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Adelsfamilie Knesebeck kauft Schloss Siethen

Siethen Adelsfamilie Knesebeck kauft Schloss Siethen

Für das Kinder- und Jugendheim „Heinrich Zille“ im Ludwigsfelder Ortsteil Siethen wird eine neue Bleibe gesucht. Ihr bisheriges Domizil, das Schloss Siethen, hat die in Bayern lebende Adelsfamilie von dem Knesebeck gekauft. Wie aus ihrem früheren Familiensitz, dem Gutshaus Löwenbruch, will sie auch aus dem neuen Anwesen Luxuswohnungen machen.

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Das Herrenhaus Siethen ist für heutige Kinder- und Jugendbetreuung nicht mehr zeitgemäß, deshalb verkaufte es die Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam.

Quelle: Jutta Abromeit

Siethen. Die in Bayern ansässige Adelsfamilie von dem Knesebeck hat das Schloss Siethen mit dem angrenzenden Park gekauft. Das bestätigt Senior Herneid von dem Knesebeck auf MAZ-Nachfrage.

Wie berichtet hatte die Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam in den zurückliegenden Jahren Immobilien verkauft. Dazu gehörte 2016 auch das rund 2,5 Hektar große Areal im Ludwigsfelder Ortsteil Siethen. Das Anwesen war für das von der Stiftungstochter GfB betriebene Kinder- und Jugendheim „Heinrich Zille“ nicht nur in der Unterhaltung zu teuer geworden, es entspricht außerdem den heutigen Anforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe nicht mehr.

Im ersten Anlauf war die lukrative Immobilie wie berichtet von einem Mittelständler aus dem Altkreis Zossen für eine siebenstellige Summe gekauft worden; der hatte mit Geschäftspartnern eigens für dieses Objekt die Schloss Siethen GmbH gegründet. Nun ist das Gelände mit dem weiß getünchten und denkmalgeschützten Gebäude weiterverkauft.

Schloss keine zeitgemäße Herberge mehr für Kinderbetreuung

Heimleiter Frank Matzke und seine Kollegen betreuen bis zu 84 Kinder und Jugendliche mit sozialen und individuellen Beeinträchtigungen; die Jüngsten sind Neugeborene, die Ältesten zählen 21 Jahre. Pädagogisches Ziel ist es, verwahrloste oder misshandelte Kinder umfassend auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Dafür gibt es im Schloss drei Wohngruppen mit 27 Plätzen, darunter eine Mutter-Kind-Gruppe. Des weiteren gehören zum Zille-Heim Außenwohngruppen, eine davon in Luckenwalde. Frank Manzke hatte die Suche nach einem für junge Menschen geeigneteren Objekt befürwortet und in den zurückliegenden Jahren stets erklärt: „Wir wollen in der Nordregion des Kreises TF bleiben.“ GfB-Geschäftsführer Norbert Lekow sagt ebenfalls: „Wir werden unsere Betreuungsangebote auch nach einem Umzug beibehalten und wir wollen im Kreis TF bleiben. Denn die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt im Kreishaus Luckenwalde ist in jeder Beziehung sehr gut.“

Das Schloss beziehungsweise Herrenhaus Siethen war im ausgehenden 19. Jahrhundert als Gutshaus der Familie von Badewitz auf einer Grundfläche von 3000 Quadratmetern gebaut worden. Zum neuen Knesebeckschen Objekt gehört neben dem Grundstück mit Haupthaus, einem Spielplatz und Garagen auch der nördlich angrenzende Park. Durch ihn führen zwar Wege zum Ufer des Siethener Sees, einen direkten Wasserzugang hat es allerdings nicht.

Neuer Eigentümer will sich eng mit Denkmalschutz abstimmen

Juniorchef Gregor von dem Knesebeck erzählt, was die Familie plant: „Auf alle Fälle wollen wir das Anwesen wohnungswirtschaftlich nutzen. Was darüber hinaus möglich ist wie vielleicht Büros, das werden die nächsten Gespräche zeigen.“ Zuerst müsse man sehen, in welchem Zustand die Bausubstanz ist. „Da hatten wir ja in Löwenbruch einiges an Überraschungen erlebt“, so der Süddeutsche. Nach bisherigen Vorstellungen sollen sowohl von dem großen Treppenhaus als auch von den zwei kleineren Aufgängen Zugänge zu Wohnungen von 40 bis 180 Quadratmetern Größe abgehen. „Vielleicht ist wegen der Fluchtweg-Vorschrift auch ein vierter Aufgang nötig“, meint er.

Zeitlich werde viel von der Handwerker-Verfügbarkeit abhängen. Auf jeden Fall, so der Knesebeck-Juniorchef, wolle man wie schon beim Sanieren des alten Familiensitzes Löwenbruch mit der eigenen Firma K5 arbeiten und sich eng mit dem Denkmalschutz abstimmen.

Von Jutta Abromeit

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