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64-Jährige wagt Neustart mit Dorfkonsum

Kleine Kaufhalle für Petkus 64-Jährige wagt Neustart mit Dorfkonsum

In Petkus gibt es wieder eine Verkaufsstelle. Seitdem die alte Kaufhalle abgebrannt ist, mussten die Dorfbewohner weit zum Einkaufen fahren. Jetzt können sie wieder im Dorf einkaufen bei „Bradis Einkaufseck“ genau gegenüber der Kirche. Hier gibt es neben einem Imbissangebot Lebensmittel, Backwaren und Dinge des täglichen Bedarfs.

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Geschäftsinhaberin Anita Brademann (r.) und ihre Tochter Dörte im Gespräch mit Kundin Ingeborg Urban (l.).

Quelle: Hartmut F. Reck

Petkus. Überall schließt der Dorf-Konsum und die Tante-Emma-Läden verschwinden aus dem Stadtbild. Auch in Petkus gab es bis auf die Fleischerei keine Verkaufsstelle mehr, seitdem Ende Mai die Kaufhalle mitsamt dem Geldautomaten, der Fahrschule und dem Friseurladen von Verbrechern in die Luft gejagt wurde. Zum Einkauf mussten die Petkuser also in die Stadt fahren, wobei man die Wahl hatte zwischen Luckenwalde, Baruth und Jüterbog.

Früher eine Eisdiele, jetzt ein Einkaufseck

Im kleinen Hofladen gegenüber der Petkuser Kirche gibt’s jetzt einen Konsum

Im kleinen Hofladen gegenüber der Petkuser Kirche gibt’s jetzt einen Konsum

Quelle: Hartmut F. Reck

Doch seit dem 1. Dezember gibt es wieder eine Einkaufsgelegenheit im Dorf genau gegenüber der Petkuser Kirche. In ihrer ehemaligen Eisdiele hat Anita Brademann einen kleinen Lebensmittelladen eröffnet. Dieser etwas größere Tante-Emma-Laden könnte also gut und gern Tante-Anita-Laden heißen. Sie nennt ihn aber „Bradis Einkaufseck“. Hier gibt es neben einem kleinen Imbissangebot Lebensmittel, Backwaren, Getränke, Kosmetikprodukte und frische Milch aus Schöbendorf, die in Literflaschen abgefüllt ist.

„Ich bin eine Powerfrau.“

Mit dem Laden hat sich die 64-jährige Petkuserin noch einmal eine große Lebensaufgabe gestellt. An den Ruhestand will sie noch nicht denken. „Ich bin eine Powerfrau“, sagt Anita Brademann. „Daumendrehen ist nichts für mich. Ich brauche Stress und möchte unter Leuten sein.“ Für die gelernte Verkäuferin ist es ein Neustart nach zweijähriger Zwangspause aus gesundheitlichen Gründen.

Jetzt geht es ihr wieder besser und sie spürte am eigenen Leibe, wie sehr ein Lebensmittelladen im Dorf fehlt. „Wir haben immer abgewartet und gehofft, dass etwas kommt“, sagt Dörte Brademann, die ihrer Mutter in dem kleinen Laden zur Hand geht. Aber es kam nichts bis auf den Verkaufswagen, der zweimal in der Woche in Petkus anhält. Die alte Kaufhalle gleich um die Ecke liegt immer noch in Trümmern, ein Neuanfang dort ist nicht in Sicht.

Viel persönlicher als ein Discounter

Also wagte Anita Brademann den Schritt in die erneute Selbstständigkeit und will mal sehen, ob etwas daraus wird. Wenn alles klappt, soll ihre Tochter den Laden einmal übernehmen.

Preislich kann man es mit den Supermärkten und Discountern in den Städten zwar nicht aufnehmen, es sei aber immer noch billiger, bei ihr einzukaufen, als wegen ein paar Dingen bis in die Stadt zu fahren, sagt die Geschäftsfrau. Und was man bei ihr nicht bekomme, werde notiert, so dass es das nächste Mal in ihrem Laden zu haben sei. Als besonderen Service bietet Anita Lademann auch kostenlose Lieferungen im Umkreis von zehn Kilometern an. „Einfach während der Öffnungszeiten anrufen und die Bestellung aufgeben“, sagt sie. Und wer bei ihr vorbeikommt, der kann gern auch ein Pläuschchen halten, ob an der Theke oder am Tisch.

Von Hartmut F. Reck

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