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Abfluss verstopf, Acker überflutet

Landwirt kritisiert Grabenpflege Abfluss verstopf, Acker überflutet

Seit Jahren steht bei Landwirt Heinz Schulze aus Frankenförde das Wasser auf den Feldern. Grund ist ein verstopfter Graben. Kürzlich sollte er freigeräumt werden. Nun wurden die Arbeiten aber plötzlich unterbrochen.

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Heinz Schulze am Acker, der immer wieder überflutet wird.

Quelle: Margrit Hahn

Frankenförde. Landwirt Heinz Schulze versteht die Welt nicht mehr. Seit Jahren sind seine Felder überflutet. Jetzt sollte endlich das Übel an der Wurzel gepackt und der zugewucherte Graben in Ordnung gebracht werden. Mit den Arbeiten wurde auch begonnen – doch plötzlich wurden sie abgebrochen. „Ich habe vom Nutheverband erfahren, dass die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind“, sagt Heinz Schulze.

Seit 26 Jahren kämpft der Frankenförder mit der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und dem Wasser- und Bodenverband Nuthe-Nieplitz. Und jedes Jahr im Frühjahr und Herbst stehen seine Felder erneut unter Wasser. Der verstopfte Graben grenzt an sein Grundstück und an seine Felder. Da der Graben bei starkem Regen kein Wasser aufnehmen und abführen kann, läuft alles auf Schulzes Felder. Wo er unter der Straße „Am Plan“ hindurchführt, ist der Graben verrohrt. Allerdings ist das Rohr verstopft. Schulzes Bemühungen, es zu reinigen, blieben erfolglos.

Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung brachte Heinz Schulze das Problem erneut zur Sprache. Wolfgang Braune, Leiter des Ordnungsamtes bestätigte, dass die Arbeiten abgebrochen werden mussten, weil die Anlieger ihre Zäune und Koppeln, die dort unerlaubter Weise errichtet worden wären, nicht geräumt haben. Man habe die Grundeigentümer aber vorab informiert. „Wir wollten es im Guten klären“, sagte Braune. Ursprünglich hatten Anlieger selbst den Graben hinter den Grundstücken der Straßen „In der Aue“ und „Am Plan“ widerrechtlich verfüllt und zur individuellen Nutzung zweckentfremdet.

Auch Bürgermeisterin Monika Nestler ist die Sache vertraut: „Diese Problematik begleitet uns schon seit Jahren. Zu DDR-Zeiten wurde der Graben widerrechtlich von den Frankenfördern zugeschüttet. Eine Klärung ist nicht in Sicht. So bleibt nichts anderes übrig, als ordnungsrechtliche Schritte zu unternehmen“, erklärt Nestler auf Nachfrage.

Ihre Hoffnung, dass die Arbeiten durch den Nutheverband noch in diesem Jahr ausgeführt werden können, erfüllt sich nicht. Erst im Frühjahr, wenn es das Wetter zulässt und die Bagger nicht auf den nassen Wiesen versinken, können die Arbeiten fortgesetzt werden. Die Bürgermeisterin kritisiert, dass einige Dorfbewohner nicht die nötige Einsicht zeigen und „der Gemeinde Knüppel zwischen die Beine werfen“. Sie will die betroffenen Anlieger zu einer Versammlung einladen.
Bauer Schulze fordert hingegen eine schnelle Lösung. „Im vorigen Jahr habe ich Kartoffeln gesetzt. Die Hälfte ist ersoffen. Das Wasser läuft vom Graben direkt auf den Acker. Das kann doch nicht sein!“, schimpft er. Seit vier Jahren schreibt er die Hälfte der Ernte ab. „Und es wird von einem auf das andere Jahr verschoben. Dabei wurde versprochen, dass in diesem Jahr von Januar bis Mai der Graben endlich gemacht wird“, fügt Schulze hinzu.

Von Margrit Hahn

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