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Teltow-Fläming 40 Menschen wollen ihren Namen ändern
Lokales Teltow-Fläming 40 Menschen wollen ihren Namen ändern
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11:40 16.05.2017
Wer keinen „Sammelnamen“ wie Müller tragen möchte, kann eine Namensänderung beantragen – das Ordnungsamt entscheidet. Quelle: dpa
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Dahmeland-Fläming

Kurz nachdem Inge Gsodschan aus Heidesee vor mehr als 50 Jahren geheiratet hatte, sei sie fast verrückt geworden, sagt sie. Aus ihrem Mädchennamen Schmidt wurde Gsodschan – vom Allerweltsnamen zu einem sehr exotischen. „Ständig musste ich meinen neuen Namen buchstabieren“, erinnert sich Inge Gsodschan. „Und erklären, wie er überhaupt ausgesprochen wird.“ Über die Jahre hat sie sich daran gewöhnt, Freunde und Bekannte wissen jetzt sowieso, wie man ihren Namen schreibt. Und dass sie ihn Fremden buchstabieren muss, ist mittlerweile zur Gewohnheit geworden und fällt der Heideseerin kaum noch auf.

Ändern lassen würde sie ihn deshalb jedoch auf gar keinen Fall. „Meine ganze Familie trägt diesen Namen sehr gern“, sagt sie. Und sie hat auch schon nachrecherchiert: „Bundesweit gibt es insgesamt nur zwei Telefonbuchseiten mit unserem Familiennamen, das ist doch etwas Besonderes worauf man stolz sein kann.“

40 Anträge im Jahr 2016

Nicht alle Menschen mit außergewöhnlichen Namen tragen ihn so gern und stolz, wie Inge Gsodschan. In der Region Dahmeland-Fläming stellten im vergangenen Jahr 40 Bürger einen Antrag auf Namensänderung, in den vergangenen fünf Jahren gingen insgesamt 196 Anträge bei beiden Landkreisen ein. Die meisten Anträge auf Namensänderung betreffen den Familiennamen und wurden von den Behörden bewilligt.

So wurden in Dahme-Spreewald seit dem Jahr 2012 genau 44 Familiennamen und 18 Vornamen geändert. 27 Anträge wurden entweder abgelehnt oder wieder zurückgenommen, wie Kreissprecherin Janet Grund mitteilte. Aus Datenschutzgründen dürfe nicht genannt werden, weshalb Anträge abgelehnt wurden, beziehungsweise, welche Namen erfolgreich geändert wurden. Nur so viel: In Dahme-Spreewald sei die Zahl der Anträge auf Namensänderungen tendenziell ansteigend, die meisten Antragssteller kommen dabei aus dem Nordkreis.

Plausibler Grund notwendig

Erfolg auf eine Namensänderung haben außerdem nur die Bürger, die auch einen plausiblen Grund dafür vortragen. Das können folgende sein: Namen, die Schwierigkeiten in der Schreibweise oder bei der Aussprache verursachen und die Namensträger deshalb im Alltag behindern. Sammelnamen wie Meyer, Müller, Schmidt oder Schulz, bei denen die Träger der Namen nicht mehr unterschieden werden können. Anstößig oder lächerlich klingende Namen, die zu frivolen oder unangemessenen Wortspielen führen können – Beispiele: Lump, Käsebein, Fick.

Wie Teltow-Flämings Kreissprecherin Katrin Melzer mitteilt, seien in den vergangenen Jahren auch einige Anträge abgelehnt worden. „Das sind immer Einzelfallentscheidungen“, sagt sie. Gründe liegen nicht vor, wenn der eigene Name nicht gefällt oder man einen anderen Namen vor dem Aussterben retten möchte.

Einzelfall entscheidet

Bei anstößig oder lächerlich klingenden Namen ist zudem auch der persönliche Hintergrund entscheidend. „Die Gründe sind sehr vielfältig und werden immer einzeln betrachtet“, erklärt Janet Grund. „Deshalb können sich Antragsteller auch nicht auf ihre Nachbarn, Freunde und Bekannte berufen, die eventuell eine Änderung ihres eigenen Namens erfolgreich beantragt haben.

So hatte sich etwa ein Psychiater in Berlin umbenennen lassen, der zuvor „Macke“ hieß und deshalb zu unfreiwilliger Bekanntheit gekommen ist. Hätte er einen anderen Beruf ausgeübt, wäre die Namensänderung wahrscheinlich nicht durchgegangen. Der Wunsch, Namen von Manga-Figuren oder aus Online-Rollenspielen anzunehmen, werde immer abgelehnt.

Beratung empfohlen

Generell werden bei der Änderung von Familiennamen höhere Maßstäbe angesetzt. Dahinter steht die Annahme, dass das öffentliche Interesse an der Beibehaltung eines Nachnamens als höher bewertet wird. Dennoch sind auch beim Wunsch nach einem neuen Vornamen wichtige Gründe schriftlich aufzuführen. Subjektive Geschmacksfragen etwa stellen keinen wichtigen Grund dar.

„Vor einer Antragstellung sollte man sich vom Ordnungsamt über Erfolgsaussichten beraten lassen“, rät Kreissprecherin Janet Grund. Deshalb seien die Quoten der erfolgreich gestellten Anträge auf Namensänderung auch so gut. Denn so werden diejenigen mit geringer Chance von vornherein auch gar nicht erst gestellt oder aber wieder zurückgezogen.

Von Anja Meyer

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