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Abschied von der Kreistagsorganisatorin

Teltow-Fläming Abschied von der Kreistagsorganisatorin

Gudrun Riebe galt immer als sachlich, freundlich, korrekt und zuverlässig. 22 Jahre lang war sie in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming zuständig für sämtliche Kreistagsangelegenheiten. Bei der Sitzung dieses Gremiums überraschten sie die Landrätin und die Fraktionsvorsitzenden mit Blumensträußen und Geschenken mit allen guten Wünschen für den Ruhestand.

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Gudrun Riebe verlässt das „Regiepult“ des Kreistags. Von dort steuerte sie die Sitzungen organisatorisch und hielt alles fest.

Quelle: FOTO: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Normalerweise saß sie immer am Katzentisch schräg rechts unten vom Rednerpult des Kreistags aus gesehen. Von dort verfolgte Gudrun Riebe aufmerksam das Geschehen der vielen Sitzungen, protokollierte die Redebeiträge und Beschlüsse. Und wenn der jeweilige Kreistagsvorsitzende mit der Tagesordnung durcheinander kam oder mit der Geschäftsordnung fremdelte, sprang sie ein und klärte die Situation so unauffällig wie möglich.

Abschied unter Tagesordnungspunkt 4

Am Montag, bei der jüngsten Kreistagssitzung, war sie selbst Gegenstand des Tagesordnungspunktes 4 (Mitteilungen des Vorsitzenden). Gerhard Kalinka (Grüne) verkündete, dass dies die letzte Kreistagssitzung sei, die Gudrun Riebe begleite, weil sie in den Ruhestand gehe. „Frau Riebe war immer das verlässliche, fachliche und organisatorische Rückgrat des Kreistags“, würdigte Kalinka ihre Arbeit, die sie seit 1995 im Kreistag, im Kreisausschuss und in der Kreisverwaltung leistete.

Mehrere Stationen

Gudrun Riebe ist – auch wenn man es ihr nicht ansieht, weil „Kreistagsarbeit hält jung“, so sagt sie – 65 Jahre alt und somit reif für die Rente. Die studierte Diplomlehrerin für Geschichte trat 1985 in den Dienst der damaligen Kreisverwaltung Jüterbog, wo sie zunächst im Bereich Jugend und Sport tätig war. Nach der Wende nahm sie gleich an den angebotenen Beamtenlehrgängen teil, weil sie die Voraussetzungen dafür (wie Hochschulabschluss und Verwaltungserfahrung) erfüllte. Nach der Kreisfusion im Dezember 1993 arbeitete sie für ein Jahr am Zossener Standort der Verwaltung des neuen Kreises Teltow-Fläming im Bereich Statistik/Wahlen/Kreistag und entwickelte dort das Statistische Jahrbuch, das es bis dahin noch nicht gegeben hatte. Danach trat sie die Stelle für Kreistagsangelegenheiten an.

Umfangreicher Aufgabenkatalog

Seitdem war Gudrun Riebe zuständig für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Kreistags- und der Kreisausschusssitzungen, für die Zusammenstellung aller Unterlagen, die Prüfung der Verwaltungsvorlagen, der Satzungen und Richtlinien auf kommunalrechtliche Vorgaben und gesetzliche Regelungen, für die Beratung der Verwaltungsleitung, die rechtssichere Vorbereitung und Begleitung von Wahlen und Abstimmungen, für die Protokollführung, Beschlussausfertigung und Protokollkontrolle, die kommunal- und verfahrensrechtliche Beratung der Fachämter, die Erarbeitung der Jahresterminplanung und die Administratoraufgaben für das Bürger- und Ratsinformationsprogramm, um nur einige Aufgabenbereiche zu benennen. Mit ihrem jüngsten Projekt, der Digitalisierung der Kreistagsarbeit, sei sie leider nicht so weit gekommen, wie gewünscht.

Gudrun Riebe wird vom Kreistagsvorsitzenden Gerhard Kalinka (Grüne), von seiner Stellvertreterin Maritta Böttcher und von Landrätin Kornelia W

Gudrun Riebe wird vom Kreistagsvorsitzenden Gerhard Kalinka (Grüne), von seiner Stellvertreterin Maritta Böttcher und von Landrätin Kornelia Wehlan (beide Linke/v.l.) verabschiedet.

Quelle: Hartmut F. Reck

„Frau Riebe war immer auf der Höhe der Zeit“, attestierte ihr Landrätin Kornelia Wehlan (Linke). Mit einem riesigen Blumenstrauß verabschiedete sie ihre Mitarbeiterin und alle Fraktionsvorsitzenden taten es ihr gleich.

Gutes Verhältnis zu den Abgeordneten

Gudrun Riebe pflegte – so wie sich das gehört – stets ein gutes Verhältnis zu allen Kreistagsabgeordneten, „egal von welcher Partei“, wie sie betont. Um sich zu bedanken trat sie erst- und wohl auch letztmals an das Rednerpult schräg links oben von ihrem Tisch aus gesehen, und meinte scherzhaft, dass sie lieber darauf verzichte, „Ihnen endlich mal das zu sagen, was ich Ihnen immer schon mal sagen wollte“.

Gudrun Riebe ist verheiratet, wohnt in Jüterbog und hat zwei erwachsene Kinder und zwei Enkel.

Von Hartmut F. Reck

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