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Ärger über rumpelnde Lkw

Schöneiche Ärger über rumpelnde Lkw

Scheppernde Gläser und Risse in den Wänden sind für viele Schöneicher ein bekanntes Problem. Der Lkw-Verkehr durch ihren Ort hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Abhilfe könnte eine Maßnahme bringen, die der Deponie-Betreiber MEAB plant. Von Seiten der Stadt drängt man auf einen Neubau der Straße oder wenigstens ein Tempolimit.

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Katrin und Ingo Wildenhein können wegen der Lkw, die schon morgens durch Schöneiche fahren, kaum noch eine Nacht durchschlafen.

Quelle: Christian Zielke

Schöneiche. Einen Wecker brauchen Katrin und Ingo Wildenhein nicht. Gegen 6.30 Uhr ist die Nacht meistens vorbei. Dann brettern die ersten Lkw an ihrem Schlafzimmer vorbei. Das Ehepaar wohnt in der Lindenstraße in Schöneiche. Dort rumpeln die 40-Tonner mit Tempo 50 über das holprige Kopfsteinpflaster, während in den Häusern die Gläser im Schrank scheppern. Für Ingo Wildenhein, der als Altenpfleger auch tagsüber seine Ruhe braucht, ist das ein unhaltbarer Zustand. „So kann es nicht weitergehen. Wer zahlt eigentlich für die Schäden an unseren Häusern?“, sagt Katrin Wildenhein.

Die meisten Lkws im Ort wollen zur Deponie

Die Schöneicher haben das Pech, eine große Deponie im Ort zu haben. Sie ist das Ziel der meisten Lkw, die durch den Ort fahren. Es gibt eine alternative Route, doch die führt zum Westtor der Deponie. Dort gibt es keine Waage und keine Möglichkeit, die Ladung zu kontrollieren – bisher. In dieser Woche soll dort eine Waage installiert werden, teilt Matthias Weigert, technischer Leiter der Firma MEAB, mit. Er liefert auch die Erklärung, warum der Lkw-Verkehr in den vergangenen Wochen so stark zugenommen hat. „Wir sind gerade bei der Erweiterung“, sagt Weigert. Um zusätzliche 2,5 Hektar soll die Deponie wachsen. Lkw liefern deshalb verstärkt Baumaterial an. Dass dies bei den Schöneichern zu Frust führt, könne er verstehen. Deshalb habe sich die MEAB auch entschieden, die westliche Zufahrt zu aktivieren. Lkw, die aus Richtung Zossen kommen, können künftig gleich hinter dem Ortseingangsschild links abbiegen und sparen sich den Weg über das Kopfsteinpflaster.

Eine sofortige Beruhigung werde es dennoch nicht geben, sagt Weigert. Zunächst müsse die Waage in einem aufwendigen Verfahren genehmigt werden. Und ob später alle Fahrer die Alternativroute nutzen, ist ebenfalls unklar. „Wir haben leider keinen Einfluss, welche Straßen die Transporteure nutzen“, sagt der technische Leiter.

Bauarbeiten an der Straße sind derzeit nicht vorgesehen

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) glaubt nicht, dass das Problem nun gelöst ist, denn das eigentliche Übel, das Kopfsteinpflaster, bleibt. Ein Neubau ist nicht geplant, teilt das Land Brandenburg, dem die Straße gehört, mit. „Die Straße ist dem nachrangigen Netz zugeordnet. Derzeit ist nicht vorgesehen, sie umfassend auszubauen“, sagt Steffen Streu, der Sprecher des Infrastrukturministeriums. So leicht will die Bürgermeisterin das Land nicht davonkommen lassen. „Wir müssen in der Öffentlichkeit Druck machen“, sagt sie. Mit einer Demonstration sollen Bürger die Straße blockieren, zudem will die Stadt den Verkehr zählen lassen. Bürger sollen sich an den Landkreis wenden, damit dieser zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde anordnet. Eine solche Maßnahme hatte das Straßenverkehrsamt 2014 – trotz Votum des Kreistags – abgelehnt, weil der Verkehr zu gering sei. Ein Großteil des Lieferverkehrs zur Deponie sei damals über Mittenwalde und Gallun gegangen. Einen kleinen Funken Hoffnung hat Hubert Grosenick, der Leiter des Straßenverkehrsamts, dennoch. In diesem Jahr erscheint eine Karte mit der Verkehrsstärke auf Bundes- und Landesstraßen. „Wenn diese Daten vorliegen, wird das Straßenverkehrsamt prüfen, ob es tätig werden muss“, sagt Grosenick.

Norbert Magasch (Plan B), Ortsvorsteher von Schöneiche, hofft, dass endlich Ruhe im Dorf einkehrt. Zu lange hätten die Schöneicher den Lärm schon ertragen: „Es ist Zeit, dass etwas passiert.“

Von Christian Zielke

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