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Teltow-Fläming Ärger über Umleitungsverkehr
Lokales Teltow-Fläming Ärger über Umleitungsverkehr
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04:20 08.07.2016
Die Baustelle in Groß Schulzendorf. Quelle: Gudrun Ott
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Groß Schulzendorf

In Groß Schulzendorf gibt es Ärger über den Umleitungsverkehr, den die Baustelle im Ort verursacht. Am Donnerstag hatte der Ortsbeirat deswegen Mitarbeiter der Stadt Ludwigsfelde aus dem Bereich Verkehrsinfrastruktur, Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßenwesen, Bauleitung, Polizei und Anrainer aus dem Starhorstweg und der Straße Am Hain zu einem Vororttermin eingeladen.

Zwölf Kilometer Umleitung

Der Ärger der Anrainer begann mit der Baustelle Ende Juni, weil die eigentlich nur für Anlieger freigegebene Umleitung, die an ihren Grundstücken vorbeiführt, auch kräftig von auswärtigen Kraftfahrern genutzt wird. Wegen Bauarbeiten an einem Bürgersteig und einem Regenwasserkanal wurde die durch den Ort führende L79 am 27. Juni gesperrt und der fließende Verkehr weiträumig umgeleitet. Der Weg nach Ludwigsfelde führt seitdem über Werben, Nunsdorf, Thyrow. Rund zwölf Kilometer seien mehr zu fahren, erklärte Lutz Leow von der Polizeiinspektion Luckenwalde denn auch am Donnerstag einer Kraftfahrerin, die die ausgeschilderte Anliegerstraße unberechtigt benutzen wollte.

Kein sicherer Weg für Schulkinder

„Hier fahren sie alle lang, bei Tag und bei Nacht und keiner hält sich an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer“, klagte Christian Retzlaff. Er wohnt Am Hain und hält die Beschilderung der Umleitung nicht für ausreichend. Dass in dieser Beziehung Nachbesserung versprochen wurde, beruhigte die Gemüter nicht. „Ich bin im Vorfeld über die Baumaßnahme überhaupt nicht informiert worden“, beschwerte sich Jean Jöhrendt. Für Kinder, die aus den Grundstücken hinaus auf den schmalen Plattenweg treten, sei das lebensgefährlich, denn auch die großen Lkws donnerten dort rücksichtslos vorbei. Weil der Amselweg, die Verbindungsstraße zu Am Hain gesperrt ist, müssten 15 Schulkinder auf ihrem Weg zur Bushaltestelle eigentlich den Starhorstweg nehmen. Das aber sei unverantwortlich, warf ein Bürger ein. Deshalb entferne man für die Schulkinder allmorgendlich die Baken im Amselweg, um ihnen so einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Eine Frau schimpfte: „Wäsche in den Garten zu hängen oder Fenster offen zu lassen, das sei wegen der enormen Staubentwicklung nicht möglich.“ Die Bürger fühlen sich mit dem Problem alleingelassen. Polizei und Stadtverwaltung setzten sich nicht ein, klagten sie. Schon sind Platten und Rasenflächen vor den Grundstücken zerfahren, das Gestell am Altkleidercontainer ist eingedrückt, weil die enge Kurve von der L79 in den Starhorstweg von großen Fahrzeugen bei Gegenverkehr kaum genommen werden kann. Man habe etwas anderes zu tun, als 24 Stunden die Durchfahrt zu kontrollieren, diese Auskunft habe er am Telefon von der Polizei erhalten, sagte Andreas Schwemin.

Auch Stadt ist unzufrieden

Am Donnerstag war vormittags die Polizei vor Ort. Siegmund Püschel kritisierte allerdings, sie seien nicht streng genug vorgegangen, hätten nur verwarnt und die Autofahrer seien einfach weitergefahren. Anrainer, die selber Kraftfahrer gestoppt und auf die Anliegerstraße hingewiesen haben, bekamen schnippische Antworten.

Petra Dollase, vom Sachgebiet Bauleitplanung und Verkehrsinfrastruktur der Stadt Ludwigsfelde, sagte: „Wir bauen für den Ort und die Situation ist auch für uns unbefriedigend.“ Ortsvorsteher Eckehard List versuchte die Wogen zu glätten: „Wir bauen hier auch einen Gehweg für unsere Kinder. Vergesst das nicht.“ Vonseiten der Bauleitung wurde versprochen, die Bauzeit zu verkürzen. So könnte statt dem 2. September der Verkehr schon Mitte August wieder normal durch den Ort fließen.

Von Gudrun Ott

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