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Teltow-Fläming Absage an Forderungen der Händler
Lokales Teltow-Fläming Absage an Forderungen der Händler
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06:20 16.11.2016
Petra Niehoff vom Landesbetrieb Straßenwesen. Quelle: Peter Degener
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Jüterbog

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat den Forderungen der Jüterboger Händler nach einem beschleunigtem Bau der B102 im Stadtzentrum eine Absage erteilt. Bei der Dankesfeier der Stadt für alle am ersten Bauabschnitt Beteiligten, die am Dienstag am Neumarkttor ausgerichtet wurde, war im offiziellen Teil von einer anspruchsvollen Maßnahme die Rede, die mit wenigen Mängeln und bei guter Zusammenarbeit gelungen sei. Bei Kaffee, Sekt und Schnittchen zeigte man sich im Nieselregen stolz auf den ersten Teilabschnitt und freute sich auf eine Fortführung ab April.

Die Wünsche von Einzelhändlern, die vergangene Woche im Ausschuss für Wirtschaftsförderung von Vertretern des Händlerstammtischs geäußert worden waren, werden beim Fortgang der Arbeiten nicht berücksichtigt. Doppelte Schichten, eine nur einseitige Sperrung der Straße und sogar Prämien für besonders flinkes Bauen wurden dort wegen der zu erwartenden dramatischen Umsatzeinbußen gefordert.

Einseitiger Straßenbau ist nicht möglich

„Wir können den Bau nicht einseitig fortführen. Im unterirdischen Bauraum sind zu viele Leitungen“, sagte Petra Niehoff vom Landesbetrieb Straßenwesen der MAZ. Die Ingenieurin ist seit Jahresbeginn für die Bauvorbereitung und Bauüberwachung an der B102 verantwortlich. Weil die Kanäle für Regen- und für Schmutzwasser jeweils unter einer anderen Fahrbahn lägen, gebe es keine Alternative zur Vollsperrung. Hinzu kämen mehrere Gasleitungen – darunter sogar eine alte Leitung für die Straßenbeleuchtung, die vorher unbekannt war, sowie die Leitungen für Strom, Telekommunikation und Trinkwasser, die alle „völlig neu sortiert“ werden müssten.

Immerhin habe man aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Untergrund nun konkretere Vorstellungen, was dort zu erwarten ist. So könne man den Umfang der Funde deutlich besser einschätzen. „Die Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege ist bereits erfolgt, damit die Archäologen bei Baubeginn bereitstehen und es nicht zu großen Behinderungen kommt“, sagte Niehoff. „Wir versuchen, die Bauzeit zu optimieren“, versprach sie.

Dankes-Feier für B102-Sanierung am Neumarkt im Nieselregen. Quelle: Peter Degener

Der Wunsch der Gewerbetreibenden nach einem Zwei-Schicht-Betrieb sei ebenfalls nicht erfüllbar – soviel Lärm bis in die Nacht sei den Anwohnern nicht zuzumuten. Man werde aber das Tageslicht ausnutzen, kündigte die Planerin an. Arbeit am Sonnabend sei dagegen in den Ausschreibungen vorgesehen, sagte Niehoff. Das war allerdings auch schon im ersten Abschnitt der Fall gewesen. Wenn es an Sonnabenden ruhig geblieben war, habe es laut Niehoff an fehlender Kontrolle der Baustelle gelegen – eine Aufgabe des Landesbetriebs.

Prämien für Bauleute nicht bezahlbar

Die Idee einer Prämie, mit der die Straßenbauunternehmen für vorfristige Fertigstellung belohnt würden, konnte Niehoff nicht nachvollziehen: „Solche Prämien gibt es beim Landesbetrieb generell nicht. Mit welchem Recht soll ich begründen, hier mehr Steuergeld auszugeben?“

Fußgängern wird während der Bauzeit zwar wieder ein Teppich ausgerollt, gleichzeitig müssen sie sich ihre Wege über die Baustelle suchen. Wie in der Vergangenheit werden die provisorischen Routen über die Baustelle mit einem grünen „Rasenteppich“ ausgelegt. Das wird nur einseitig geschehen und je nach Lage der Leitungen, die gerade verlegt werden, müssen sich Anwohner und Besucher der Innenstadt auf einen steten Wechsel der Wege von Straßenseite zu Straßenseite einstellen.

Bauzeit noch mindestens drei Jahre

Die Ausschreibungen für den Fortgang der Arbeiten liegen bereits vor und werden in den nächsten Wochen veröffentlicht. Nach Beginn des zweiten Teilabschnitts soll ohne größere Pausen in einem Zuge gebaut werden. Petra Niehoff geht derzeit davon aus, dass die Jüterboger noch drei Jahre mit der Baustelle auf der B102 leben müssen. Im Sommer 2019 soll der Heilig-Geist-Platz erreicht sein.

Von Peter Degener

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