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Akku leer: Hilfe für Rollstuhlfahrer aus Zossen

Krankentransport Teltow-Fläming Akku leer: Hilfe für Rollstuhlfahrer aus Zossen

Was tun, wenn der Rolli streikt und kein Taxi in Sicht ist? Genauso ist es einem Rollstuhlfahrer aus Zossen ergangen. Zum Glück waren aufmerksame Passanten in der Nähe – allein wäre der gehbehinderte Mann wohl nicht mehr nach Hause gekommen.

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Wenn der E-Rolli streikt, haben es Gehbehinderte schwer.

Quelle: Foto: dpa

Zossen. Wo gibt es Hilfe, wenn der Rolli streikt? Vor dieser Frage stand MAZ-Leser Dieter Luneburg in der vergangenen Woche, als er einem Rollstuhlfahrer helfen wollte. Der gehbehinderte Mann war am Mittwoch in der Straße der Jugend in Zossen unterwegs, als sein Elektro-Rollstuhl stehen blieb – weil der Akku leer gefahren war.

Der Rollstuhlfahrer bat Luneburg daraufhin, ihm ein Taxi zu rufen, das ihn zurück in seine Wohnung nach Waldstadt bringen sollte. Zwischen der Straße der Jugend, wo er mit seinem Rolli stehen geblieben war, und dem Zossener Ortsteil liegen mehr als zwei Kilometer. Der Mann hatte sich offenbar verschätzt und sich zu weit von seiner Wohnung entfernt. Je nach Akkuleistung können E-Rollis Strecken bis zu 40 Kilometer zurücklegen.

Nur Absagen von Taxiunternehmen

„Ich habe fünf Taxiunternehmen angerufen und immer bekam ich Antworten wie ,Wir haben diese Transportmöglichkeit nicht’ oder ,Unsere Fahrzeuge sind gerade im Einsatz’“, ärgert sich Luneburg in einem Brief an die MAZ. Der Zossener Taxibetrieb Oelschläger teilte auf Anfrage mit, die einzigen beiden rollitauglichen Fahrzeuge seien zu diesem Zeitpunkt ausgebucht gewesen. Zwar lassen sich elektronische Krankenstühle auch manuell bedienen. Dies erfordert wegen des schweren Motors allerdings viel Kraft. Den Mann nach Hause zu schieben, kam für den fast 70 Jahre alten Rentner aus Zossen, der selbst gesundheitlich angeschlagen ist, nicht infrage. Luneburg bat im evangelischen Seniorenheim und sogar über den Polizeinotruf um Hilfe – ohne Erfolg: „Auch die Leute in der Zentrale wussten keinen Rat.“ Schließlich kamen Passanten zur Hilfe und schoben den Rollifahrer den gut zwei Kilometer langen Weg nach Hause.

Dass sich keines der Taxiunternehmen kurzfristig bereit erklärte, den gehbehinderten Mann zu fahren, dafür findet die Behindertenbeauftragte des Kreises Teltow-Fläming, Jacqueline Muskalla, klare Worte: „Das ist ein Unding.“ Als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs haben Taxis eine Beförderungspflicht. Alternativ verweist Muskalla auf den Fahrdienst der Wohlfahrtsverbände (Transport auf eigene Kosten). Betroffene können sich im Notfall an den Kreisbehindertenbeirat wenden unter Tel.  0 33 71/6 08 10 86. Dieser vermittelt zu Fahrdiensten in der Region.

Von Josefine Sack

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