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Akuter Kitaplatz-Mangel im Kreis TF

Luckenwalde Akuter Kitaplatz-Mangel im Kreis TF

Wie Kommunen im Kreis Teltow-Fläming das akute Kitaplatz-Problem lösen, ist noch unklar. Das bischen Fördergeld von Land und Bund reicht für Kosmetik, aber nicht für Neubauten. Außerdem fehlen Baukapazitäten und Erzieher.

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Swen Ennulat

Quelle: Jutta Abromeit

Luckenwalde. Eine neue Kita oder ein neuer Hort für 100 Kinder oder mehr kostet mindestens ein paar Millionen Euro. Aus zwei Förderprogrammen vom Bund und vom Land bekommt der Kreis Teltow-Fläming jetzt für die Zeit bis 2020 rund 2,2 beziehungsweise für ein Jahr 1,36 Millionen Euro. Für alle Teltow-Fläming-Kommunen zusammen wohlgemerkt.

Hinzu kommt: Selbst wenn eine Gemeinde eigenes Geld zum Bauen hat – Planungen dauern meist länger als ein Jahr und es gibt derzeit so gut wie keine freien Baukapazitäten. Außerdem verschärft eine scheinbar kleine Änderung die Sorgen. Der Betreuungsschlüssel für Kinder von drei Jahren bis zur Einschulung ist in Brandenburg ab dem 1. August von 1:12 auf 1:11,5 gesenkt worden, zum 1. August 2018 ist er mit 1:11 festgesetzt. Und das, obwohl etlichen Einrichtungen schon jetzt Erzieher fehlen. Es kommen bei der Kinderbetreuung also dramatische Zeiten auf die meisten Kommunen im Kreis Teltow-Fläming zu.

Kinder an der Matschanlage der Luckenwalder Kita „Sunshine“

Kinder an der Matschanlage der Luckenwalder Kita „Sunshine“

Quelle: Hahn Margrit

Das extremste Beispiel im Kreis bei der Kinderbetreuung ist der rasant wachsende Ort Großbeeren, Jahr für Jahr hatte der mal für 140 Kinder gebaute Hort Ausnahmegenehmigungen bekommen müssen, weil einfach kein Ersatz gebaut werden konnte. Vor den Ferien waren mehr als 200 Kinder in der Einrichtung „Großbärenkinder“ betreut worden.

Inzwischen steigen die Kinderzahlen im Kreis Teltow-Fläming insgesamt. Zum einen stehen 1065 Geburten im Jahr 2008 inzwischen 1444 Geburten im vergangenen Jahr gegenüber; dabei nehmen Mehrkinder-Familien wieder zu. Zum anderen ziehen mit den vielen Baugebieten neue Bürger in den Kreis. Außerdem sind Flüchtlingsfamilien mit Kindern hierher gekommen und die Zahl an sogenannten Rückstellern, also an Kindern, die vor der Schule noch ein Jahr länger in der Kita bleiben, steigt. Das heißt: Sie müssen meist länger in einer Kita betreut werden.

Weil der Betreuungsbedarf für Kinder zwischen einem Jahr und zwölf Jahren so groß ist, hatten der Bund und das Land Brandenburg zwei Förderprogramme für Investitionen aufgelegt. „Doch die insgesamt 3,56 Millionen Euro, die der Landkreis davon abbekommt, reichen vorn und hinten nicht“, erklärt Swen Ennulat, der Jugendamtsleiter im Kreishaus in Luckenwalde. „Damit sind zwar kleinteilige Investitionen in vorhandenen Häusern möglich oder auch manche Modernisierung, aber keine Neubauten“, sagt er. Der Verwaltung bleibe nur, bis Ende des Monats abzuwarten, wie viele Kommen Anträge für diese beiden Förderungen einreichen. „Und dann müssen wir uns hinsetzen und dem Kreistag einen Vorschlag zur möglichst gerechten Verteilung dieses wenigen Geldes machen“, erklärt der Jugendamtsleiter.

Bis Ende November muss der Kreistag dann eine Entscheidung fällen, damit das Fördergeld überhaupt in Anspruch genommen werden kann. Wie berichtet haben im Kreis überhaupt nur noch zwei Kommunen ausreichend Kita-Plätze, um allen Eltern-Anträgen gerecht zu werden: Blankenfelde-Mahlow und Niedergörsdorf. Aufnahmestopps gibt es in den Gemeinden Luckenwalde, Jüterbog, Nuthe-Urstromtal und Am Mellensee, ein eingeschränktes Wunsch- und Wahlrecht herrscht zurzeit in Ludwigsfelde. Dieselbe Tendenz zeichnet sich nach Ennulats Worten in Trebbin und Niederer Fläming ab; in Großbeeren, Rangsdorf, Zossen, Baruth und im Amt Dahme werden Plätze nur eingeschränkt vergeben. „In der Summe sind also ziemlich alle Kommunen in Teltow-Fläming von der Kitaplatz-Not betroffen“, so der Jugendamtsleiter.

Auch wenn die Randbedingungen mit fehlenden Baukapazitäten und dem Mangel an Erziehern nicht rosig seien, so der Amtsleiter, „können wir nur Mut machen für Investitionsentscheidungen. Anders ist das Problem auf lange Sicht nicht zu lösen.“

Von Jutta Abromeit

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