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Achtung, hier filmt eine Kamera!

Dreharbeiten auf dem Lande Achtung, hier filmt eine Kamera!

Für die RBB-Sendereihe „Köche und Moor“ wurden jetzt unter anderem auch in Groß Ziescht Aufnahmen gemacht. Das Drehteam war dazu auf den Weiden des Hofs von Viviane Rosenthal unterwegs und machte Aufnahmen der Highland-Rinder, die die Landwirtin hält. Schließlich wurde das Fleisch der Tiere für die Gerichte verwendet, die in der Sendung zubereitet werden.

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Viviane Rosenthal mit einem ihrer Hunde.

Quelle: Gudrun Ott

Groß Ziescht. Am letzten Tag im Monat März schlüpfte die Landwirtin Viviane Rosenthal in eine für sie ungewöhnliche Rolle. Vor der Filmkamera des RBB schüttelte die 25-Jährige ihren Highland-Rindern das Heu auf, lockte auf Wunsch des Kameramanns Jens Staeder die Herde in eine bestimmte Richtung, was den Tieren angesichts der Filmcrew, die da plötzlich in ihrem Revier erschienen war, nicht ganz geheuer vorkam.

Also zogen die Menschen aus der Stadt die Gummistiefel an und stapften den kompakten Tieren mit dem buschigen Haarschopf, den großen Nüstern und den gewaltig ausladenden Hörnern entgegen. „Wie verhalten wir uns?“, fragte die Autorin Katrin Schicketanz vorbeugend, bevor sie die mit einem Elektrozaun gesicherte Weide betrat. „Langsam gehen – und stehenbleiben, wenn die Tiere zu laufen beginnen“, lautete der Rat der jungen Fachfrau, die inzwischen ihrem Liebling namens Scarlett den massigen Schädel kraulte.

Viviane Rosenthal mit ihren Highland-Rindern

Viviane Rosenthal mit ihren Highland-Rindern.

Quelle: Gudrun Ott

Die Kuh habe sie mit der Flasche aufgezogen, daher die Vertrautheit, berichtete Viviane Rosenthal. Die Filmleute hielten dennoch sicheren Abstand, Mensch und Tier beäugten einander, nur der Mann mit der Kamera musste von Berufs wegen näher ran. Gedreht wurde für die Sendereihe „Köche und Moor“, die am 5. Mai um 18.40 Uhr im RBB-Fernsehen ausgestrahlt wird. Max Moor und der Sternekoch Kolja Kleeberg waren in Berlin und Brandenburg unterwegs, auf der Suche nach regionalen Zutaten für ihr japanisches Menü „Geschmorter Schweinebauch mit doppelt gebackenem Tofu und Shiitake Pilzen“.

Das Fleisch dafür haben sie auf dem Bio-Hof Domigk in Groß Ziescht eingekauft, die Shiitake-Pilze bei Familie Piesker in Mellensee und den Sojabohnenquark für das Rezept bekommen sie bei den „Tofu-Tussis“ in Kreuzberg, wo Franziska Schauren und Elena Grimm gerade ihre kleine Tofu-Manufaktur eröffnet haben. Max Moor und Kolja Kleeberg haben bei der Familie Piesker erfahren, wie Shiitake-, Igel-, Stachelbartpilze und Limonenseitlinge wachsen und geerntet werden. Und sie bekamen Tipps für die Zubereitung dieser ausgefallenen Sorten.

Bei Viviane Rosenthal, die in Freilandhaltung seltene Schweinerassen wie das Husumer Landschwein und mehrere Rinderarten, darunter Pustertaler Schecken züchtet, haben der Sternekoch und der Moderator mitangepackt. Sie durften beim Füttern helfen, haben die Bekanntschaft der beeindruckenden Herdenschutzhunde gemacht, die auf den Freilandflächen auf die Schweine aufpassen. „Eine Gefahr sind dabei weniger die Wölfe“, erzählte die junge Mutter, während sie den Kinderwagen mit dem neun Wochen alten Jakob vom Feld zurück auf die Straße schob, vielmehr seien es Kolkraben, die über die Ferkel herfielen.

Max Moor „ist total nett“

Über die Begegnung mit dem Promi Max Moor sagte sie: „Der ist total nett. Der hat ja auch eine Landwirtschaft und das erdet.“ Geerdet wirkt auch Viviane Rosenthal. Die Arbeit sei entspannt, meinte sie, trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen Tiere. 30 Hunde der Rassen Boston-Terrier, Pudel und Griffons fühlen sich auf dem Hof wohl.

Diverse Katzen, Hühner, Enten, Kaninchen und Schweine, die wie große Meerschweinchen aussehen, kommen noch dazu. Kune Kune heißt diese Rasse, die aus Neuseeland kommt. Sie werden auch als Maori-Schweine bezeichnet. Kune Kune bedeutet in der Sprache der Maori „fett und rund“. Die Tiere besitzen einen freundlichen Charakter und sind Menschen gegenüber äußert zutraulich. Deshalb gehören sie auch zu einer Art Streichelzoo und werden von den Feriengästen des Domigk-Hofs geliebt.

Auch Schweine leben auf dem Hof von Viviane Rosenthal in Groß Ziescht

Auch Schweine leben auf dem Hof von Viviane Rosenthal in Groß Ziescht.

Quelle: Gudrun Ott

Den alten Bauernhof haben die Eltern von Viviane Rosenthal, beide Quereinsteiger, 1991 erworben und vier Jahre lang umgebaut. Erst im Jahr 1997 kamen die ersten Rinder. Der Name des Hofes ist aus den Kirchenbüchern übernommen und bedeutet Häuschen. „Meine Eltern heißen Hüsgen, was auch Häuschen bedeutet“, berichtet die Landwirtin, die über diese Dopplung schmunzelt. Ihr Lieblings-Griffon trägt den Namen Änne, es ist der Name der Großmutter.

Für die Landwirtschaft hat sich Viviane Rosenthal bereits als Mädchen entschieden. „Ich bin lieber mit vielen Tieren zusammen als mit vielen Menschen“, erzählt sie. Gelernt hat sie ihren Beruf in der landwirtschaftlichen Landeslehranstalt in Imst in Österreich. Sie schloss ihre Ausbildung im Alter von 19 Jahren ab – und wurde Deutschlands jüngste Landwirtschaftsmeisterin.

Von Gudrun Ott

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