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Ärger um Personalentscheidung bei der Feuerwehr

Hauptamtlicher Gemeindewehrführer Ärger um Personalentscheidung bei der Feuerwehr

Torsten Drebinger ist seit zwei Jahren Gemeindewehrführer in Blankenfelde-Mahlow. Weil die Arbeit immer mehr wird, soll er sie zumindest teilweise vergütet bekommen – als Angestellter der Gemeinde. Nicht in allen Feuerwehren kommt die Idee und die Informationspolitik darüber gut an.

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Torsten Drebinger ist seit zwei Jahren Gemeindewehrführer in Blankenfelde-Mahlow.

Quelle: Foto: Zielke

Blankenfelde-Mahlow. Feuerwehrleute haben mehr zu tun, als Brände zu löschen und Unfälle abzusichern. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Dokumentation und Organisation. In den zwei Jahren seiner Amtszeit hat Torsten Drebinger, der Gemeindewehrführer von Blankenfelde-Mahlow, immer mehr dieser strategischen Arbeit erledigen müssen. Deshalb hat sich die Gemeinde überlegt, in diesem Jahr eine neue Stelle zu schaffen. Aus dem ehrenamtlichen Gemeindewehrführer soll ein hauptamtlicher in Teilzeit werden. 20 Wochenstunden bekommt Drebinger für seine Arbeit von der Gemeinde vergütet.

Schon als im Herbst der Haushaltsplan für 2016 vorgestellt wurde, kam Kritik an der Entscheidung. Die Wir-Fraktion forderte sogar, die Stelle ganz zu streichen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist sie nicht notwendig“, sagt Daniel Freiherr von Lützow, der Vorsitzende der Wir-Fraktion. Mit der Person Torsten Drebinger habe sein Antrag nichts zu tun. Erst vor zwei Jahren habe die Verwaltung einen zweiten Sachbearbeiter für Brandschutz eingestellt. Sollte die Feuerwehr weiter wachsen, könne man über eine hauptamtliche Stelle nachdenken – diese sollte mit den Ortswehrführern abgesprochen sein. Auf ihrer jüngsten Sitzung stimmte zwar eine Mehrheit gegen den Antrag der Wir-Fraktion, dennoch gibt es Kritik an der fehlenden Information. „Es ist schon ein bisschen traurig, wie das gelaufen ist“, sagt Mirko Höötmann, der Ortswehrführer von Blankenfelde. Er habe erst drei Tage vor der Gemeindevertretersitzung davon erfahren. „Ich hätte erwartet, dass man vorher mit uns spricht, ob wir die Stelle für sinnvoll halten“, sagt Höötmann und beklagt, dass die Feuerwehrarbeit in Blankenfelde-Mahlow in den vergangenen Jahren immer bürokratischer geworden sei. Es werde immer stärker zentralisiert, was zu Lasten der Identität der Ortswehren gehe.

Das Identitätsargument zählt für Helmar Lippitz, den Ortswehrführer von Dahlewitz, nicht vordergründig. „Wir sind kein verlängerter Heimatverein. Ich bin in der Feuerwehr, weil ich helfen will. Wer im Auto eingeklemmt ist, dem ist es egal, wer hilft“, sagt er. Von den Plänen für einen hauptamtlichen Gemeindewehrführer habe er bislang nichts gehört. Die Idee sei durchaus positiv, dennoch gebe es andere Probleme in der Feuerwehr in Blankenfelde-Mahlow. „Es läuft nicht so, wie es sollte, weil nicht alle an einem Strang ziehen“, sagte Lippitz.

Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) verteidigt das Vorgehen. Die Verwaltung als Träger des Brandschutzes habe die Entscheidung getroffen. „Wir haben das auf Leitungsebene besprochen und uns die Rückendeckung der Gemeindevertretung geholt“, sagte er der MAZ. In den kommenden Tagen sollen die einzelnen Ortswehrführer darüber informiert werden. Kritik an der Informationspolitik der Gemeinde wies Baier zurück. „Es war eine Leitungsentscheidung. Wir können nicht mit jedem einzelnen Kameraden diskutieren.“ Ihm gehe es darum, die Prozesse innerhalb der Feuerwehren zu optimieren und Last von den Ehrenamtlichen zu nehmen. Mahlows Ortswehrführer Hartmut Binternagel hält die Entscheidung für längst überfällig. „In der Freizeit ist die Arbeit nicht zu schaffen“, sagt er und hofft, dass der hauptamtliche Gemeindewehrführer ihm einen Teil der Arbeit abnimmt. „Herr Drebinger ist genau der Richtige“, sagt er.

Drebinger selbst versteht den Wirbel nicht. „Die Verwaltung hat mich gefragt, ob ich es machen würde“, sagt er. In einer Gemeinde mit fast 27 000 Einwohnern sei seine Arbeit nach Feierabend nicht mehr zu schaffen.

Von Christian Zielke

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