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Teltow-Fläming 70 Jahre Wiederbesiedlung
Lokales Teltow-Fläming 70 Jahre Wiederbesiedlung
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00:17 25.01.2016
Fest-Komitee: Jacqueline Becker (l.) mit Roland Mattigit und Gundula Brüggemann. Quelle: Peter Degener
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Neuheim

Der Ursprung des Dorfes Neuheim reicht zwar weit über 800 Jahre zurück, doch im kulturellen Gedächtnis der Bewohner spielt das Frühjahr 1946 die größere Rolle. Damals begann die Wiederbesiedlung des einst Zinna genannten Orts, nachdem dieser 1937 vom Truppenübungsplatz Jüterbog geschluckt und von seinen Bewohnern verlassen worden war.

Der Neubeginn von Zinna als „Neuheim“ jährt sich in diesem Frühjahr zum 70. Mal. Im Dorf laufen die Vorbereitungen für dieses Jubiläum auf vielen Ebenen. Der Ortsbeirat und der Partnerschaftsverein, der den engen Kontakt in die Schweizer Partnergemeinde Neuheim hält, und der Feuerwehr-Verein arbeiten an dem Fest. Sogar einige Bewohner, die 1946 dabei waren, sind involviert.

„Eigentlich ist es unsere Tradition, am 30. April einen Hexenabend mit einem großen Feuer zu begehen und dann am nächsten Tag das Apfelblütenfest zu feiern. In diesem Jahr wird das gemeinsam mit dem Jubiläum unter dem Titel ,70 Jahre Wiederbesiedlung am 30. April gefeiert’“, sagt Ortsvorsteherin Jacqueline Becker.

Gundula Brüggemann, Vorstand im Partnerschaftsverein des Ortes, kündigt für das Dorffest zahlreichen Besuch aus der Schweiz an: „Wir erwarten mehr als 50 Bürger aus unserer Partnergemeinde Neuheim in der Schweiz zu unserem Fest“. Darunter auch die Fastnachts-Band „Las Moränas“, die schon in der Vergangenheit bei den großen Neuheimer Jubiläen spielte. In groben Zügen steht das Programm aus viel Live-Musik und Kinderanimation bereits.

Das Gedenken an die Wiederbesiedlung beginnt schon am 27. Februar. „Dann wollen wir mit einem Geschichtsnachmittag an unser Jubiläum erinnern, denn im Februar 1946 kamen die ersten neuen Siedler in dem verlassenen Zinna an“, sagt Roland Mattigit vom Ortsbeirat. Die 71-jährige Annemarie Vlk war ein Kleinkind, als sie aus ihrer bisherigen Heimat, dem Dorf Puletschnei im heutigen Tschechien, mit ihren Eltern als Sudetendeutsche vertrieben wurde. Sie wird aus der Historie von Neuheim berichten.

Derzeit erarbeitet sie eine Ausstellung mit Bild- und Texttafeln. „Ich will die wichtigsten Ereignisse dieser Wiederbelebung darstellen. Als der Transport mit Flüchtlingen ankam, fehlten in den verlassenen Häusern Fenster und Türen, drinnen war nur der Pferdemist der Wehrmacht“, sagt Vlk. Dann wurden Leitungen für Wasser und Strom gelegt, die alte Kirche saniert, „alles aus dem Nichts“, sagt sie.

Sogar Filmaufnahmen der harten, frühen Jahre Neuheims sind erhalten, etwa ein Wochenschau-Bericht aus dem Jahr 1952. Damals begann auch der wirtschaftliche Aufstieg des Ortes als Produktionsort von Schmuckwaren. Vielleicht wird auch die 96-jährige Ilse Stanek dabei sein, die ebenfalls zu den ersten Wiederbesiedlern des Orts gehört und kleine Gedichte in der sudetendeutschen Mundart verfasst hat.

Von Peter Degener

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