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Teltow-Fläming 48-Stunden-Aktion lockt Berliner aufs Land
Lokales Teltow-Fläming 48-Stunden-Aktion lockt Berliner aufs Land
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19:27 26.06.2016
Im Stundentakt kamen Besucher mit dem Regionalexpress aus Berlin, um das Urstromtal und den Niederen Fläming zu erkunden. Quelle: Andreas Staindl
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Baruth

Raus aus der Hauptstadt und rein in die Natur- und Kulturlandschaft Baruther Urstromtal und Niederer Fläming: Die Idee der 48-Stunden-Aktion des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hat gezündet. Im Stundentakt „spuckte“ der Regionalexpress Gäste aus Berlin in Baruth aus. Der Bahnhof in der Kleinstadt im Urstromtal wurde am Wochenende zur Drehscheibe. Raus aus dem Zug, kurz orientiert und informiert, und rein in einen der bereitstehenden Busse. Zwei Routen waren vorbereitet.

Leckeres aus dem Backofen

Barbara Herzog klappt das Faltblatt auf, verschafft sich einen Überblick über die Angebote. „Ich nehme zuerst die Westroute“, sagt sie. „Da sind Orte dabei, die kenne ich noch gar nicht. Ich bin sehr gespannt.“ Der Bus fährt los. Fast alle Plätze sind besetzt. Anja Esterluß begrüßt die Fahrgäste. Die Kunsthistorikerin aus dem Museumsdorf Baruther Glashütte ist eine der Gästeführer der Veranstaltung. Sie versorgt die Gäste mit spannenden Informationen. Paplitz ist die erste Station. Die Dorfgemeinschaft hat den Backofen angeheizt. Die ersten Leute steigen dort aus. „Ich plane für jeden Ort eine Stunde“, erzählt Monika Thiele, „das müsste reichen“. Im Stundentakt fahren die Busse die beteiligten Dörfer an. Ein- und Ausstiege sind dann möglich. Dieses Angebot wird rege genutzt.

Schöbendorf ist der nächste Ort auf der Westroute. Hier gibt es Bio-Rinder und den Schöbendorfer Busch. Landleben pur. Reinhard Schliebner wartet auf den nächsten Halt. Er will in das Barnack-Museum in Lynow. Es ist dem Erfinder der Kleinbildkamera gewidmet. Auch eine Wanderung zur denkmalgeschützten Horstmühle ist von dem Dorf aus möglich. Drei Männer mit Rücksäcken und Wanderschuhen steigen aus. In Stülpe wird der Bus noch leerer. Das Schloss und die Kirche reizen offenbar. Führungen und Gespräche mit dem Schlossherrn gibt es nicht alle Tage. Das Konzert mit Daniel Seroussi im Blauen Salon war einer der Höhepunkte in Stülpe. Er präsentierte die größten Meisterstücke der Klassik auf dem Bechsteinflügel.

Ernteerzeugnisse vorm Hoftor

Ließen ist der nächste Ort auf der Westroute. Wie in anderen Dörfern auch, haben Einheimische hier ihre Ernteerzeugnisse vor das Hoftor gestellt. Als eine ältere Frau Honiggläser entdeckt, steigt sie aus. Von Ließen aus ist es aber auch nicht weit bis Petkus. „Etwa eineinhalb Kilometer, und immer schön der Flämig-Skate entlang“, sagt Anja Esterluß. Sie verweist noch auf den 178 Meter hohen Golmberg – der höchsten Erhebung im Niederen Fläming. So wie in fast allen Teilnehmerorten warten auch in Petkus besondere Angebote auf die Gäste. Im Skaterhotel können Fahrräder samt Picknickkorb ausgeliehen werden; eine Radtour ist vorbereitet.

Spannende Entdeckertouren

Der Bus fährt weiter über Merzdorf und ist in knapp einer Stunde zurück in Baruth. Dort sind schon die nächsten Besucher mit dem Regionalexpress aus Berlin angekommen. Die Ostroute ist kürzer. Sie führt durch Baruth vorbei am Schloss und der Kirche und weiter zum Wildpark Johannismühle, dem Museumsdorf Baruther Glashütte sowie über Dornswalde und Radeland. Überall konnte man aussteigen, die Natur-und Kulturlandschaft entdecken, kreative Küche genießen, mit Einheimischen ins Gespräch kommen. Das Organisationsteam der Stadt Baruth hatte zusammen mit dem Landkreis Teltow-Fläming, der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, dem VBB und dem Museumsverein Glashütte spannende Entdeckertouren vorbereitet. Mehrere hundert Gäste waren während der Premiere dabei.

Von Andreas Staindl

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