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Achtjähriger singt Sissi-Sohn Rudolf

Junge aus Ludwigsfelde auf der Bühne im Admiralspalast Achtjähriger singt Sissi-Sohn Rudolf

Der achtjährige Levente Papp aus Ludwigsfelde steht im Musical-Drama „Elisabeth“ auf der Bühne des Berliner Admiralspalastes. Dort spielt er in dem Sissi-Stück Erzherzog Rudolf, den Sohn der österreichischen Kaiserin, in Kinderjahren. Lampenfieber kennt er nicht: „Ich stelle mir einfach vor, es ist eine Probe“, erzählt er.

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Levente als junger Erzherzog auf der Bühne im Admiralspalast.

Ludwigsfelde. Egal wie viele hundert oder tausend Leute vor ihm sitzen  – aufgeregt ist Levente nicht. Entweder ist er zu jung oder einfach coole. Auch am Sonntagabend steht Levente Papp aus Ludwigsfelde wieder zwischen all den erwachsenen Schauspielern auf der Bühne des Admiralspalastes, vor ihm ein Saal erwartungsvoller Zuschauer und Zuhörer. Der Achtjährige singt und spielt im meistaufgeführten deutschsprachigen Musical „Elisabeth“ die Kinderjahre des Sisi-Sohns. Dabei muss er als Erzherzog Rudolf im ersten Akt das Lied „Kind oder nicht“ singen, im zweiten das Lied „Mama, wo bist du?“ Und das in elf Vorstellungen – bis Mitte Februar in Berlin, dann folgen vier weitere Vorstellungen in Hamburg.

Unverkennbar beim MAZ-Besuch: Sein größter Fan ist seine Mutter. Szilvia Papp ist stolz und erzählt, wie es zu diesen Auftritten des kleinen Ludwigsfelders kam: „Das war ein ganz großer Zufall. Seine Tante hatte im November im Radio von dem Casting für ,Elisabeth’ gehört und bei uns angerufen.“ Vor allem, weil sie wusste, wie musikalisch die aus Ostungarn stammenden Papps sind. Mutter Szilvia ist Lehrerin, sie unterrichtet in Großbeeren Englisch und Musik; ihr Großer, Leventes zehnjähriger Bruder Zoltán, spielt neben Tischtennis auch Klavier.

Hintergrund

„Elisabeth“ ist ein Drama in Musicalform von Michael Kunze (Libretto) und Sylvester Levay (Musik). Am 3. September 1992 wurde es im Theater in Wien uraufgeführt. Es erzählt die Lebensgeschichte der österreichischen Kaiserin in zwei Akten „als Totentanz“.

Die Handlung beginnt etwa 100 Jahre nach Elisabeths Tod. Ihr Mörder Luigi Lucheni muss sich im Reich der Toten und Träumer Nacht für Nacht vor unsichtbarem Richter für seine Tat verantworten. Er beschwört die versunkene Welt der Habsburger herauf.

Dieses Sisi-Stück ist das meistgespielte deutschsprachige Musical; anders als in Sisi-Filmen ist die Kaiserin darin stark und selbstbestimmt.

Noch heute wundert sich Szilvia Papp über einen weiteren Zufall: „Das fürs Casting geforderte Lied ,Mama, wo bist du?’ war Leventes letztes Lied am Theater in Nyivegyháza, wo wir herkommen, natürlich in Ungarisch. Da war er vier Jahre alt und es gibt davon ein Youtube-Video.“

Eine Woche nach dem Anruf der Tante fahren die Papps gemeinsam nach Berlin zu Leventes Vorsingen. „Ich war aufgeregter als mein Sohn“, berichtet Szilvia Papp undlacht. Gefordert war auch eine Gewichtsgrenze, damit der kleine Erzherzog auf der Bühne von Schauspielern gehoben werden kann. Sonst hätte sich auch der ältere Zoltán beworben.

Zehn Jungen wollten die Rolle des Sisi-Sohnes. Vier wurden genommen, darunter Levente. „Wir haben uns so gefreut!“, erzählt seine Mutter. Und dann wurde es aufregend. Die Proben waren zwischen Weihnachten und Silvester angesetzt. Allerdings nicht in Berlin, sondern in der Alten Oper Frankfurt/Main. Szilvia Papp und ihre beiden Jungs fuhren dorthin und tauchten in die Theaterwelt ein. Und sie nutzen diesen unerwarteten Kulturtrip, um das neue Jahr in der Main-Metropole zu begrüßen.

Inzwischen hat Levente die ersten Auftritte in Berlin hinter sich. Die Noten des Grimm-Grundschülers sind so gut, dass die Auftritte kein Problem sind. Die Vorstellungen beginnen und enden so spät, dass die Schule für den Achtjährigen am nächsten Tag ausfallen muss. „Aber das konnten wir gut vereinbaren“, sagt die Mutter. Sie bringt Levente eine Stunde vor Beginn der Aufführung bis zur Bühne, dann kann sie nichts mehr tun als zu warten.

Levente wird dann eingekleidet. „Aber manchmal ziehe ich mich auch selbst an“, sagt er. „Hinten am Hals wird das Kabel für das Mikrofon angeklebt, das kommt hier oben über den Kopf, unter den Haaren an der Stirn wird es dann versteckt.“ Und Levente singt. So gut, dass dem kleinen Star der Beifall beim Finale stets sicher ist. Genauso viel Spaß macht ihm im Theater noch etwas ganz anderes: „Kartenspielen in der Pause.“

Ob er später auch mal auf der Bühne stehen will? „Das muss ich mir noch überlegen“, erklärt er. „Vielleicht werde ich Koch.“ Schon jetzt kocht und bäckt er gern. „Am besten ist uns dreien eine selbst kreierte Schokoladentorte gelungen“, sagt seine Mutter.

Von Jutta Abromeit

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