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Teltow-Fläming 520 Medien in leichter Sprache für die Bibliothek
Lokales Teltow-Fläming 520 Medien in leichter Sprache für die Bibliothek
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00:19 22.09.2017
Kartonweise wurde die Literatur in leichter Sprache verladen, die Lutz Mikolaschek (l.) für die Bibliothek mitgebracht hatte. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Mit einer ungewöhnlichen Fracht hat Lutz Mikolaschek die Bibliothek im Bahnhof bedacht. Der Luckenwalder Rollstuhlfahrer engagiert sich im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter und leitet die Kontaktstelle Teltow-Fläming. Er übergab an Bibliotheksleiterin Elka Freudenberger und ihre Mitarbeiter insgesamt 520 Medien in sogenannter leichter Sprache sowie 40 entsprechende Flyer.

35 verschiedene Publikationen

Dabei handelt es sich um 35 verschiedene Publikationen, vorwiegend Ratgeber, Regelwerke, Behörden-Broschüren und Gesetzeserläuterungen. „Mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes 2006 sind in Deutschland die Kommunen und Träger öffentlicher Gewalt verpflichtet, Informationen vermehrt in leichter Sprache bereitzustellen“, sagte Mikolaschek, „da gibt es in Teltow-Fläming noch viel Nachholbedarf.“

Laut bundesweiter Studien gibt es Millionen Deutsche, die die meisten Bücher nicht lesen können, weil sie mit den komplizierten Texten überfordert sind. Texte in leichter Sprache sollen ihnen dabei helfen, den Inhalt verständlich zu machen. „Auch das ist eine Form von Barrierefreiheit“, sagte Mikolaschek.

Während rollstuhlgerechte Zugänge oder Texte in Blindenschrift in den Kommunen zunehmend Einzug halten, sind Texte in leichter Sprache laut Mikolaschek etlichen Behörden völlig unbekannt. „Wir hatten bisher in unserer Bibliothek solche Exemplare nicht, ich freue mich über den Neuzugang“, sagte Elka Freudenberger und nahm die Kartons voller Literatur dankbar an.

Kurze Sätze mit einer Aussage

Bei Texten in leichter Sprache sind die Sätze kurz und enthalten nur eine Aussage. Es werden nur einfache Wörter verwendet, die für eine bessere Verständlichkeit zum Teil mit Bindestrich geschrieben sind. Dies soll den Migranten zugute kommen, aber auch jenen, die mit der Muttersprache Deutsch in schriftlicher Form Probleme haben.

Erstaunt zeigte sich Nadine Walbrach, Mitglied im Bildungsausschuss der Stadtverordneten. „Ich kannte so was bisher gar nicht und finde das total großartig“, sagte sie. Vor allem den Flüchtlingen könne man damit die Integration erleichtern. „Ich hoffe, dass das neue Angebot in der Bibliothek auf fruchtbaren Boden fällt und dass auch die neue Homepage der Stadt Luckenwalde bald mit einem Button in leichter Sprache erstrahlen wird“, wünschte sich Mikolaschek.

Elka Freudenberger indes suchte bereits nach einem geeigneten Extra-Platz für die Exemplare. „Einfach in die Regale zwischen die anderen Bücher stecken, geht nicht“, sagte sie. Sie will mit ihren Mitarbeitern versuchen, Betroffenen die Medien in leichter Sprache nahezubringen. Aber – und da waren sich alle einig – auch Betreuer und Ansprechpartner von Flüchtlingen und Menschen mit Handicap müssten mit ins Boot geholt werden.

Von Elinor Wenke

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