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Abriss oder Erhalt der Riesen-Ruine

Streit in Luckenwalde Abriss oder Erhalt der Riesen-Ruine

Die Fabrikruine Haag 12 ist ein ewiges Ärgernis mitten in Luckenwalde. Obwohl es inzwischen eine Abrissverfügung gibt, ist noch nichts geschehen. Behörden und Eigentürmer behindern sich gegenseitig. Mittlerweile fragt sich der Denkmalschutz, was ein Abriss bringt, und macht sich Gedanken zum Erhalt.

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Eine Aufnahme aus dem Riesenkarussell während des Turmfestes im vergangenen Jahr: Das Dach des Fabrikgebäudes ist großflächig eingestürzt.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Der Gehweg und die Parkbuchten am Haag gegenüber der Nuthepromenade sind fertig- gestellt. Nur ein kleiner Abschnitt ist noch nicht saniert worden. Für Fußgänger ist er zudem gesperrt. Denn es herrscht Einsturzgefahr, und die geht von der Ruine Haag 12 aus.

Um den Parkstreifen und den Bürgersteig herzurichten, hätten Verdichtungsarbeiten vorgenommen werden müssen. Doch das erschien der Baufirma angesichts des heruntergekommenen Fabrikgebäudes zu gefährlich. „Die Bedenken der Baufirma konnten wir nicht ausräumen“, sagt Luckenwaldes Stadtplanungsamtsleiter Peter Mann. Also hat man erst einmal alles so belassen wie es ist.

Denn auch an der Weiterexistenz der Fabrikruine scheint sich nichts zu ändern. Es gibt für das Denkmal inzwischen eine Abbruchverfügung, die eine zuvor erlassene Erhaltungsanordnung abgelöst hatte. Und das bedeutete, dass der Abriss so gut wie sicher war. Aber inzwischen gibt es wieder vage Überlegungen, das Gebäude vielleicht doch stehen zu lassen.

Jedenfalls haben die Luckenwalder Stadtverwaltung und die Kreisverwaltung von Teltow-Fläming so ihre liebe Not mit dem Eigentümer, einer Berliner Immobiliengesellschaft. Ihr soll es bisher gelungen sein, sämtliche behördlichen Maßnahmen zu torpedieren. Andererseits scheiterten die Versuche des Eigentümers, das Gebäude an Investoren zu verkaufen, an der fehlenden sanierungsrechtlichen Genehmigung durch die Stadt.

Die Ruine steht nahe der Innenstadt

Die Ruine steht nahe der Innenstadt.

Quelle: Hartmut F. Reck

Zudem ist das Grundstück kontaminiert. Neben den Altlasten belasten auch eine Reihe von Eintragungen das Grundbuch. So haben Stadt und Kreis dort Grundsteuer-Schulden und die Kosten für vorgenommene Sicherungsmaßnahmen im Zuge der Ersatzvornahme eintragen lassen. Die Situation ist also festgefahren und wird noch zusätzlich durch den Umstand belastet, dass die Stadt mit dem Eigentümer auch im Zusammenhang mit anderen Objekten rechtlich im Streit liegt.

Zudem sehen die Behörden derzeit keine Verwendungsmöglichkeiten für den Haag 12, ob das Gebäude nun abgerissen wird oder stehen bleibt. Immerhin koste ein Abriss auch umfangreiche Vorbereitungen und viel Geld, sagte Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde beim Kreis. Zudem bezweifelt er, dass es danach dort besser aussehen wird als jetzt. Darum mache man sich Gedanken darüber, ob es nicht doch besser sei, das städtebaulich bedeutende Bauwerk zu erhalten und wie man es sichern könne. Die Außenmauern des Gebäudes seien sehr stabil, während der Verfall im Inneren stattfinde.

Von Hartmut F. Reck

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