen geflohen, weil sie um ihr Leben und das ihrer Kinder fürchten müssen“, sagte Berger am Mittwoch, „wir müssen diesen Menschen zeigen, dass sie bei uns keine Angst haben müssen.“ Er strebe eine transparente Politik und einen offenen Umgang miteinander an.

Er hatte die Bürger direkt angeschrieben, um Fehlinformationen und Panikmache entgegenzutreten. Denn schon hatte sich laut Berger in Schönhagen das Gerücht verbreitet, es würden 1000 alleinstehende Männer als Flüchtlinge erwartet, die Jagd auf einheimische Frauen machen würden.

Der Wunsch der Bürger, über den Standort einer Flüchtlingsunterkunft mitzuentscheiden, sei verständlich, so Berger, aber nicht erfüllbar. „Das ist keine Selbstverwaltungsaufgabe der Stadt, sondern eine sogenannte Pflichtaufgabe zur Erfüllung auf Weisung“, sagte er. Die Stadt wolle aber die Sorgen, Probleme und Fragen der Bürger ernst nehmen und Ängste abbauen.

Michèle Lehmann (14), Oberschülerin in Trebbin, bat den Bürgermeister bei der Stadtverordnetenversammlung, auch an den Schulen aufzuklären, da auch unter den Jugendlichen Sorgen und Unsicherheit herrschten.

Wie lange die Verweildauer für die Asylbewerber in der Halle auf dem Flugplatzgelände sein werde, wollten Schönhagener Einwohner wissen. „Sie müssen so lange dort bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist“, sagte Berger. Erst beim Status Bleiberecht dürften sie sich eine Wohnung und Arbeit suchen. Berger geht davon aus, dass die meisten Flüchtlinge, die bleiben dürfen, in größere Städte ziehen werden. Schulpflichtige Kinder von Flüchtlingen müssten laut Vorschrift in der Grundschule Blankensee beschult werden, sagte Berger auf eine weitere Anfrage. Möglicherweise könnte aber auch das alte Schulgebäude in der Friedensstadt Glau als Außenstelle etabliert werden.

Die Stadtverordnete Monika Neubauer (SPD) rief die Trebbiner auf, die Flüchtlinge zu unterstützen und sie zum Beispiel über Vereine aus der Isolation holen. „Ich selbst werde mich aktiv einbringen“, sagte die 72-Jährige, „als ehemalige Lehrerin will ich helfen, dass sie schnell an die deutsche Sprache herangeführt werden.“ Um dieses Ehrenamt bestmöglich ausfüllen zu können, gibt sie ein anderes auf. „Zum Jahresende lege ich mein Stadtverordnetenmandat nieder“, kündigte sie an. Berger begrüßte Neubauers Engagement. Die Stadt habe bereits einen Förderantrag auf Lehrmaterial und EDV-Ausstattung gestellt.

Von Elinor Wenke

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