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Abschiedsgottesdienst für Anne Hensel

Pfarrerin wirkte knapp acht Jahre in Wünsdorf und Zossen Abschiedsgottesdienst für Anne Hensel

Abschied nehmen heißt es für Anne Hensel. Knapp acht Jahre lang wirkte sie als Pfarrerin in Wünsdorf und Zossen. Sonntag wurde die 42-jährige Seelsorgerin in der Dreifaltigkeitskirche im Beisein von rund 170 Gläubigen verabschiedet. Montag rücken die Möbelpacker an. Dienstag tritt die beliebte Theologin ihre neue Pfarrstelle in Berlin-Charlottenburg an.

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Auch der Kinderchor und viele Konfirmanden verabschiedeten sich von Anne Hensel.

Quelle: Frank Pechhold

Zossen. Ein Rohrbruch im Wünsdorfer Pfarrhaus und die Sanierung der Zossener Dreifaltigkeitskirche. Zwischen diesen Baustellen wirkte Pfarrerin Anne Hensel knapp acht Jahre lang in den beiden Kirchengemeinden. Sonntag wurde die 42-jährige Seelsorgerin im Beisein von rund 170 Gläubigen feierlich mit einem Gottesdienst verabschiedet. Dienstag tritt sie ihre neue Pfarrstelle in der Berlin-Charlottenburger Luisenkirchengemeinde an.

„Natürlich bin ich aufgeregt. Aber unter meiner Dienstkleidung sieht man Gott sei Dank nicht, wie mir die Knie schlackern“, so die scheidende Pfarrerin vor dem Gottesdienst. Anne Hensel habe es verstanden, aufmerksam für die Schwächen und Stärken anderer zu sein, sagte Superintendentin Katharina Furian. „Sie ist anderen Menschen nie gleichgültig begegnet.“ Mädchen und Jungen aus dem Kinderchor schenkten Hensel ein selbst gemaltes Plakat und sangen für sie das Lied „Du bist ein Volltreffer Gottes“.

„Wünsdorf war meine erste Pfarrstelle“, sagte Hensel der MAZ. Wenige Wochen nachdem sie ins Pfarrhaus eingezogen war, stand plötzlich Wasser auf der Schwelle zu ihrem Arbeitszimmer. Ein Rohr in der Wand zur Gästetoilette war gebrochen. „Da mussten wir den ganzen Fußboden samt Dielen rausnehmen. Das sah aus wie eine große Buddelkiste.“

Ein Stück Fußbodendiele wird sie immer an ihre erste Baustelle erinnern. Wesentlich größer war die zweite. Vor der Sanierung der Dreifaltigkeitskirche hatte sie gehörigen Respekt. „Es gibt zwei Dinge, von denen ich gar keine Ahnung habe: Finanzen und Bauen.“ Aber schließlich habe sie nun einmal 2012 auch die Geschäftsführung für die Zossener Kirchengemeinde übernommen. „Und als Geschäftsführerin muss man auch bauen, obwohl man das während des Theologiestudiums nicht gelernt hat.“ Mit gesundem Gottvertrauen und der Unterstützung vieler Helfer meisterte Hensel auch diese Herausforderung. Da habe es immer mal wieder böse Überraschungen gegeben. „Nur dass die Überraschungen bei der Sanierung einer rund 300 Jahre alten Kirche alle drei Nummern größer und teurer waren als beim Bau eines Eigenheimes.“ Vor allem Johannes Fromke, Vorsitzender des Bauausschusses, habe sich Tag und Nacht in Sachen Sanierung reingehängt. „Ehrenamtliche Mitarbeiter wie er sind etwas Wunderbares. Mit denen habe ich gerne zusammengearbeitet.“

Aus der Kommunalpolitik in Zossen habe sie sich bewusst raus gehalten. „Es gab immer Menschen, die mich gerne vor ihren Karren gespannt hätten. Das wollte ich nicht.“ Die kommunalpolitische Bühne sei ihr manchmal wie ein Buddelkasten erschienen, in dem der eine mit Sand schmeißt, weil der andere schon mit Sand geschmissen hat. „So etwas ist mir ehrlich gesagt echt zu blöd.“

Hensel zufolge stehe die Kirche angesichts der großen Flüchtlingsströme vor neuen Herausforderungen. Beispielsweise hätten viele Menschen Befürchtungen und Ängste wegen der für sie fremden Menschen in der Wünsdorfer Erstaufnahmestelle. Wer Angst habe, der renne weg oder schlage auf andere ein. „Deshalb ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, den Menschen zuzuhören und ihnen auch die Angst vor Flüchtlingen zu nehmen.“ Einer der häufigsten Sätze in der Bibel sei „Fürchtet euch nicht“, sagt Hensel: „Also auf Neudeutsch: Habt kein Schiss.“

Von Frank Pechhold

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