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Abriss der Kasernen hat begonnen

Blankenfelde Abriss der Kasernen hat begonnen

Aus Beton wird Grün: Vor wenigen Wochen sind die Abrissbagger angerückt und haben die ersten Baracken auf dem ehemaligen Kasernengelände in Blankenfelde dem Erdboden gleich gemacht. In den kommenden Jahren sollen die übrigen Gebäude ebenfalls verschwinden. Die BADC hat zwei Millionen Euro für die Renaturierung gesammelt.

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Haben viel vor mit dem Kasernengelände: Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), BADC-Geschäftsführerin Antje Girschick und Investor Martin von Chamier (v.l.)

Blankenfelde. Die Tage des einstigen Blankenfelder Kasernengeländes sind gezählt. Vor kurzem haben die Abrissarbeiten auf dem mehr als 170 000 Quadratmeter großen Gelände begonnen.

Koordiniert werden die Arbeiten von der BADC, einer interkommunalen Gesellschaft, die im Umfeld des Flughafens Naturschutzprojekte bündelt und die Arbeiten steuert. BADC-Geschäftsführerin Antje Girschick hat einige dicke Fische an Land gezogen. Sie fand mehrere Investoren, die im Umfeld des künftigen Flughafens Flächen versiegeln wollen und dafür Ersatz leisten müssen, darunter der künftige Rewe-Markt in Dahlewitz. „Wir haben rund zwei Millionen Euro von vier Investoren für Blankenfelde gebündelt“, sagt Antje Girschick.

Die Gemeinde plant einen großen Stadtpark

Dieses Geld fließt in die Renaturierung des Blankenfelder Kasernengeländes – sehr zur Freude von Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), der immer wieder kritisiert hatte, dass Eingriffe in die Natur im Flughafenumfeld weit entfernt, etwa im Spreewald, kompensiert werden. Der Plan der Gemeinde ist aufgegangen. Sie hatte das Gelände 2016 von der bundeseigenen Immobilienanstalt Bima gekauft, um es der Natur zurück zu geben. Im vorderen Teil soll ein Stadtpark entstehen, dahinter eine Fläche zum Wandern und Spazieren. In Richtung Glasowbachniederung soll alles so naturbelassen wie möglich bleiben. „Dass wir so schnell zwei Millionen Euro zusammen hatten, freut uns“, sagt Ortwin Baier. Wie der Stadtpark gestaltet wird, darüber sollen die Bürger mitentscheiden dürfen.

Für die Kunden von Martin von Chamier dürfte die Aussicht auf einen Park ein gewichtiges Kaufargument sein. Von Chamier hat eine 10 000 Quadratmeter Fläche am Jühnsdorfer Weg von der Bima gekauft und im 14 Grundstücke aufgeteilt. Eines davon wird der künftige Zugang zum Park, die anderen 13 mit einer Größe von 450 bis 1000 Quadratmetern werden weiterveräußert. Dort sollen neun Einfamilien- und vier Doppelhäuser entstehen.

Turm bleibt, Turnhalle verschwindet

Bevor es damit losgehen kann, müssen jedoch zwei große Wohnblöcke verschwinden. „Wir hoffen, dass wir im Februar mit dem Abriss beginnen können“, sagt Martin von Chamier. Noch fehlt die Abrissgenehmigung. Ausgerechnet die Natur steht der Renaturierung im Wege. Viele der seit Jahren leerstehenden Häuser sind in Wirklichkeit ziemlich belebt: von Fledermäusen und seltenen Vögeln. „Aufgrund des Artenschutzes können wir nicht alles mit einem Mal abreißen“, sagt Antje Girschick. Der Turm des Heizhauses etwa soll stehen bleiben, weil er seltenen Vögeln eine Heimat bietet. Verschwinden soll hingegen die ehemalige Turnhalle. Die Gemeinde hatte zwischenzeitlich überlegt das Gebäude zu erhalten. „Wir sind zum Ergebnis gekommen, dass die Kosten für Sanierung und Brandschutz zu hoch sind“, sagt Ortwin Baier.

Bis 2020 sollen rund 20 Hektar Betonflächen verschwunden sein. Die BADC rechnet mit rund 100 000 Tonnen Bauschutt. Dabei sind die illegalen Ablagerungen der vergangenen Wochen nicht eingerechnet. Antje Girschick hat mittlerweile die Abfallbehörde eingeschaltet, die nun die Verursacher ermitteln soll. „Wer glaubt, hier Müll abladen zu können, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Von Christian Zielke

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